Tunnel Offenburg: Planungsstand
Einreichung der Unterlagen noch 2021

Noch in diesem Jahr will die Deutsche Bahn die Planungen für den Tunnel Offenburg einreichen.
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  • hochgeladen von Christina Großheim

Offenburg (gro). Wenn der Offenburger Tunnel im Jahr 2035 fertig ist, dann wird er der längste Eisenbahntunnel in Deutschland sein. Neben den beiden Röhren, die im Osten hat eine Länge von elf Kilometern und die im Westen eine Länge von neun Kilometern, entstehen 15 Verbindungsbauwerke. Ausgelegt wird der Tunnel auf der Strecke der Rheintalbahn für eine Geschwindigkeit von 120 Stundenkilometern sein. 

Im Offenburger Gemeinderat gab Sven Adam, Deutsche Bahn AG, einen Überblick über den aktuellen Stand des Projekts. Im Augenblick werden die Planungsunterlagen geprüft. Sie sollen im dritten, spätestens im vierten Quartal 2021 beim Eisenbahnbundesamt eingereicht werden. "Im Augenblick sind es 35 Aktenordner", zeigte Adam das Ausmaß der Planungen auf. Wenn das Planfeststellungsverfahren beginnt, wird es auch eine Offenlage geben und die Möglichkeit zu Einsprüchen. Laut Adam rechnet die Deutsche Bahn mit der Planfeststellung in den Jahren 2024 und 2025. "Wir denken, dass wir 2026 oder 2027 mit dem Bau des Tunnelbauwerks beginnen können", so Adam.

17 Kilometer langer Abschnitt

Der gesamte Abschnitt ist 17 Kilometer lang: Er beginnt kurz hinter Appenweier und reicht im Süden bis an die Autobahn. "Wir werden zuerst die sich im Abschnitt befindlichen Brückenbauwerke über die Rheintalbahn anpassen", schildert Sven Adam den Ablauf. Betroffen davon sind Brücken über die B28, die B3, die Binzburgstraße und das sogenannte "Sträßle" im Süden. Für die drei ersten werden Ersatzbrücken gebaut, über die dann der Verkehr während der Abriss- und Neubauarbeiten laufen wird. Am Übergang Sträßle wird es eine Umleitung geben. 

Mit dem Tunnelvortrieb wird im Süden begonnen. "Im Norden ist zu wenig Platz, um die Massen zu lagern", erklärt Adam. Vor den eigentlichen Tunnelein- und -ausfahrten liegen Trogbauwerke. Im Süden ist geplant, einen Bahnhof einzurichten, um einen Teil der entstehenden Erdmassen mit dem Zug abzutransportieren. Im Norden wird dies nicht möglich sein, da dort die Baustelle zwischen B3 und Rheintalbahn liegen wird. "Den anfallenden Erdausbau wollen wir nach Möglichkeit wieder einbauen, aber das wird nur ein Bruchteil der entstehenden Massen sein", so Adam. Hinzu kommt, dass auch der Platz für ein größeres Zwischenlager für die Erde nicht vorhanden ist.  Außerdem soll es eine Behelfsauffahrt zur Autobahn im Süden geben, da während der Bauzeit vieles per LKW angeliefert werden wird.  "Wir können Transporte über die Straße nicht ausschließen", erklärt Adam. Die Bahn schätzt, dass im Norden in Spitzenzeiten bis zu 191 Sattelzüge pro Tag fahren werden, im Süden werden es 125 pro Tag sein. Dabei handelt es sich nur um die Erdmassenentsorgung, der Verkehr für die notwendigen Bauteile kommt noch hinzu. "Die Massen fallen nicht gleichmäßig an", betonte Adam.

Lärmschutz während der Bauphase

In Sachen Lärmschutz ist vor allen in der Nacht an den Einsatz von mobilen Lärmschutzwänden gedacht. Die Bahn plant mit sechs Phasen: Nach der Erweiterung der Brückenbauteile werden die Trogbauwerke gebaut. Dann beginnt der Tunnelvortriebsbau. Ihm schließt sich der Rohbau an. Nach dessen Fertigstellung folgt der Einbau der Ausrüstungstechnik. Ist der Tunnel fertig, wird ab 2035 mit dem Ausbau der Rheintalbahnstrecke begonnen. 

Die Stadt wird bis zum Planfeststellungsverfahren nicht die Hände in den Schoß legen. "Wir sind in vielen Bereichen betroffen", so Baubürgermeister Oliver Martini. Deshalb bereitet die Stadt schon jetzt ihre Stellungnahme zu den Plänen vor. "Während des Planfeststellungsverfahren haben wir nur zwei Monate Zeit dafür, das ist zu knapp", betonte Martini. Dabei werde sich die Stadt juristisch beraten lassen und die BI Bahntrasse mit ins Boot holen. Die Stadt rechnet damit, dass die Offenlage der Pläne Mitte 2022 stattfinden könnte.

Autor:

Christina Großheim aus Offenburg

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