Zukunft der katholischen Kirche
Gemeindeleben wird stärker zur Sache der Laien

Die Türen stehen den Gläubigen stets offen – auch wenn im Zuge des Projektes Kirche 2030 die Pfarreien im Erzbistum Freiburg deutlich größer werden.  | Foto: Anne-Marie Glaser
  • Die Türen stehen den Gläubigen stets offen – auch wenn im Zuge des Projektes Kirche 2030 die Pfarreien im Erzbistum Freiburg deutlich größer werden.
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Achern  (gro) Die katholische Kirche befindet sich im Wandel – auch in der Ortenau. In allen Dekanten laufen die Vorbereitungen zum Projekt Kirche 2030, das Erzbischof Stephan Burger bereits im Jahr 2019 angestoßen hat. Damit soll auf die Herausforderungen des gesellschaftlichen Wandels, aber auch der Demografie reagiert werden. Denn die Zahl der Gläubigen sinkt ebenso wie die der Mitarbeiter.

Größere Einheiten

"Eine große Anzahl von Pfarreien wird zu einer einzigen zusammengelegt", schildert Dekan Georg Schmitt den Prozess. Für das Dekanat Achern-Renchtal bedeutet dies beispielsweise, dass die rund 50.000 Katholiken aus 31 Pfarrgemeinden künftig zu einer Pfarrei gehören werden. "Das Gebiet reicht von Bad Griesbach bis Memprechtshofen und von Sasbach bis Appenweier", so Schmitt. "Für die neue Pfarrei wird es einen leitenden Pfarrer geben. Als Leiter des Seelsorgeteams ist er der Vorgesetzte der mitarbeitenden Priester, Referenten sowie der Mitarbeiter. Hinzu kommt eine kaufmännische Geschäftsführung", beschreibt Schmitt den künftigen Aufbau. Der Prozess hat schon begonnen. Die Vollversammlung der Pfarrgemeinde- und Stiftungsräte der neuen Pfarrei hat getagt und schlägt vor, dass die Pfarrgemeinde St. Cyriak Oberkirch, der Sitz der Verwaltung Achern und der Name Römisch-Katholische Pfarrei Achern-Renchtal sein soll.

Angesichts der Größe der neuen Pfarreien komme den Laien eine besondere Bedeutung zu. "Nicht nur die Hauptamtlichen machen die Kirche aus, sondern auch die Gruppen und Kreise, die in ihr zusammenkommen", stellt Schmitt fest. So werde ein neues Gremium geschaffen: das Gemeindeteam. Darin engagierten sich gläubige Katholiken vor Ort. "Fast so wie heute der Pfarrgemeinderat", erklärt der Dekan. Sie würden geistige Impulse geben, die Gottesdienste und andere Angebote organisieren. "Die Ehrenamtlichen sollen das Gemeindeleben mittragen", erklärt Georg Schmitt. So gebe es auch andere Formate als die klassische Eucharistiefeier. "Ich denke zum Beispiel an Wortgottesdienste, die auch Laien halten können. Diese Formate wollen wir weiter ausbauen. Es ist immer möglich, dass Menschen zusammenfinden."

Die Hauptamtlichen dienten im Wesentlichen als Multiplikatoren. "Sie gehen in die lokalen Gruppierungen und unterstützen die Gemeindearbeit", macht der Dekan deutlich. Für alle seelsorgerischen Anliegen seien die Priester zuständig. Damit reagiert das Erzbistum Freiburg auf die gesellschaftlichen und demografischen Veränderungen. Die bestehenden Seelsorgeeinheiten werden in größeren Einheiten zusammengefasst. Am 1. Januar 2026 wird es im gesamten Bereich des Bistums noch 36 sogenannte neue Pfarreien geben.

Das passiert in der Ortenau:

  • Die Pfarrei Offenburg besteht aus 31 Gemeinden und rund 64.000 Katholiken. Ihr gehören die bisherigen Seelsorgeeinheiten Hanauerland, Kehl, Offenburg, St. Ursula, Schutterwald-Hohberg-Neuried, Vorderes Kinzigtal und St. Pirmin an.
  • 27 Gemeinden und 45.000 Katholiken umfasst die Pfarrei Lahr. Es handelt sich um die Seelsorgeeinheiten An der Schutter, Ettenheim, Friesenheim, Kippenheim und Rust.
  • Zur Pfarrei Kinzigtal gehören 22 Gemeinden und 35.000 Katholiken. Sie besteht aus den Seelsorgeeinheiten An Wolf und Kinzig, Haslach, Hausach-Hornberg, Kloster Wittlich, Oberes Kinzigtal und Zell am Harmersbach.
  • In der Pfarrei Achern-Renchtal leben in 31 Gemeinden rund 50.000 Katholiken. Sie umfasst die Seelsorgeeinheiten Achern, Achertal-St. Nikolaus, Lauf-Sasbachtal, Oberes Renchtal, Oberkirch und Renchen sowie die Pfarreien Appenweier, Nesselried und Urloffen.

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