Integriertes Rheinprogramm
Hochwasserrückhalteraum Elzmündung ist fertig

Eintrag ins Goldene Buch der Gemeinde Schwanau: Umweltministerin Thekla Walter (v. l.), Regierungspräsident Carsten Gabbert und Bürgermeister Marco Gutmann | Foto: Regierungspräsidium Freiburg
  • Eintrag ins Goldene Buch der Gemeinde Schwanau: Umweltministerin Thekla Walter (v. l.), Regierungspräsident Carsten Gabbert und Bürgermeister Marco Gutmann
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Schwanau (st) Am vergangenen Samstag, 4. Juli, wurde der Hochwasserrückhalteraum Elzmündung im Beisein von Landesumweltministerin Thekla Walker, Regierungspräsident Carsten Gabbert und weiteren geladenen Gästen offiziell eingeweiht. Die Feierlichkeiten fanden in der neuen Steuerzentrale am Hauptwehr Gerstheim in Schwanau-Nonnenweier statt. Die bauliche Fertigstellung des Rückhalteraumes ist ein wichtiger Meilenstein für den Hochwasserschutz am Oberrhein und die Umsetzung des Integrierten Rheinprogramms. Im Jahr 2015 hatte der Spatenstich am heutigen Einlassbauwerk auf rechtsrheinischem Gebiet der französischen Gemeinde Rhinau stattgefunden, so das Regierungspräsidium Freiburg in einer Pressemitteilung.

Bedeutendste Hochwasserschutzmaßnahme des Landes

"Das integrierte Rheinprogramm ist die bedeutendste Hochwasserschutzmaßnahme des Landes. Die Fertigstellung des Rückhalteraums Elzmündung zeigt, dass wir Schritt für Schritt die vereinbarten Rückhalteräume realisieren und damit den Schutz für die Bürger am Rhein mit den Ballungszentren Karlsruhe, Mannheim und Ludwigshafen verbessern. Damit setzen wir den Hochwasserschutz, der mit Frankreich bereits 1982 vereinbart wurde, konsequent fort. Gleichzeitig gelingt uns dadurch auch die Reaktivierung und Entwicklung der ehemaligen Rheinauen“, betont Umweltministerin Thekla Walker bei einem Gespräch mit den beteiligten Projektpartnern.

Regierungspräsident Carsten Gabbert ergänzte: "Die Realisierung eines solchen Rückhalteraumes ist umfangreich und hoch komplex. Trotz vieler Differenzen und langjährigem Klageverfahren, gab es während der Bauphase eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den betroffenen Gemeinden Schwanau, Kappel-Grafenhausen und Rhinau mit vielen konstruktiven Abstimmungen." Er unterstrich die Bedeutung der Zusammenarbeit mit den französischen und deutschen Anliegergemeinden und dankte allen Beteiligten und insbesondere den Bürgern für Ihre Geduld während der Bauarbeiten.

Während der Veranstaltung hatten die Besucher die Gelegenheit, die neue Steuerzentrale zu besichtigen und sich am ExtremWasserMobil der Klima- und Energieagentur Baden-Württemberg über die Wirkung von Hochwasserschutzmaßnahmen zu informieren. Zudem gab es eine naturkundliche Führung über den Elzpfad, der in einem Kooperationsprojekt zwischen dem forstlichen Ausbildungszentrum Mattenhof, der Gemeinde Schwanau und dem Regierungspräsidium Freiburg neugestaltet wurde. Die Veranstaltung wurde von den Landfrauen Ottenheim und der SG Nonnenweier/Allmansweier bewirtet, und der Akkordeon-Club Ottenheim sorgte für musikalische Unterhaltung.

Das Integrierte Rheinprogramm (IRP) ist ein Vorhaben des Landes Baden-Württemberg, das auf ehemaligen Überflutungsflächen zwischen Basel und Mannheim insgesamt 13 Hochwasserrückhalteräume umfasst. Mit dem Bau des Rückhalteraumes Elzmündung können nach Fertigstellung bis zu 5,3 Millionen Kubikmeter Wasser auf einer Fläche von 469 Hektar zurückgehalten werden und so zum Hochwasserschutz für die Rheinunterlieger beitragen. Mit Einsatzbereitschaft des Rückhalteraumes werden rund 50,1 Prozent des im IRP zum Hochwasserschutz erforderlichen Gesamtvolumens von 164,2 Millionen Kubikmeter erreicht. Die Finanzierung des IRP erfolgt durch Landes- und Bundesmittel.

Das Landratsamt Ortenaukreis hatte im Jahr 2007 den Planfeststellungsbeschluss erlassen, der nach einem langjährigen Klageverfahren in dritter Gerichtsinstanz im Jahr 2014 bestätigt wurde. Seit dem Spatenstich 2015 wurden zahlreiche Einzelmaßnahmen umgesetzt, u.a. die Sanierung der Hochwasserdämme VI und VII, ein neues Einlassbauwerk mit Fischaufstieg im Süden, sowie Auslassbauwerke im Norden des Rückhalteraumes wurden gebaut. Darüber hinaus zum Schutz vor Grundwasseranstiegen Schutzbrunnen in Kappel, Wittenweier und Nonnenweier. Eine der größten Baumaßnahmen war der Umbau des Wittenweierer Faschinats, damit das historische Bauwerk den größeren Strömungen standhält und für Fische und andere Gewässerlebewesen durchwanderbar wird. Kleinere Restarbeiten stehen noch voraussichtlich bis Ende des Jahres an.

Am Hauptwehr Gerstheim entstand mit der neuen Steuerzentrale das Herzstück des Rückhalteraumes, in der zukünftig auch nach seiner Fertigstellung der Rückhalteraum Ichenheim/Meißenheim/Ottenheim gesteuert werden kann. In der Steuerzentrale wird nicht nur der Betrieb des Rückhalteraumes gesteuert, hier ist auch der Sitz der Wasserbauarbeiterkolonne, die alle technischen Anlagen einsatzbereit hält und sich zudem mit Pflegemaßnahmen auch um die Natur im Rückhalteraum kümmert.

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