Tino Möschle gewann bei "Jugend forscht"
Ganz besondere Begabung für Technik

Tino Möschle und "sein" Roboterarm: Der junge Ohlsbacher hat eine ganz besondere Software für die Automatisierung entwickelt.
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  • Foto: WTO
  • hochgeladen von Christina Großheim

Ohlsbach (gro). "Ich hatte Glück, dass viele Zufälle zusammenkamen und es deshalb geklappt hat", sagt Tino Möschle, der bei dem diesjährigen Regionalwettbewerb von "Jugend forscht" den ersten Platz im Bereich Arbeitswelt geholt hat. Das Besondere an seinem Sieg: Tino Möschle war nicht auf einer weiterbildenden Schule, sondern Auszubildender bei der Firma WTO in Ohlsbach. Mittlerweile ist er Geselle und wurde von seinem Ausbildungsbetrieb übernommen.

Der gebürtige Ohlsbacher kam über ein Schulpraktikum zu seinem Beruf: "In der achten Klasse auf der Gengenbacher Realschule ist es Pflicht, ein Praktikum zu absolvieren", erzählt er. Schon immer technikbegeistert, fragte Tino Möschle bei der Firma WTO nach und erhielt den Zuschlag. "Das hat Spaß gemacht, deshalb habe ich mich für eine Ausbildung zum Industriemechaniker beworben", so Möschle.

Die Idee entstand bei der Arbeit

Was ihm besonders gefiel: Die Ausbildung beinhaltet das Hineinschnuppern in und Kennenlernen von unterschiedlichen Bereichen in dem Unternehmen. So kam Tino Möschle in der Abteilung Endmontage auf die Idee, dass ein Roboter die Facharbeiter entlasten könnte, indem er ihnen einfache und wiederholende Tätigkeiten wie etwa das Verschrauben von Bauteilen abnimmt.

Dass mehr als nur eine Idee daraus werden könnte, darauf brachte den Auszubildendenen sein Onkel Hans-Peter Möschle: "Er ist der Vorsitzende des Vereins FRO – Forscher/in in der Region." Ein Verein, der junge Menschen in den MINT-Fächern unterstützt und auch das Schülerforschungszentrum Xenoplex in Gengenbach betreibt. Warum, so fragten sich Onkel und Neffe, sollte aus der Idee nicht ein Ausbildungsprojekt werden, mit dem er bei "Jugend forscht" antreten kann.

Unterstützer für eine gute Idee gesucht

"Am Anfang begann alles mit der Suche nach Unterstützern, die nicht ganz einfach war", erinnert sich Tino Möschle. "Bis wirklich alle Ressourcen vorhanden waren, verging fast ein dreiviertel Jahr." Erst als 2018 die Firma WTO ihm unter die Arme griff, konnte er durchstarten. Wie groß die Unterstützung war, zeigen ein paar Zahlen. "Fast 60.000 Euro kostet der Roboter, der mir von meinem Ausbildungsbetrieb zur Verfügung gestellt wurde. Hinzu kam ein Arbeitsplatz mit Laptop und Drucker. Ich wurde immer wieder freigestellt und erhielt Materialien, um Vorrichtungen zu bauen", so der junge Forscher. Er durfte das CAD-Programm in der Berufsschule Wolfach nutzen und ihm wurden Räume im Xenoplex reserviert: "Von der Firma 'M & H' wurde ich betreut und erhielt Hilfe bei der Entwicklung der Software."

Wenn er das Resultat seiner Arbeit beschreibt, läuft er warm. "Es ist Standard, dass einzelne Bauteile in automatisierten Prozessen gefertigt werden", erklärt er. Allerdings lohne sich die Investition nur bei hohen Stückzahlen und bei einem geregelten, immer wiederkehrenden Ablauf. Das Kunststück, das Tino Möschle gelungen ist, besteht in einer Erweiterungssoftware für einen Roboter, mit der es nun möglich ist, diesen einfacher, schneller und flexibler zu programmieren. Auf diese Weise werden auch Montageprozesse mit geringeren Stückzahlen lohnenswert. "Zudem funktioniert die Software auf jedem internetfähigen IT-Gerät und kann bei einer vorhandenen Internetverbindung von überall auf der Welt bedient werden", stellt der Entwickler zufrieden fest.

Bei "Jugend forscht" ganz vorn

Dass er gute Chancen im Wettbewerb "Jugend forscht" damit hatte, war ihm bewusst, trotzdem: "Ich hätte niemals mit einem Sieg gerechnet", so Möschle. "Es ist die Bestätigung, dass es sich gelohnt hat, trotz immer wieder neuer Herausforderungen und Rückschlägen am Projekt festzuhalten."

Zumal er noch lange nicht am Ende seiner Entwicklung ist. "Derzeit bin dabei, noch weitere Ideen und Möglichkeiten in die Software einzubauen. Meine Erweiterung soll aber auch in Zukunft Teil der Ausbildung der WTO werden, was ich gerade vorbereite", freut sich Möschle.

Wenn er nicht gerade tüftelt, ist Möschle sportlich engagiert. "Ich habe früher aktiv Fußball gespielt und bin nun als Trainer der Damenmannschaft im Ohlsbacher Fußballverein tätig", verrät der 19-Jährige. "Und ich helfe gerne zu Hause in der Landwirtschaft mit."

Autor:

Christina Großheim aus Offenburg

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