7.586 Menschen im Ortenaukreis ohne Job
Entwicklung des Arbeitsmarktes im Juli 2017

Offenburg (st).  Im Juli ist die Zahl der Arbeitslosen um 149 Personen saisonal bedingt leicht gestiegen: 7.586 Frauen und Männer im Ortenaukreis waren ohne Arbeit. Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen stieg im Vergleich zum Vormonat auf 3,1 Prozent. Die Regionaldirektion in Stuttgart gab für Baden-Württemberg eine Arbeitslosenquote von 3,4 Prozent bekannt.  Unter den 19 Agenturen in Baden-Württemberg belegt Offenburg derzeit zusammen mit Lörrach den fünften Platz.

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung (Rechtskreis SGB III) stieg die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat um 178 auf 3.029. Gegenüber dem Vorjahresmonat reduzierte sich die Zahl der Arbeitslosen um 71 Personen. Die Arbeitslosenquote im Rechtskreis SGB III beträgt 1,2 Prozent.  Im Bereich der Grundsicherung gab es im Juli eine Abnahme zum Vormonat um 29 Personen auf 4.557 Frauen und Männer zu verzeichnen – gegenüber dem Vorjahr reduzierte sich hier die Arbeitslosigkeit um 300 Personen.

„Der saisontypische Anstieg der Arbeitslosigkeit zum Ferien- und Urlaubsbeginn betrifft in erster Linie die Personengruppe der Jugendlichen unter 25 Jahre. Dabei handelt es sich einerseits um junge Menschen, die nach Schul- oder Berufsausbildung eine weiterführende Schule, ein Studium oder eine andere berufliche Tätigkeit anstreben, die oft nicht nahtlos beginnt. Es sind aber auch junge Menschen nach Abschluss einer betrieblichen Ausbildung arbeitslos geworden, die noch eine Anschlussbeschäftigung suchen. Hier bietet sich für Arbeitgeber die Chance, gut ausgebildete Nachwuchskräfte für ihr Unternehmen zu sichern. Die Arbeitslosigkeit wird erfahrungsgemäß in dieser Altersgruppe in den nächsten Monaten deutlich sinken“, sagt Horst Sahrbacher, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Offenburg.  

Im Juli 2017 waren 1.421 Frauen und 1.608 Männer arbeitslos. Im Vergleich zum Vorjahr haben die Männer stärker als die Frauen von der guten Entwicklung profitiert. So hat sich die Arbeitslosigkeit bei den Männern im Vorjahresvergleich um 6,7 Prozent verringert, bei den Frauen dagegen um 3,3 Prozent leicht erhöht.  Bei den Arbeitslosen unter 25 Jahren stieg die Zahl gegenüber dem Vorjahresmonat, um 23,5 Prozent. Aktuell sind 484 Jugendliche arbeitslos gemeldet. Prozentual profitierte die Gruppe der schwerbehinderten Arbeitslosen am stärksten vom Arbeitsmarkt: Aktuell sind 230 Personen arbeitslos gemeldet, 12,9 Prozent weniger als vor einem Jahr. Die Zahl der langzeitarbeitslosen Menschen blieb im Vergleich zum Vorjahr nahezu unverändert auf 343 Personen. Bei den 1.197 arbeitslosen Männer und Frauen, die das 50. Lebensjahr vollendet haben, konnte die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahr um 2,3 Prozent reduziert werden.

Die Arbeitslosenzahl hat sich im Vergleich zum Vorjahr in der Geschäftsstelle Oberkirch um 43 Personen (-17,6 Prozent) auf 201 Personen verringert, in der Geschäftsstelle Achern um 30 Personen (-8,4 Prozent) auf 327. Die Geschäftsstelle Kehl meldet einen Rückgang auf 464 arbeitslose Frauen und Männer, 10 (-2,1 Prozent) weniger als im Juli 2016. Im Vergleich zum Vorjahresmonat blieb die Arbeitslosenzahl in der Geschäftsstelle Hausach mit 266 Personen nahezu unverändert. Auch in der Hauptagentur Offenburg mit 893 arbeitslosen Frauen und Männer und in der Geschäftsstelle Lahr mit 878 arbeitslosen Menschen gab es im Vergleich zum Vorjahresmonat nahezu keine Veränderungen.

Bei der Arbeitsagentur Offenburg und ihren Geschäftsstellen haben sich im Juli 1348 Personen arbeitslos gemeldet. Im gleichen Zeitraum beendeten 1156 Männer und Frauen ihre Arbeitslosigkeit.

Im Juli konnte das Team des Arbeitergeber-Service 894 neue Stellen bei den Firmen der Region akquirieren. Seit Jahresbeginn wurden bereits 6.624 Stellenangebote aufgenommen. Derzeit sind 3.842 Arbeitsstellen in der Ortenau zu besetzen. Ein deutliches Plus von 23,1 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres. Unternehmen suchen vor allem Fachkräfte. In vielen Branchen sind allerdings deutlich weniger qualifizierte Fachkräfte arbeitslos gemeldet als Arbeitgeber solche Kräfte nachfragen; dies betrifft zum Beispiel Berufe in der Pflege, im Hotel- und Gaststättenbereich und in fast allen Handwerksberufen.  Der Arbeitgeber-Service der Arbeitsagentur Offenburg berät Unternehmen immer häufiger, wie sie trotz geringer Bewerberzahlen passende Kandidaten finden können. Gute Erfahrungen haben einige Ortenauer Arbeitgeber damit gemacht, Mitarbeiter, die als Helfer arbeiten, zu Fachkräften zu qualifizieren. Außerdem können lebenserfahrene Bewerber ebenso eine Alternative sein wie Frauen und Männer, die nach längerer Familienpause wieder eine Stelle suchen.

Autor:

Anne-Marie Glaser aus Offenburg

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