Weihnachts-Spendenaktion hilft
Wenn das eigene Kind krebskrank ist

Das Team der Geschwisterspielstube: Miriam Salm (v. l.), Anneka Haigis, Sabine Beißwenger
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  • Das Team der Geschwisterspielstube: Miriam Salm (v. l.), Anneka Haigis, Sabine Beißwenger
  • Foto: Christina Dages/Förderverein für krebskranke Kinder Freiburg e. V.
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Offenburg/Freiburg (djä). "Helfen und gewinnen" heißt es ab dem 22. November wieder bei der Weihnachtsspendenaktion zugunsten des Fördervereins für krebskranke Kinder Freiburg e.V. im Offenburger E-Center. Die Teilnehmerkarten sind bis zum 11. Dezember erhältlich. Mit etwas Glück winkt einer der über 100 hochwertigen Preise. Fünf Euro kostet eine Teilnehmerkarte – fünf Euro, die den schwerkranken Kindern und ihren Familien direkt zugute kommen.

"Ihr Kind hat Krebs" – mit dieser Diagnose gerät die Welt einer Familie aus den Fugen. Nichts ist mehr wie es vorher war. Fragen, auf die es keine Antwort gibt. Zur Sorge um das kranke Kind kommen praktische Probleme im Familienalltag und der bange Gedanke: Kann unsere Familie diese schwere Zeit überstehen?

Zuhause auf Zeit

Das Elternhaus des Fördervereins in Freiburg bietet Eltern und Geschwisterkindern ein Zuhause auf Zeit, während das kranke Kind meist monatelang in der Universitätsklinik behandelt wird. Es ist jedoch weit mehr als eine bloße Übernachtungsmöglichkeit. Es ist ein Refugium, in dem die Familien, die um das Leben ihres Kindes bangen müssen, aufgefangen und ganzheitlich betreut werden.

Gerade zu Behandlungsbeginn des erkrankten Kindes befinden sich viele Eltern in einem emotionalen Ausnahmezustand. "Im Erstgespräch sollen die Familien erst einmal hier ankommen. Es geht darum, einander kennenzulernen", erklären Kerstin Topolic und Andrea Schulz-Aufrecht vom Psychosozialen Dienst des Elternhauses. Oft stehen die Eltern noch unter Schock, konnten die Informationen der Klinikärzte über den Ablauf der Behandlung gar nicht vollständig aufnehmen oder überblicken im Stress nicht, was alles zu klären ist. Die Mitarbeiterinnen gehen sensibel und empathisch auf die Eltern ein. Wie lautet die Diagnose? Sie hilft den erfahrenen Fachleuten einzuschätzen, was auf die Familie zukommt. Gibt es Geschwisterkinder? Muss etwas mit der Arbeit geklärt werden? Sind finanzielle Engpässe zu erwarten, wenn ein Elternteil beim kranken Kind bleibt? Es gibt so viele Fragen zu klären, mit denen die Eltern in dieser Situation überfordert sind. Ganz praktisch kann hier Hilfe ansetzen.

Emotionale Belastung

Und dann gibt es noch viele andere Probleme – emotionale und psychosoziale. Wenn Eltern ihr Kind so krank erleben müssen und nur daneben stehen können, wenn es ihm schlecht geht, es Schmerzen hat und erschöpft ist, dann ist menschliche Unterstützung gefragt. "Eine Krebstherapie ist ein Marathonlauf. Wir tun, was möglich ist, um den Familien die Kraft zu geben, ihn durchzuhalten", sagt Andrea Schulz-Aufrecht. Die Tür der Mitarbeiterinnen steht immer offen. Manchmal hilft ein Gespräch, um Dinge einzuordnen. Manchmal hilft es, zuzuhören: Hierbei können die Eltern herauslassen, was sie bedrückt. Die Mitarbeiterinnen unterliegen der Schweigepflicht. So kann ein Vertrauensverhältnis entstehen. "Mit vielen Familien bilden sich sehr intensive Kontakte, Freud und Leid werden geteilt", erzählt Kerstin Topolic.

Wieder Kraft tanken – durchhalten: Dabei hilft auch der Kontakt mit anderen Eltern im Haus. Bei Hausabenden, Freizeitaktivitäten oder dem Ehemaligentreffen können Erfahrungen ausgetauscht werden. Die Angebote des Elternhauses können übrigens auch von Eltern wahrgenommen werden, die nicht hier wohnen.

Geschwister auffangen

"Wenn eine Familie die Krebs-Diagnose eines ihrer Kinder erhält, trifft das ohne Vorwarnung auch die Geschwisterkinder. Alles ändert sich", erklärt Anneka Haigis von der Geschwisterspielstube. Die Geschwister erlebten eine Achterbahn der Gefühle. "Das kann ein Cocktail sein aus Angst, Schuldgefühlen, Mitgefühl bis zu Neid auf die Aufmerksamkeit." Dabei sei es besonders wichtig, die Geschwisterkinder wahrzunehmen in dieser belastenden Zeit, in der sich so vieles um die Krebserkrankung des Bruders oder der Schwester dreht. In der Geschwisterspielstube des Elternhauses werden die Kinder und Jugendlichen betreut und verbringen ihre Freizeit.

Alles darf sein, nichts muss, ist das Motto. "Wir sind zunächst Fremde für die Kinder, ihre ganze Welt ist auf den Kopf gestellt, wenn sie hier ankommen", so Haigis. "Wir versuchen, Vertrauen aufzubauen, feste Bezugspersonen in diesen unsicheren Zeiten zu sein." Die Kinder und Jugendlichen können sie selbst sein, werden verstanden mit ihren Gefühlen. "Kinder haben feine Antennen", sagt Haigis. "Sie merken, wenn etwas nicht stimmt." Sie alters- und kindgerecht mit Informationen einzubeziehen helfe, Ängste aufzulösen und die schwierige Situation zu verarbeiten. Zuhause auf Zeit Seit 26 Jahren ermöglicht der Förderverein den Eltern schwerkranker Kinder, direkt neben der Universitätskinderklinik Freiburg zu wohnen. Derzeit baut der Förderverein neben der neuen Uni-Kinderklinik ein neues Elternhaus – ausschließlich mit Spendengeldern finanziert. Am 12. November wurde das Richtfest gefeiert.

Das Team der Geschwisterspielstube: Miriam Salm (v. l.), Anneka Haigis, Sabine Beißwenger
Ihre Tür steht immer offen für die Familien: Kerstin Topolic (v. l.) und Andrea Schulz-Aufrecht
Autor:

Christina Großheim aus Offenburg

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