Kein Wasser aus Bach oder Fluss
Wer erwischt wird, zahlt bis zu 100.000 Euro

Auch der Dietersbach ist im Moment nur noch ein Rinnsal.  | Foto: cao
  • Auch der Dietersbach ist im Moment nur noch ein Rinnsal.
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Hausach (cao). Es ist der Jahrhundertsommer schlechthin. Hohe Temperaturen und ausbleibende Regenfälle sorgen dafür, dass wegen der anhaltenden Trockenheit viele Bäche und Flüsse innerhalb des Gemeindegebiets von Hausach nur noch wenig Wasser führen.

"Die Situation verschärft sich, wenn während der Trockenheit aus Gewässern mittels Pumpen oder direkter Ableitung Wasser zur Beregnung landwirtschaftlicher Grundstücke und Hausgärten oder gar zur Befüllung großer Vorratsbehältnisse, wie Wassertanks und Regentonnen, entnommen wird", heißt es seitens des Ordnungsamtes. Trotz Bekanntmachung sei dies in den vergangenen Tagen und Wochen mehrfach zu beobachten gewesen.

Selbst mit Gießkannen verboten

"Deshalb hat das Landratsamt Ortenaukreis als zuständige Untere Wasserbehörde eine verstärkte Kontrolle zur Einhaltung der wasserrechtlichen Vorschriften angekündigt. Verstöße können Bußgelder bis zu 100.000 Euro nach sich ziehen", erinnert das Hausacher Ordnungsamt.
"Eine Wassentnahme mittels Pumpen ist generell verboten", erklärt der Hausacher Wassermeister Roland Schmider. Bei Wasserentnahme mit Gießkanne sage keiner etwas. Allerdings sei dies jetzt bei den niedrigen Wasserständen ebenfalls strengstens untersagt.

Grundsätzlich sei der Wasserverbrauch im Sommer immer höher als im Winter. Aus seiner Sicht sei der Niedrigwasserstand der Flüsse ganz schwierig zu beurteilen. Bei der Trinkwasserversorgung jedenfalls würde es noch keine Probleme geben. "Die Kleine Kinzig steht sechs Meter unterm Stauziel, es ist also noch genügend Trinkwasser da", erklärt der Wassermeister, der sich in der vergangenen Woche bei einem Besuch der Kleinen Kinzig persönlich davon überzeugte.

Wasser sparen

Zu 100 Prozent würde das Hausacher Trinkwasser von dem Reservoir Kleine Kinzig bezogen. "Die Landwirte mit Eigenversorgung müssen momentan hingegen an Wasser sparen", beschreibt Roland Schmider. Die eigenen Quellen würden wegen der Trockenheit weniger Wasser liefern. "Und wir können nicht alle beliefern, wir bringen das Wasser nicht den Berg hinauf", erklärt er.
Und laut den Wetterprognosen ist auch weiterhin nicht mit größeren Niederschlagsmengen zu rechnen. Lokal begrenzte Regenschauer und Gewitterregen würden kaum zu einer Entspannung der Niedrigwassersituation beitragen. Das Ordnungsamt erklärt auch, warum die Lage angespannt ist: "Die geringe Wasserführung und die steigenden Wassertemperaturen belasten sowohl die Tiere als auch die Pflanzen im Gewässer." Es könne zu verstärkter Algenbildung kommen. Wichtig sei, dass die Wasserläufe nicht ganz austrocknen. Führten Bäche und Flüsse nicht ausreichend Wasser, werde ihre Selbstreinigungskraft gemindert, Schäden und Ausfälle für die Fischerei seien die Folge.

Deutlich erkennbar ist die Niedrigwassersituation auch bei den Brunnen auf dem Hausacher Friedhof. Derzeit laufen die Brunnen aufgrund der schwierigen Wasserverhältnisse gar nicht oder nur eingeschränkt. "Die Mitarbeiter sind bemüht, für einen störungsfreien Wasserzulauf zu sorgen, was jedoch schwierig ist, wenn bei der Zuleitung der Wasserpegel nicht optimal steht", erklärt das Ordnungsamt und bittet um Verständnis. Dass gerade auf dem Friedhof wegen der anhaltenden Trockenheit viel gegossen werden muss, ist klar. Ärgerlich ist jedoch, dass die vorhandenen Gießkannen nach Gebrauch nicht immer ordnungsgemäß an die vorhandenen Ständer zurückgebracht werden. Schon mehrfach ist es vorgekommen, dass sie hinter den Gräbern deponiert wurden.

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