Engagement im KiK und Pflasterstube
Stadträtin Loretta Bös setzt sich ein

Das KiK in Offenburg ist ohne Loretta Bös fast nicht vorstellbar. Für ihr vielfältiges Engagement wurde sie mit dem Senator-Ehrenpreis ausgezeichnet.
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  • hochgeladen von Christina Großheim

Offenburg. Geboren wurde sie im Ruhrgebiet, doch schon mit zehn Jahren zog sie mit ihrer Mutter und ihren Schwestern nach Offenburg – und wurde hier heimisch. Loretta Bös hat gerade den Wiedereinzug in den Offenburger Stadtrat geschafft und ist vielseitig engagiert. Jeder, der im KiK – Kultur in der Kaserne ein Konzert besucht oder auf ein Bier einkehrt, kennt die 62-Jährige. Schließlich steckt sie seit vielen Jahren viel Herzblut in das besondere Kulturangebot. Auch die Pflasterstube in Offenburg hat ihre Aufmerksamkeit: Als zweite Vorsitzende des Fördervereins engagiert sie sich für Obdachlose.

"Meine erste Schule in Offenburg war das Klostergymnasium", erinnert sich Loretta Bös und lacht: "Ich hatte so meine Probleme, ich war wohl ein bisschen aufsässig. Also wechselte ich an die Theodor-Heuss-Realschule und habe mein Abitur über den zweiten Bildungsweg nachgeholt." Der zweite Bildungsweg, das bedeutete in ihrem Fall den Besuch des Abendgymnasiums mit anschließendem Studium – Geschichte und Germanistik – in Freiburg.

Redakteurin beim SWF

Beruflich zog es sie in Richtung Rundfunk und Fernsehen: "Ich habe eine Ausbildung beim Südwestfunk in Freiburg als Dokumentationsredakteurin gemacht." Viele Jahre pendelte Loretta Bös zwischen Offenburg und Baden-Baden. "Beim Radio war ich bei den aktuellen Nachrichten, für das Fernsehen arbeitete ich für das Europa-Magazin." Eine Arbeit, die ihr Spaß machte, denn "für das Europa-Magazin war man relativ oft unterwegs". Heute ist sie nach einem kurzen Intermezzo in einer Zeitschriften-Redaktion in Offenburg mit einer PR-Agentur für kleinere Unternehmen selbstständig.

Für die Kultur schlägt ihr Herz schon lange. "Anfang der 80er-Jahre gab es in Offenburg nichts: Im 'Stud' wurden nur Platten aufgelegt, in der Stadthalle gab es nur klassische Unterhaltung, die Nutzung des Konzertraums in der Pfähler-Villa war schwierig und alle zwei bis drei Jahre fand ein Open-Air-Konzert auf dem Messegelände statt", erinnert sie sich. Und sogar das war vielen Bürgern zu laut, so dass manches Konzert ungewollt früh endete.

Frischer Wind 

Ein paar Unverbessliche, zu denen auch Loretta Bös gehörte, suchten neue Wege: Es begann mit der Besetzung eines leer stehenden Hauses in der Schlossergasse, in dem Kleinkunst geboten wurde und die ersten Anfänge des Kommunalen Kinos liegen. "Wir haben 'Summer in the City' und 'Umsonst & Draußen'-Konzerte am Flugplatz veranstaltet", berichtet Loretta Bös. 1986 wurde der Kulturkreis Offenburg gegründet, der auch heute noch der Trägerverein des KiK mit seinem vielseitigen Angebot ist. Nach verschiedenen anderen Stationen in der Stadt fand der Kulturkreis schließlich Anfang der 90er-Jahre seinen Platz in den ehemaligen Kasernen in Offenburg.

Zum Förderverein der Pflasterstube im Ursulaheim kam sie durch den ehemaligen Vorsitzenden und heutigen Ehrenvorsitzenden Dr. Rolf Geiger. "Als er aus Altersgründen aufhören wollte, suchte er neue Leute", schildert Loretta Bös. "Dr. Axel Richter hatte er bereits überzeugt, aber es fehlte noch ein Stellvertreter." Rolf Geiger sah sich in der SPD-Gemeinderatsfraktion um, in die Loretta Bös 2007 nach dem Ausscheiden von Rosel Kesel eingezogen war, und wurde fündig. "Er lud mich zu einem Hock ins Ursulaheim ein und ich bin drauf angesprungen", erzählt sie. "Die Arbeit im Gemeinderat macht mir auch nach zwei vollen Perioden immer noch Spaß, da ich mich in den Bereichen einbringen kann, die mir am Herzen liegen."

Senator-Ehrenpreis 

Für so viel Engagement wurde ihr vor kurzem der Senator-Ehrenpreis aus dem Haus Burda verliehen. "Das war eine echte Überraschung", stellt sie fest und erzählt lachend, dass ihre erste Reaktion auf den Anruf, in dem ihr mitgeteilt wurde, dass sie gewonnen habe, die Antwort "Ich habe in keinem Preisausschreiben mitgemacht", gewesen ist. "Ich habe mich sehr darüber gefreut", gibt sie zu.

Trotz allem findet sie Zeit für sich und ihren Mann. "Wir sind zwar schon lange zusammen, aber noch gar nicht solange verheiratet", verrät sie. Der Garten ist dann ihre liebste Wohlfühloase, aber sie ist auch gerne mit dem Rad unterwegs. Aus diesen kleinen Auszeiten schöpft sie Kraft: "Ich kann relativ schnell relaxen." Christina Großheim

Autor:

Christina Großheim aus Offenburg

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