Eine Frage, Frau Dinger
Woher kommen plötzlich so viele Marienkäfer?

Anita Dinger

Anita DingerFoto: LRA Sie sind derzeit in Schwärmen unterwegs und bevölkern zu Unzähligen die Hauswände: Marienkäfer. Was es damit auf sich hat, erklärt Anita Dinger, Leiterin des Amts für Umweltschutz im Landratsamt Ortenaukreis, im Gespräch mit Daniela Santo.

Auf Suche nach einem Quartier

Woher kommen plötzlich die vielen Marienkäfer an unseren Hauswänden?
Hierbei handelt es sich um ein natürliches Phänomen. Wie viele andere Insektenarten zieht es Marienkäfer derzeit auf der Suche nach einem Überwinterungsquartier an Hauswände. Die Insekten nutzen hierzu die letzten warmen Tage. Zur Überwinterung sind sie auf der Suche nach Hohlräumen wie Mauerritzen oder Dachsparren am Gebäude und werden von ähnlichen Farben und Oberflächen angezogen, weshalb sie oft in Massen auftreten.

Sind das einheimische Käfer?
Bei Massenansammlungen, also hunderte oder tausende Tiere, welche regional sehr unterschiedlich zu beobachten sind, handelt es sich meist um Asiatische Marienkäfer (Harmonia axyridis). Die Art kommt in Deutschland mittlerweile zunehmend vor. Die Marienkäferart wurde vermutlich im Rahmen der biologischen Schädlingsbekämpfung nach Europa eingeschleppt. Die Tiere kommen in der gesamten Vegetationsperiode vor, jetzt werden sie aufgrund des voranschreitenden Jahres jedoch meist erst sichtbar. Der Europäische Marienkäfer ist in Deutschland nur noch selten anzutreffen. Er wird zunehmend von der asiatischen Art verdrängt, die wesentlich resistenter gegen Viren und Krankheiten sowie anspruchsloser bei der Nahrungswahl ist.

Wie kann man sie vertreiben oder muss man sie sogar vertreiben?
Ein Vertreiben der Tiere von der Hauswand ist nicht erforderlich. Marienkäfer sind nicht gefährlich oder schädlich und können auch nicht stechen. Es kann vorkommen, dass einzelne Tiere versuchen, ins Haus zu gelangen. Dies kann mittels Fliegengittern verhindert werden. Sollten sich dennoch einzelne Tiere in die Wohnung verirren, können diese vorsichtig mit einem Glas oder Handfeger wieder nach draußen befördert werden.

Richten die Käfer irgendwelchen Schaden an oder sind es Nützlinge?
Der Marienkäfer hat einen großen Anteil an der natürlichen Schädlingsbekämpfung: Sowohl als Larve als auch als ausgewachsener Käfer ernährt er sich von Blattläusen. Damit gehört der Marienkäfer ganz klar zu den Nützlingen.

Autor:

Anne-Marie Glaser aus Offenburg

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