Expertenrunde diskutierte am Mummelsee
Wald steckt in Krise

Vertreter der Waldgenossenschaften, Bürgermeister, Ortsvorsteher und Waldbesitzer thematisieren mit dem Landtagsabgeordneten Willi Stächele (4. v. l.) und dem Landesforstpräsidenten Max Reger (4. v. r.) am Mummelsee die neuartigen Waldschäden
  • Vertreter der Waldgenossenschaften, Bürgermeister, Ortsvorsteher und Waldbesitzer thematisieren mit dem Landtagsabgeordneten Willi Stächele (4. v. l.) und dem Landesforstpräsidenten Max Reger (4. v. r.) am Mummelsee die neuartigen Waldschäden
  • Foto: Jürgen Tille-Koch
  • hochgeladen von Sören Marweg

Seebach (jtk). „Wir leben mitten im Klimawandel und keiner kann diese Situation leugnen“, sagt Landesforstpräsident Max Reger als Teilnehmer einer Diskussionsrunde über die Probleme des Waldes. Dazu haben sich Vertreter der Waldgenossenschaften, Bürgermeister, Ortsvorsteher und Waldbesitzer des Einzugsgebietes Seebach mit dem Landtagsabgeordneten Willi Stächele (CDU) am Mummelsee eingefunden.

Bäume leiden

Die Bäume leiden seit zwei Jahren durch zu hohe Temperaturen und zu wenig Niederschläge unter Trockenheit und sterben ab. Inzwischen sind alle Baumarten betroffen. Pilze, Borkenkäfer und Mistel sorgen für große Schäden, die sich auch bei der Buche zeigen und sich mit großer Vehemenz ausweiten. „Ich glaube nicht, dass wir zu wenig Geld zur Verfügung stellen“, sagte Reger. 547 Millionen Euro werden den Ländern vom Bund zur Verfügung gestellt und jeweils mit Landesmitteln ergänzt. Für jeden Festmeter gebe es für die Waldbesitzer eine Aufarbeitungssumme, wobei neun Millionen für die Waldarbeiter und eine Million für die Forschung geplant seien.

Früherkennung wichtig

Die Waldbesitzer der Runde formulierten deutlich ihre Vorschläge, die gleichzeitig ihre Sorgen und Nöten zeigten. Das Wichtigste sei die Früherkennung von Borkenkäfern durch erhöhten Personalaufwand. Vermehrte Anschaffung von Schälmaschinen stehe dem vieldiskutierten Spritzen von Giften entgegen. Max Reger bestätigte, dass zum ersten Mal seit Jahren bienenunschädliche Pflanzenschutzmittel eingesetzt würden, um eine ungebremste Vermehrung der Borkenkäfer zu verhindern. Alfons Schnurr aus Seebach bemängelte, dass durch finanziell unterstützte Nachpflanzung von Bäumen nicht an die Ursache herangegangen werde und stellte die Frage: „Was nützt es, wenn in einem Gebiet der Schaden nicht behoben und trotzdem nachgepflanzt wird?“ Bemängelt wurde der hohe bürokratische Aufwand durch das Ausfüllen von Formularen als Arbeitsnachweis für die Auszahlung der vorhandenen Finanzmittel. Ein Ansprechpartner und Berater vor Ort könne gleichzeitig dafür sorgen, dass die Gelder an die tatsächlich Betroffenen gezahlt würden.

Komplexe Situation

Willi Stächele erwähnte in diesem Zusammenhang den Zertifikatehandel und die CO2-Bepreisung als wichtige Stellschrauben und bemerkt: „Wir können diese komplexe Situation allerdings nur global angehen.“ Ebenfalls thematisiert wurden Vorschläge zur Liquiditätsförderung, zu Aufforstungsprämien und eine mögliche Reduzierung der Beiträge zur Berufsgenossenschaft, von der jeder Waldbesitzer profitieren soll. Ausgleichszuschläge für diejenigen, die den Wald erhalten, wurden ebenfalls angesprochen. Von diesen Punkten seien einige schon in der aktuellen politischen Diskussion, bestätigt Reger. "Waldbewirtschaftung ist gelebte Nachhaltigkeit und trägt dazu bei, dass es uns allen jetzt und in Zukunft gut geht.“

Klare Regeln für Wölfe

Die aktuelle Tatsache, dass der Wolf in Deutschland zunehmend Territorium erobert, stand am Ende dieser ebenso spannenden wie wichtigen Diskussionsrunde. Der Wolf sei in der Region zwar noch nicht da, mit dem Blick nach vorne würden aber klare Regeln benötigt, betonte Reger: „Das könnte auch das Abschießen von Problemwölfen beinhalten“.
Stächele machte klar, dass sicherlich nicht alles eins zu eins umgesetzt werden könne, aber solche Gespräche sehr wichtig seien. Reger versprach: „Ich werde Ihre Vorschläge mit in die politische Diskussion nehmen!“

Autor:

Sören Marweg aus Lahr

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