Den süßen, roten Erdbeeren kann während der Saison kaum jemand widerstehen
Sinnenfroher Obstgenuss, der Lust auf Sommer macht

Erdbeeren sind die Früchte der Saison.
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Ortenau (gro). Sie schmecken süß und sind saftig – Erdbeeren sind die Lieblinge der Saison. Die feinen Früchte sind die erste Einstimmung auf den Sommer mit seinem vielseitigen Angebot an heimischem Obst. Streng genommen sind Erdbeeren gar keine Beeren, sondern Sammelnussfrüchte. Das vermeintliche Fruchtfleisch, das wir so lecker finden, ist eigentlich eine fleischig verdickte Blütenachse. Genauer gesagt um das weiße Mark derselben, das sich appetitlich rot verfärbt, wenn die Erdbeeren reif sind. Die tatsächlichen Früchte der Pflanze sind die kleinen, gelben Körner auf der Oberfläche. 

Die Erdbeersaison in Deutschland dauert von Mai bis Juli. Mittlerweile gibt es auch spätere Sorten, aber die spielen in der Vermarktung nicht wirklich eine große Rolle. Apropos Sorten: Es sind mehr als 1.000 verschiedene, die sich in Größe, Geschmack und Farbe unterscheiden. Sie haben ebenfalls verschiedene Reifezeiten und das Fruchtfleisch ist weicher oder fester. Eines haben sie gemeinsam: Sie stammen von den großfruchtigen Sorten ab, die im 17. Jahrhundert den Weg von Kanada nach Europa gefunden haben. Es folgten weitere Varianten, die aus Südamerika stammten.

Kleine heimische Sorten

Die europäischen Sorten waren deutlich kleiner, man denke nur an die heimische Walderdbeere. Heute ist klar, dass schon unsere Vorfahren in der Steinzeit die leckeren Früchte sammelten und verzehrten. Die Römer liebten sie und im 14. und 15. Jahrhundert wurden in Frankreich und England kleinfruchtige Sorten in Gärten gezüchtet.

Ihren großen Durchbruch schaffte die Erdbeere aber erst, als die Chile- mit der Scharlacherdbeere gekreuzt wurde. Sie erhielt aufgrund ihrer Form den Namen Ananas-Erdbeere und ist im Prinzip die Mutter aller heute bekannten Sorten. In Baden-Württemberg wurden Erdbeeren bereits im 18. Jahrhundert angebaut. Quellen belegen, dass Baden-Baden eines der Zentren war. 

Frische ist Trumpf

Je frischer, desto besser sind die Früchte. Was für ein Glück, dass die Ortenau Erdbeerland ist. In  der Saison können also alle Früchte genießen, die keine langen Transportwege hinter sich haben. Die roten Leckerbissen müssen reif geerntet werden. Einmal gepflückt, reifen sie nicht nach. Qualität ist ganz einfach zu erkennen: Besitzt das Kelchblatt noch eine frische grüne Farbe und sieht die Frucht unversehrt und glänzend aus, dann sollte man zugreifen. Alles was welke, rosa oder braune Stellen hat, lagert bereits zu lange oder wurde unsanft behandelt.

Erdbeeren sind echte Sensibelchen, sie vertragen keinen rüden Umgang. Am besten werden sie gar nicht erst übereinander gelegt, denn sie können sehr leicht Druckstellen bekommen. Da das aber nicht sehr praktisch ist, sollten sie mit großer Vorsicht aufeinander gelegt und nicht geworfen werden. 

Keine lange Lagerung

Eine lange Lagerung ist nicht zu empfehlen: Im Kühlschrank halten sich Erdbeeren nur wenige Tage. Sie sollten erst kurz vor dem Servieren oder dem Verbrauch gewaschen werden. Auch die Kelchblätter sollten erst dann von der Frucht entfernt werden, wenn sie in der Küche zum Einsatz kommt.

Wurden Erdbeeren kühl gelagert, dann sollten sie ein wenig Raumtemperatur annehmen dürfen, bevor sie gegessen werden. Nur so können sie ihr volles Aroma entwickeln. Erdbeeren sollten vor dem Verzehr in einem Sieb behutsam abgebraust werden. Anschließend sollten sie abtropfen. Der Kelch, wie das hübsche Grün an der Frucht genannt wird, wird am besten mit einem spitzen Messer nach dem Waschen entfernt. Das ist auch der Moment, an dem unschöne Stellen entfernt werden können. 

Süß oder pikant

Am besten schmecken sie frisch, begleitet von etwas Sahne oder Joghurt. Sie eignen sich hervorragend als Kuchenbelag. Ein mit Erdbeeren belegter Tortenboden ist einer der Klassiker der Sommerkuchen. Püriert begleiten sie auch Eis oder Panna cotta. Aus Erdbeeren lässt sich leckere Konfitüre zubereiten.

Erdbeeren können aber nicht nur süß: Sie schmecken sehr fein im Salat – beispielsweise kombiniert mit Rucola – oder zu Käse. Ein guter Pfeffer kann Erdbeeren eine neue Note verleihen. Und natürlich sind sie wundervolle Begleiter zu Sekt und Champagner. 

Kalorienarm

Das Gute an Erdbeeren: Sie schmecken nicht nur ausgezeichnet, sie sind auch ausgesprochen gesund. Ihr Vitamin C-Gehalt ist höher als der einer Zitrone. Sie besitzen Folsäure, Kalzium, Kalium, Eisen, Zink und Kupfer. Hinzu kommen die Polyphenole. Diesen sekundären Pflanzenwirkstoffen wird nachgesagt, dass sie Krebs- oder Herz-Kreislauferkrankungen vorbeugen. Der Clou der Erdbeeren: Sie sind, obwohl sie süß schmecken, ausgesprochen gut zu unserer Figur. Denn sie besitzen pro 100 Gramm lediglich 32 Kilokalorien.

Autor:

Christina Großheim aus Offenburg

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