In Griechenland spielen Gemüse, Gewürze und Olivenöl eine große Rolle
Geselligkeit steht beim Essen im Mittelpunkt

Griechisches Essen ist hierzulande sehr beliebt.
Griechisches Essen ist hierzulande sehr beliebt. (Foto: Foto: pixabay.com)

Ortenau (gro). Griechenland hat viele Inseln und deshalb mehr Küste als jedes andere Land in Europa. In der Küche spielen daher Fisch und Meeresfrüchte eine große Rolle. Rinderzucht wird durch die gebirgige Landschaft erschwert, deshalb werden Ziegen und Schafe gehalten. Der Pro-Kopf-Verbrauch an Lamm- und Schaffleisch ist europaweit spitze. In Griechenland steht Gemüse ganz oben auf der Liste der Zutaten. Auch Meeresfrüchte werden gerne gegessen und natürlich Oliven. Am liebsten essen Griechen in Gesellschaft, denn es geht nicht darum, satt zu werden, sondern die Geselligkeit hat Vorrang.

Hierzulande kennen wir hauptsächlich die Fleisch- und Grillgerichte wie Gyros, Souflaki oder Bifteki. Dabei bevorzugen die Griechen eigentlich Hauptmahlzeiten aus dem Backofen wie Stifado oder Moussaka. Dabei kommen die Gerichte selten heiß auf den Tisch, sie werden im Ofen warm gehalten und lauwarm serviert. Beliebte Gewürze sind Oregano, Minze, Thymian, Zimt, Salbei und Paprika. Olivenöl ist allgegenwärtig: Es wird zum Kochen, Braten und Einlegen verwendet, es würzt aber auch den griechischen Bauernsalat. Ohne Vorspeise geht es nicht: Mezedes heißen diese Köstlichkeiten, die kalt und warm serviert werden und stets in reichlicher Zahl auf den Tisch kommen. Zu den bekanntesten Vorspeisen zählt natürlich Tsatsiki, ein Joghurtgericht mit Gurken, Knoblauch, Olivenöl und einem Hauch von Minze. Wenn in Griechenland über Joghurt gesprochen wird, ist die Variante mit zehn Prozent Fett gemeint. Beliebt als Magenöffner ist ebenfalls Taramosalat, eine Fischrogenpaste. Griechischer Feta wird zu Chtipiti verarbeitet. Der Käse wird zerdrückt und mit Olivenöl, Pfeffer, Zitrone und grünen Peperoni vermischt. Zuvor gegrillt werden Auberginen für Melitzanosalat. Das weiche Innere wird schließlich mit Knoblauch vermischt. Zu den warmen Mezedes gehören die  mit Reis gefüllten Weinblätter, aber auch Gigantes, große weiße Bohnen, die im Ofen in Tomatensoße gebacken wurden. Auberginen oder Zucchini werden herausgebacken. Köstlich schmeckt ein Salat aus Tintenfisch oder Schafskäse, der im Ofen gebacken wurde. Die Vorspeisen bleiben auf dem Tisch stehen, bis der Nachtisch serviert wird. Dazu wird das leckere griechische Weißbrot gegessen, das es in unterschiedlichen Variationen gibt. 

Es gibt eine erstaunliche Anzahl von Suppen, sie werden in aller Regel im Winter gegessen. Griechenland besteht schließlich nicht nur aus den Inseln, über denen die Sonne lacht, auf dem Festland, vor allem in den Bergen, kann es sehr kalt werden. Beliebt sind Gemüsesuppen jeder Art. Hülsenfrüchte wie Bohnen, Kichererbsen oder Linsen werden ebenfalls geschätzt. An der Küste gibt es unterschiedliche Fischsuppen. 

Wie gesagt, Gemüse spielt in der griechischen Küche eine große Rolle: Es wird gerne gefüllt, meist mit Reis, manchmal mit Fleisch. Dafür werden Tomaten, Auberginen, Paprikaschoten, Zucchini, aber auch Kartoffeln verwendet. Auberginen, Zucchini und Paprika werden außerdem im Ofen auf einem Blech zubereitet oder als Eintopf mit Kritharaki. Dabei handelt es sich um Nudeln, die einem Reiskorn ähneln. Beilagen zu den Hauptgerichten sind Reis, Nudeln oder Pommes frites. Übrigens das hierzulande so beliebte Gyros ist in Griechenland ein typisches Essen am Schnellimbiss. Zuhause oder in einem guten Restaurant wird es gar nicht zubereitet. Das Gleiche gilt auch für den Spieß mit Schweinefilet, Souvlaki. 

Süß ist der Abschluss eines typisch griechischen Essens: Baklavas, ein mit Nüssen gefülltes Gebäck aus Filoteig, das mit Sirup gertänkt wurde, zählt ebenso dazu wie Galaktobureko, ein Grieß-Auflauf, der gerne mit Eis garniert wird. Loukoumades heißen in Öl ausgebackene Küchlein, die in Honigsirup getränkt wurden. Die einfachste aller Nachspeisen ist griechischer Joghurt mit Walnüssen und Honig. Der griechische Wein wurde schon vom Udo Jürgens besungen. Handelte es sich vor einigen Jahren dabei noch mehr oder weniger um Massenware, gibt es heute ausgezeichnete Winzer, die mehr aus den Trauben machen als den geharzten Retsina. Gerade auf der Insel Kreta ist ein neuer Weinsinn erwacht, der mit ausgezeichneten Tropfen punkten kann. Vor dem Essen wird nicht etwa Sherry oder Portwein getrunken, sondern Ouzo. Dabei handelt es sich um einen Anisschnaps, der mit den Mezedes serviert wird. Der beliebteste Weinbrand von der Agäis ist nach wie vor Metaxa und das beliebteste nicht-alkoholische Getränk ist und bleibt der Kaffee. Dabei wird das Kaffeepulver mit Wasser aufkocht und wie Mokka in kleinen Tassen mit oder ohne Zucker serviert. gro

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