Schmutziger Donnerstag
Fasentsdaifi, Narrenhock und Hexenball
- Der Krampen der Offenburger Hexenzunft wird auf den Namen "Mühlbachbrücke Tröderle" getauft. Hexenmeister Sven Schaller liest den Namen vor, Gettel Christian Schoch hält das Hexenkind.
- Foto: Offenburger Hexenzunft
- hochgeladen von Christina Großheim
Offenburg (gro) Um punkt 6 Uhr morgens sind Böllerschüsse in Offenburg zu hören. Für die Narren von Bohneburg ein klares Signal, die Fasentsdaifi hat begonnen. Die beiden Kernstadtzünfte, Althistorische Narrenzunft und Offenburger Hexenzunft, haben ihre Fasentkinder aus dem Narrenbrunnen am Lindenplatz gehoben. Beide haben feierlich die Namen bekanntgegeben: "Wasserstroßversperrerle" wird das Kind der Althistorischen Narrenzunft getauft, "Mühlbachbrücke Tröderle" nennen die Hexen ihren Krampen. Damit haben beide Zünfte ein Thema aufgegriffen, dass die Offenburger umtreibt: Die Sperrung der Wasserstraße und die Sanierung der Mühlbachbrücke, die Fußgänger, Radfahrer und Autofahrer zu so manchem Umweg zwingt. Es ist sehr selten, dass die beiden Zünfte sich des gleichen Themas annehmen.
Besuch der Rathäuser
Beide Zünfte zogen im Anschluss aufs Rathaus, um die Kinder auf dem Standesamt eintragen zu lassen. Um 11.11 Uhr startete der zweite Höhepunkt des Schmutzigen Donnerstags: Im Narrenkeller der Althistorischen Narrenzunft begann der traditionelle Narrenhock. Die Stimmung bei den Gästen aus Politik und Wirtschaft war gut. Zu Gast waren die Offenburger Landtagskandidaten, aber auch Landrat Thorsten Erny, Oberbürgermeister Marco Steffens und Beigeordneter Hans-Peter Kopp. Die neue Führungsspitze von Burda, Jan Wachtel, Dr. Lydia Rullkötter und Elisabeth Varn gab sich die Ehre, wie auch der Edeka-Südwest-Vorstand mit Rainer Huber, Gerd Mäder und Klaus Fickert. Michael Nitze vom Brauwerk ließ sich den Besuch im Narrenkeller nicht nehmen, wie auch Vertreter der Banken und Polizeipräsident Jürgen Rieger ließen sich die Bohnensuppe und die vom Haus Burda gestifteten Weißwürste schmecken.
Narrenhock der Althistorischen
Für Stimmung sorgten unter anderem "Die Hamsters" aus Hildboltsweier, bei deren Guggemusik der Saal schunkelte. Ein fester Programmpunkt im Narrenkeller ist der Auftritt der Medien in der Stadt. Im Wechsel stehen Mitglieder der Redaktionen auf der Bühne. In diesem Jahr war das städtische Offenblatt an der Reihe. Marie-Christine Gabriel hielt als Rathausglöckchen Ausschau nach der abgebauten Figur auf der Ursulasäule und entdeckte stattdessen die Freiheitsstatue, der es in den USA nicht mehr gefällt und die einen neuen Standort sucht. Da ist Offenburg als Freiheitsstadt eine gute Adresse. Mit der Standortsuche wurden geschickt die wichtigsten Projekte in der Stadt beleuchtet: der Umbau des Marktplatzes, das Sanierungsgebiet Schlachthof/Bahnhof, das Canvas-Gelände, der Sportpark oder die Landesgartenschau. Doch da all die Projekte und potentiellen Standorte noch nicht fertig sind, entschied sich Miss Liberty für die verwaiste Ursulasäule. Unterstützt wurde Marie-Christine Gabriel von ihren Redaktionskollegen - allen voran Fabian Fallert -, die als Freiheitsstatuen verkleidet, den Aufkleber "Offenburg - Freedom has a Home" verteilten.
Der krönende Abschluss des närrischen Vormittags war der Auftritt von Robbie-Williams-Double Mario Nowack, der die Gäste mit den größten Hits des britischen Superstars wie "Let Me Entertain You", "Rock DJ" oder "Angels" begeisterte. Es hielt niemand auf dem Stuhl und alle erwiesen sich als ausgesprochen textsicher und sangen mit.
Mit dem Einzug der Althistorischen Narrenzunft endete der vergnügliche Vormittag. Am Abend bittet die Offenburger Hexenzunft zu ihrem traditionellen Hexenball in die Abtsberghalle in Zell-Weierbach.






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