Mögliche Fusion zweier Sparkassen
Sie können, müssen aber nicht

Die Sparkassen Offenburg/Ortenau und Kinzigtal nehmen Fuionsgespräche auf: Vorstandsvorsitzender Sebastian Lebek (v. l.), die Verwaltungsräte OB Gregor Bühler, Bürgermeister Sven Müller, Bürgermeister Günter Pfundstein, OB Marco Steffens, Bürgermeister Armin Hansmann und Vorstandsvorsitzender Jürgen Riexinger.  | Foto: gro
  • Die Sparkassen Offenburg/Ortenau und Kinzigtal nehmen Fuionsgespräche auf: Vorstandsvorsitzender Sebastian Lebek (v. l.), die Verwaltungsräte OB Gregor Bühler, Bürgermeister Sven Müller, Bürgermeister Günter Pfundstein, OB Marco Steffens, Bürgermeister Armin Hansmann und Vorstandsvorsitzender Jürgen Riexinger.
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Haslach (gro) Die Sparkasse Offenburg/Ortenau und die Sparkasse Kinzigtal nehmen Gespräche über eine Fusion auf. Das teilten die beiden Vorstandsvorsitzenden Jürgen Riexinger, Offenburg/Ortenau, und Sebastian Lebek, Kinzigtal, gemeinsam mit den Verwaltungsratsmitgliedern Marco Steffens und Gregor Bühler, Offenburg/Ortenau, sowie Sven Müller, Günter Pfundstein und Armin Hansmann, Kinzigtal, am Mittwoch, 15. Juli, im Rahmen einer Pressekonferenz mit. 
"Die Gespräche werden ergebnisoffen geführt", betonte der Gengenbacher Bürgermeister und Verwaltungsratsvorsitzende Sven Müller. Beide Häuser würden dabei die Chancen und Risiken einer Fusion abwägen. Marco Steffens, Oberbürgermeister von Offenburg und Verwaltungsratsvorsitzender, machte deutlich, dass die Gespräche auf Augenhöhe aus der Position zweier erfolgreicher, starker Sparkassen geführt würden. Die ersten Sondierungen sind laut Steffens in vertrauensvoller Atmosphäre verlaufen. An einem Zusammenschluss wären 45 Städte und Gemeinden als Träger beteiligt.

Synergien prüfen

Die Gründe, warum jetzt über eine Fusion gesprochen wird, sind vielfältig. Zum einen kommen weitere Regularien auf das Bankenwesen in Deutschland und Europa zu. Beide Institute hoffen durch den Zusammenschluss in diesem Bereich auf Synergieeffekte. Das betrifft ebenfalls das Thema Mitarbeiter: Im Augenblick sind in beiden Häusern zusammen 900 Mitarbeiter beschäftigt, wie Jürgen Riexinger erklärte. Doch in den nächsten zehn bis 15 Jahren würden davon rund 35 Prozent in Rente gehen. Schon jetzt sei gerade die Gewinnung von Spezialisten nicht einfach.
Sebastian Lebek stellte die Herausforderungen, die durch die Digitalisierung und den Einsatz von Künstlicher Intelligenz auf die Häuser zukommen, dar. "Der Wettbewerb hat sich verändert", so Lebek - auch in der Ortenau. Nicht nur die internationalen Großbanken, auch die Volksbanken würden immer größer.  "Wir prüfen, ob eine größere Einheit bessere Voraussetzungen schafft." 
Beide machten klar, dass bei einer Fusion weder ein Rückzug aus der Fläche noch ein Abbau von Personal geplant sei. "Wir brauchen digitale Stärke und persönliche Nähe", so Lebek.

Ergebnisoffen

Beide Institute haben ihre Mitarbeiter über die Aufnahme der Gespräche informiert. "In der Trägerversammlung in Offenburg waren alle 30 Bürgermeister und Oberbürgermeister da und haben es positiv gesehen, dass wir in Gespräche einsteigen", so Steffens. Ähnlich sieht es im Kinzigtal aus, wie Sven Müller bestätigte.
Die Gespräche sollen erst einmal bis Ende September/Anfang Oktober laufen. Dann soll eine Entscheidung über eine Fusion fallen. Sollte das Votum der Träger positiv ausfallen, ist der Zusammenschluss zum 1. Januar 2027 geplant. Die Sparkasse Offenburg/Ortenau hat ein Bilanzvolumen von 5,4 Milliarden Euro, die Sparkasse Kinzigtal eines von 1,8 Milliarden Euro. Durch die Fusion entstünde ein Geldinstitut mit einem Bilanzvolumen von rund sieben Milliarden Euro und damit die elftgrößte Sparkasse in Baden-Württemberg. 
Allen Beteiligten war es wichtig, deutlich zu machen: Beide Sparkassen agieren aus einer Position der wirtschaftlichen Stärke heraus. "Wir können fusionieren, wir müssen nicht", brachte Haslachs Bürgermeister Armin Hansmann die Situation auf den Punkt. Auf die Frage nach einem möglichen neuen Namen antwortete Marco Steffens mit einem Blick auf das Geschäftsgebiet ohne zu Zögern: "Das schreit danach, dass sie Sparkasse Ortenau heißt."

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