Regina Geppert
Frauen holen im Beruf und bei der Qualifikation auf
- Regina Geppert
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Offenburg Wie hat sich die Stellung der Frau in den vergangenen Jahrzehnten verändert? Aus Anlass des heutigen Weltfrauentags beleuchtet die ehemalige Offenburger Gleichstellungsbeauftragte Regina Geppert die Situation.
Während Frauen langsam, aber sicher in den Bereichen Beruf, Finanzen und Qualifikation aufholen, ist die Situation mit Blick auf Gewalt gegen Frauen nach Einschätzung von Regina Geppert immer noch schwierig.
Unterstützung
So gebe es mehr und bessere Unterstützungsangebote für die Betroffenen. "Da hat sich in den vergangenen Jahren sehr viel getan", lobt sie lokalen Akteure. Diese seien gut miteinander vernetzt und würden Hand in Hand arbeiten. Das gebe den betroffenen Frauen die Chance, aus der Gewaltspirale auszubrechen. Doch Regina Geppert sieht Handlungsbedarfe, vor allem in einem Bereich: "Kinder, die häusliche Gewalt erlebt haben, müssen diese verarbeiten. Sie tragen die Muster – sowohl als potentieller Täter als auch als potentielles Opfer – in sich. Sie müssen andere Konfliktlösungen als Gewalt lernen, ebenso muss die Täterarbeit finanziert werden, damit die Zahlen tatsächlich nach unten gehen", plädiert sie für noch mehr Unterstützung.
"Frauenrechte sind Menschenrechte", betont Regina Geppert. Sie seien nicht teilbar. "Wenn Frauen in unserer Gesellschaft als ebenbürtig angesehen würden, dann hätten wir ein anderes Miteinander", ist sie sich sicher. Deshalb setzt sie sich dafür ein, Frauen in der Prostitution stärker zu schützen und die Nutzer zu bestrafen. Freier sollen sich, dem skandinavischen Modell folgend, strafbar machen, wenn sie Prostituierte kaufen. "Es gibt kaum freiwillige Prostitution", gibt sie zu bedenken und ergänzt: "Sexarbeit ist keine Arbeit wie jede andere. Während alle anderen ihre Arbeitskraft verkaufen, verkaufen diese Frauen ihren Körper." Ein Feld, das aus Sicht der ehemaligen Gleichstellungsbeauftragten stärker in den Fokus genommen werden sollte, ist die Gesundheit: "Langsam setzt sich die Erkenntnis durch, dass geschlechtssensible Medizin notwendig ist."
Differenzierte Gesundheit
Dabei denkt Regina Geppert, lange Jahre Patin der Offenburger Frauengesundheitstage, nicht nur an Frauen. "Jeder weiß heute, dass ein Herzinfarkt bei einer Frau andere Symptome auslöst als bei einem Mann", so Geppert. Auch Krebsmedikamente würden im weiblichen Organismus anders wirken als im männlichen. "Das Bewusstsein dafür, setzt sich langsam durch," freut sie sich auch über kleine Schritte. Aber es gebe bei Männern Krankheiten, die nicht entdeckt würden, weil sie nicht typisch für das Geschlecht seien oder nicht dem Bild des starken Mannes entsprächen. "Das muss sich ändern, daran sollten Medizin und Forschung mehr arbeiten."
Geradezu kämpferisch wird sie, wenn es um die Frage geht, wer über Verhütung oder sogar eine Abtreibung zu entscheiden habe. "Frauen sollten selbst über ihren Körper entscheiden können", bezieht sie entschieden Position.







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