Entwicklung des Arbeitsmarktes im Juli 2020
9.917 Menschen ohne Job

Agentur für Arbeit Offenburg
  • Agentur für Arbeit Offenburg
  • Foto: Christina Großheim
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Ortenau (st). Zum Stichtag am 13. Juli hat die Zahl arbeitsloser Menschen bei der Arbeitsagentur und der Kommunalen Arbeitsförderung um 179 zum Vormonat zugenommen und beträgt jetzt 9.917.  In der Folge ist die Arbeitslosenquote gengenüber Juni um 0,1 Prozentpunkt gestiegen und liegt für beide Rechtskreise zusammen bei 3,9 Prozent (Vorjahresmonat 2,8 Prozent). Vor einem Jahr waren im Juli 7.131 Menschen arbeitslos. Die Zahl arbeitsloser Menschen in der Ortenau liegt damit um 2.786 (39,1 Prozent) höher als im Vorjahr. Die Regionaldirektion in Stuttgart gab für Baden-Württemberg eine Arbeitslosenquote von 4,4 Prozent bekannt. Unter den 19 Agenturen in Baden-Württemberg belegt Offenburg derzeit zusammen mit Ludwigsburg den vierten Platz.

Entwicklung nach Rechtskreisen

Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit verläuft in den beiden Rechtskreisen derzeit unterschiedlich: Vor allem die Arbeitsagentur bekam von Mitte März bis Mitte Juli die Auswirkungen der Corona-Pandemie zu spüren, denn die meisten Arbeitslosen, die sich neu meldeten, kommen aus einer Beschäftigung und besitzen einen Versicherungsanspruch auf Arbeitslosengeld I. Auch war bereits vor Ausbruch der Corona-Krise eine gebremste konjunkturelle Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt zu beobachten.
Von den insgesamt 9.917 arbeitslosen Menschen betreute die Arbeitsagentur im Juli 5.925 Personen. Damit stieg die Zahl um 213 gegenüber dem Vormonat. Es waren im Berichtsmonat bei der Arbeitsagentur 2.512 Menschen (plus 73,6 Prozent) mehr als vor einem Jahr gemeldet.
In der Grundsicherung (Zweites Sozialgesetzbuch) waren bei der Kommunalen Arbeitsförderung Ortenaukreis 3.992 arbeitslose Menschen gemeldet. Dies sind 34 Personen weniger als im Juni. Gegenüber dem Vorjahresmonat ist die Zahl auch im Bereich der Grundsicherung um 274 Personen und damit um 7,4 Prozent gestiegen.

Entwicklung am Arbeitsmarkt (SGB III)

„Im Ortenaukreis bleiben die Spuren der Corona-Pandemie am Arbeitsmarkt sichtbar. Die Arbeitslosenzahl ist im Juli gestiegen, hiervon sind alle Personengruppen gleichermaßen betroffen. Von der Entwicklung stark betroffen im Vergleich zum Vorjahr ist die Gruppe der Jugendlichen unter 25 Jahren. Deshalb ist es auch in Zeiten von Corona besonders wichtig, dass Arbeitgeber diesen jungen Menschen eine Einstellungschance geben“, sagt Horst Sahrbacher, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Offenburg.

Arbeitslosenversicherung

Bei der Arbeitsagentur Offenburg und ihren Geschäftsstellen meldeten sich im Berichtsmonat 1.285 Personen neu oder erneut arbeitslos, 71 Arbeitslosmeldungen mehr als im Vorjahresmonat.Im Gegenzug beendeten im gleichen Zeitraum 1.075 Personen ihre Arbeitslosigkeit Zum Vergleich: Im Juli 2019 konnten 1.033 Personen ihre Arbeitslosigkeit beenden.

Seit Jahresbeginn haben sich 10.237 Personen bei der Arbeitsagentur Offenburg arbeitslos gemeldet, im Vergleich zum Vorjahreszeitraum waren das 873 beziehungsweise 9,3 Prozent Arbeitslosmeldungen mehr. Dem gegenüber stehen im gleichen Zeitraum 7.999 Abmeldungen von arbeitslosen Menschen, 969 beziehungsweise 10,8 Prozent weniger als vor einem Jahr.

Entwicklung nach Personengruppen

Die Arbeitsagentur Offenburg betreute zum Stichtag, 13. Juli 5.925 arbeitslose Frauen und Männer, 73,6 Prozent (plus 2.512) mehr als vor einem Jahr. Dieser allgemeine Trend trifft für alle Personengruppen zu. So sind derzeit 777 Jugendliche im Alter von 15 bis 25 Jahren ohne Arbeit, 65,3 Prozent mehr wie vor einem Jahr. Die Zahl der nach der Ausbildung nicht übernommenen Azubis steigt. Aktuell melden sich auch Jugendliche nach dem Ende ihrer Ausbildung, um die Zeit bis zum Studium zu überbrücken.
Viele Kündigungen wurden aufgrund der Pandemie und des wirtschaftlichen Einbruchs ausgesprochen. Schwer auf dem Arbeitsmarkt haben es nach wie vor arbeitslose Menschen ohne Ausbildung. Von Arbeitslosigkeit betroffen sind Jugendliche wie auch ältere Arbeitnehmer, die ihren Arbeitsplatz zum Beispiel aufgrund von Insolvenz des Arbeitgebers verloren haben.
Bei der Personengruppe der Menschen über 50 Jahre liegt die Zahl der Arbeitslosen bei 2.127, das waren 55,3 Prozent (plus 757) mehr als im Vorjahresmonat. Mit einem Anteil von 35,9 Prozent stellt diese Personengruppe den größten Anteil am Bestand der Arbeitslosen im Ortenaukreis dar.

Die Arbeitslosenzahlen aus den Geschäftsstellen

In der Geschäftsstelle Lahr ist die Arbeitslosenzahl um 17 zurückgegangen. Aktuell sind im Bezirk Lahr noch 1.796 Menschen ohne Arbeit, 828 mehr als im Vorjahresmonat. Die Nachfrage nach Arbeitskräften in der Freizeitbranche und in der Gastronomie die für die Geschäftsstelle Lahr prägend ist, nimmt erfreulicherweise wieder zu.
In allen anderen Geschäftsstellen ist die Arbeitslosenzahl im Juli im Vergleich zum Vormonat und Vorjahresmonat gestiegen.
In der Geschäftsstelle Kehl hat sich die Arbeitslosenzahl im Vormonatsvergleich um 48 auf 853 erhöht. Die Geschäftsstelle Achern meldet einen Anstieg auf 636 Personen, 25 arbeitslose Menschen mehr als im Vormonat. In der Geschäftsstelle Hausach ist die Zahl der Arbeitslosen um 17 Personen im Vergleich zum Juni gestiegen. Damit suchen in Hausach derzeit 581 Personen eine Arbeitsstelle. In der Hauptagentur Offenburg hat sich die Arbeitslosenzahl im Vergleich zum Vormonat um 98 auf 1.630 erhöht. Die Geschäftsstelle Oberkirch verzeichnet 429 Menschen ohne Beschäftigung (plus 42 Personen).

Stellensituation

Die Nachfrage nach Arbeitskräften bewegt sich weiterhin auf einem sehr viel niedrigen Niveau als im Vorjahr, und zwar über alle Branchen hinweg. Der Arbeitgeber-Service der Arbeitsagentur Offenburg konnte im Juli 515 neue Arbeitsstellen akquirieren, damit liegt der Stellenzugang um 241 unter dem Niveau des Vorjahreszeitraumes. Aktuell sind 2.744 Stellen in der Ortenau zu besetzen, das sind 1.316 weniger als im Vorjahr. So wurden im Vergleich zum Vorjahr zum Beispiel in der Produktion und Fertigung bis Juli 503 Stellen weniger gemeldet, bei den kaufmännischen Dienstleistungen, Handel, Vertrieb und Tourismus waren es 288 Stellen weniger im Vorjahresvergleich. Im Handwerk und in der Baubranche ist die Nachfrage nach Arbeitskräften unverändert hoch. In den Branchen Metall- und Maschinenbau, Gastronomie sowie in Gesundheit und Pflege werden wieder vereinzelt Stellen gemeldet. Fachkräfte haben weiterhin gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt, wenn sie der Branche gegenüber offen sind.

Kurzarbeit

Im Juli haben 65 Betriebe im Ortenaukreis Kurzarbeit für 1.495 Menschen neu angezeigt und damit deutlich weniger als in den Vormonaten. Seit Beginn der Pandemie haben 4.781 Unternehmen für 71.311 betroffene Arbeitnehmer Kurzarbeit angezeigt. Haben im März und April während des Lockdowns 4.214 Betriebe Kurzarbeit angezeigt waren es in den Monaten Mai, Juni und Juli mit 553 Betriebe bedeutend weniger Anzeigen auf Kurzarbeit. In vielen Wirtschaftsbereichen konnte Kurzarbeit zwischenzeitlich entweder ganz beendet oder aber zumindest ein Teil der Arbeitnehmer wieder beschäftigt werden. Wichtig ist: Es handelt sich hierbei nur um die Anzeigen auf Kurzarbeit, ob diese auch tatsächlich so eintreten wird, kann erst nach Abrechnung des Kurzarbeitergeldes durch den Betrieb ausgewertet werden. Die Betriebe haben für die Abrechnung des Kurzarbeitergeldes drei Monate Zeit.

Ausbildungsstellenmarkt

Das Berufsberatungsjahr beginnt mit dem 1. Oktober 2019 und endet am 30. September 2020. Arbeitgeber im Ortenaukreis haben in den zurückliegenden zehn Monaten seit Beginn des Berufsberatungsjahres 3.051 Berufsausbildungsstellen gemeldet, das sind 10,2 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Im gleichen Zeitraum suchen 2.270 Jugendliche eine Berufsausbildungsstelle, 15 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Aktuell sind noch 1.359 Ausbildungsplätze unbesetzt und noch 593 Bewerberinnen unversorgt. Somit können - zumindest rein rechnerisch - jedem einzelnen Bewerber 2,29 Ausbildungsstellen angeboten werden. Die Agentur für Arbeit appelliert an alle Jugendlichen die noch einen Ausbildungs- oder Studienplatz für diesen Herbst suchen, sich bei der Berufsberatung der Arbeitsagentur zu melden. Es gibt nach wie vor in vielen Berufsfeldern unbesetzte Ausbildungsstellen.
Über Offenburg.Berufsberatung@arbeitsagentur.de können schnell und unkompliziert telefonisch terminierte Beratungen vereinbart werden. Alle Informationen zum Thema Berufsorientierung, Ausbildung und Studium finden Jugendliche gibt es unter https://www.arbeitsagentur.de/vor-ort/offenburg/berufsberatung. Dienstags und donnerstags von 14 bis 16 Uhr sowie mittwochs von 10 bis 12 Uhr ist die Berufsberatung unter 0781/9393668 direkt telefonisch zu erreichen

Autor:

Anne-Marie Glaser aus Offenburg

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