Deutsche Glasfaser zieht sich zurück
Ausbau in Renchen neu aufgestellt

Foto: Symbolfoto: gro

Renchen (st) Die Deutsche Glasfaser wird den angekündigten eigenwirtschaftlichen Glasfaserausbau in Renchen nicht weiterverfolgen. Die Stadt Renchen hat erst im September 2026 Kenntnis davon erhalten und möchte die Bürger nun über die veränderte Situation und die nächsten Schritte informieren, heißt es in einer Pressemitteilung der Breitband Ortenau.

„Dass wir erst im September über den Rückzug der Deutschen Glasfaser aus den bisherigen Ausbauplänen informiert wurden, ist für uns sehr enttäuschend. Die Stadt hat den Glasfaserausbau über einen langen Zeitraum unterstützt und begleitet. Gerade deshalb hätten wir uns eine frühzeitigere und verlässliche Kommunikation gewünscht. Jetzt ist entscheidend, dass wir nach vorne schauen und für Renchen eine tragfähige Lösung schaffen“, so Bürgermeisterin Stephanie Bartsch.

Neue Perspektive durch die Breitband Ortenau

Mit der veränderten Situation eröffnet sich zugleich eine neue Perspektive für den Glasfaserausbau in Renchen. Die Breitband Ortenau GmbH & Co. KG (BOKG) soll den geförderten Ausbau der bislang unterversorgten Bereiche übernehmen. Die BOKG ist eine kommunale Gesellschaft des Ortenaukreises und treibt den Glasfaserausbau in der Region voran.

Für Renchen liegt bereits ein Förderbescheid für den geförderten Glasfaserausbau vor. Aufgrund der veränderten Ausgangslage soll dieser nun an die neue Versorgungssituation angepasst werden. Nach den derzeitigen Planungen könnte der geförderte Ausbau dadurch deutlich umfassender erfolgen als ursprünglich vorgesehen.

Damit verändert sich auch die finanzielle Beteiligung der Stadt Renchen. Beim geförderten Breitbandausbau trägt die Stadt einen kommunalen Eigenanteil von zehn Prozent. Ursprünglich war man davon ausgegangen, dass sich dieser Eigenanteil im mittleren sechsstelligen Bereich bewegen würde. Durch den Rückzug der Deutschen Glasfaser soll der geförderte Ausbau nun deutlich umfassender erfolgen. Nach der aktuellen Kalkulation erhöht sich der kommunale Eigenanteil der Stadt Renchen dadurch auf rund 1,9 Millionen Euro. Dem stehen künftig Einnahmen aus der Verpachtung der von der Stadt errichteten Glasfaserinfrastruktur an einen Netzbetreiber gegenüber.

Wie geht es weiter?

Über das weitere Vorgehen wird der Gemeinderat der Stadt Renchen in seiner Sitzung am 19. Oktober 2026 beraten. Dabei geht es insbesondere um die weitere Umsetzung des geförderten Glasfaserausbaus und die Anpassung der bisherigen Planung an die veränderte Situation. Die BOKG soll dem Gemeinderat die vorgesehenen Planungen und die nächsten Schritte vorstellen. Auch die aktuelle Kalkulation und die finanziellen Auswirkungen des veränderten Ausbauumfangs werden in diesem Zusammenhang erläutert.

Die Stadt Renchen wird die Bürger über die weiteren Entscheidungen und die nächsten konkreten Schritte informieren.

Bauamtsleiter Peter Pfeifer blickt dabei auch auf die vergangenen Jahre zurück: „Wir haben immer wieder versucht, mit der Deutschen Glasfaser ins Gespräch zu kommen und den Ausbau voranzubringen. Als direkter Ansprechpartner für die Bürger war hierbei Friedrich Urbanek unermüdlich im Einsatz. Trotz der angebotenen Unterstützung durch die Stadt waren konkrete Informationen zum weiteren Vorgehen und eine verlässliche zeitliche Perspektive nicht zu bekommen. Jetzt haben wir Klarheit, dass es in der bisherigen Konstellation nicht weitergehen wird. Diese Situation wollen wir nutzen, um gemeinsam mit der Breitband Ortenau den Glasfaserausbau in Renchen verlässlich und nachhaltig voranzubringen.“

Für die Stadt Renchen steht damit trotz der enttäuschenden Entwicklung der Blick nach vorne im Mittelpunkt. Ziel bleibt es, eine leistungsfähige digitale Infrastruktur für die Bürger sowie für die Unternehmen in Renchen zu schaffen.

„Jetzt kommt es darauf an, die neue Perspektive zu nutzen und die nächsten Schritte gemeinsam zügig und verlässlich anzugehen“, so Bürgermeisterin Stephanie Bartsch abschließend.

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