Theologin über Bedeutung von Christi Himmelfahrt
Das verbindende Element von Ostern und Pfingsten

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Ortenau. Christi Himmelfahrt, der morgige Feiertag, wird am 40. Tag der Osterzeit, also 39 Tage nach dem Ostersonntag gefeiert. In der Apostelgeschichte findet sich diese Zeitangabe, während der sich der Auferstandene zuvor seinen Jüngern gezeigt habe. Neben der kirchlichen Bedeutung wird der Feiertag auch als Vatertag bezeichnet. Diese Form ist laut Wikipedia Ende des 19. Jahrhunderts in Berlin und Umgebung entstanden und erfreut sich seitdem vor allem bei Männern großer Beliebtheit. Rembert Graf Kerssenbrock sprach dazu mit der Theologin Sonja Lang, sie ist Pastoralreferentin der katholischen Kirchengemeinde Vorderes Kinzigtal St. Pirmin.

Welche Bedeutung hat Christi Himmelfahrt im Kirchenjahr?
Christi Himmelfahrt ist im Kirchenjahr das Verbindungselement zwischen Ostern und Pfingsten. An Ostern und in den 50 Tagen bis Pfingsten feiert die Kirche, dass Jesus auferstanden ist und sich den Jüngern gezeigt hat. Die Jünger haben die Erfahrung gemacht, Jesus ist weiterhin bei uns. Gleichzeitig war klar, sein Platz ist bei Gott. Er hat nicht mehr die menschliche Gestalt wie vor Ostern. Und das bringt das Fest Christi Himmelfahrt zum Ausdruck: Jesus lebt jetzt bei Gott. Die Bibel beschreibt das in dem Bild, dass Jesus vor den Augen der Jünger wie mit einer Wolke in den Himmel auffährt.

Gibt es zu diesem speziellen Feiertag besondere Traditionen in der Region wie Prozessionen oder ähnliches?
In manchen Gegenden gibt es die Tradition, dass während des Gottesdienstes eine Figur des auferstandenen Jesu in der Kirche hinaufgezogen wird. Oft gibt es dann in der Decke eine Öffnung, in der die Figur dann verschwindet. Hier in der Region sind aber vor allem die sogenannten Flurprozessionen mit dem Fest Christi Himmelfahrt verbunden. Meist geht man nach dem Gottesdienst in einer Prozession, die durch Gesänge und Gebete begleitet werden, durch den Ort oder die Felder, um sie zu segnen und um eine gute Ernte zu bitten.

Der Feiertag wird im Volksmund immer häufiger zum Vatertag. Stört Sie diese Bezeichnung oder lassen sich Kirchliches und Weltliches an diesem Tag für Sie verbinden?
Vielleicht haben sich die Vatertagsausflüge sogar aus der Tradition der Flurprozessionen entwickelt. Man ist in der Natur unterwegs. Persönlich finde ich es schön, dass es nicht nur einen ausgewiesenen Mutter-, sondern auch einen Vatertag gibt. Beide Elternteile sind wichtig und tragen Verantwortung – das darf in unserer Gesellschaft gewürdigt werden. Allerdings tue ich mich schwer mit der Kommerzialisierung und Folklorisierung dieser beiden Tage. Wenn Familien den Feiertag nutzen, um gemeinsam etwas zu unternehmen, finde ich das ein schönes Zeichen und auch im Sinne des christlichen Ursprungs des Feiertags. Dies gilt auch, wenn Freunde miteinander losziehen. Wenn es allerdings nur darum geht, möglichst viel Alkohol zu konsumieren, kann ich dahinter keinen Sinn erkennen.

Können immer weniger Menschen etwas mit dem Feiertag anfangen?
Für mich bleibt das Fest Christi Himmelfahrt ganz klar an erster Stelle. Aber ich kann verstehen, dass Menschen, die mit der christlichen Tradition nichts mehr anfangen können, den Feiertag anders besetzen. Das führt aber schnell zu der grundsätzlichen Frage, wie christlich ist unser christliches Abendland aktuell tatsächlich noch? Man muss doch feststellen, dass man sich überlegen müsste, was mit dem Vatertag passiert, wenn der staatliche Feiertag wegfallen würde. Soweit sind wir – Gott sei Dank – noch nicht in Deutschland.

Wie begehen Sie persönlich diesen Tag?
Dieses Jahr mache ich mich an Christi Himmelfahrt auf den Weg zum Katholikentag im westfälischen Münster. Erstens bin ich dort in einem Programmpunkt selber aktiv beteiligt und zweitens nutze ich die Chance, etwas von dem bunten Programm, den Diskussionen und Foren zum Thema „Suche Frieden“ mitzubekommen. Und die Stadt Münster lockt mich.

Pastoralreferentin Sonja Lang
Autor:

Rembert Graf Kerssenbrock aus Kehl

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