Glasfaserausbau in Zell a.H.
Erweiterung des geförderten Ausbaus
Zell am Harmersbach (st) Der Glasfaserausbau in Zell am Harmersbach wird weiter vorangetrieben: Der Gemeinderat hat in seiner Sitzung beschlossen, 82 zusätzliche Adressen in die zweite Phase des staatlich geförderten Breitbandausbaus aufzunehmen. Damit folgt das Gremium einer Empfehlung der Breitband Ortenau GmbH & Co. KG, die den Ausbau in der Region koordiniert. Hintergrund ist die Entscheidung des Telekommunikationsunternehmens Unsere Grüne Glasfaser (UGG), insgesamt 430 ursprünglich für den eigenwirtschaftlichen Ausbau vorgesehene Adressen in Zell am Harmersbach nicht mehr auf eigene Kosten zu erschließen. Die Breitband Ortenau hatte daraufhin sämtliche betroffenen Adressen hinsichtlich ihrer bestehenden Versorgung und Förderfähigkeit überprüft. Für die nun zusätzlich berücksichtigten Gebäude soll im Rahmen des geförderten Ausbaus in den Außenlagen bis 2028 die Voraussetzung für schnelles Internet geschaffen werden, heißt es in der Pressemitteilung.
Wichtige Grundlage
„Mit der Entscheidung des Gemeinderats haben wir eine wichtige Grundlage geschaffen, um auch die bislang noch nicht ausreichend versorgten Adressen in Zell am Harmersbach beim Glasfaserausbau zu berücksichtigen“, erklärt, Maximilian Fritz, stellvertretender Geschäftsführer der Breitband Ortenau. „Nachdem die UGG ihre ursprünglichen Ausbauzusagen teilweise zurückgenommen hatte, haben wir die betroffenen Adressen einzeln geprüft und nach Möglichkeiten gesucht, diese in unsere bestehende Ausbauplanung zu integrieren. Mit der Aufnahme der zusätzlichen Adressen in die zweite Förderphase können wir nun die nächsten Schritte vorbereiten.“ Von den insgesamt 430 Adressen, für die die UGG ihre Ausbauabsichten zurückgezogen hatte, scheiden nach Prüfung durch die Breitband Ortenau 253 aufgrund einer bereits ausreichenden Internetversorgung aus der staatlichen Förderung aus. Weitere 67 Adressen gelten als sogenannte „Homes Passed“, da sie bereits durch Glasfasertrassen der UGG erschlossen sind und damit die vorgelagerte Infrastruktur für einen Anschluss vorhanden ist. Weitere 25 Adressen sind aus unterschiedlichen Gründen nicht ausbaurelevant, etwa weil es sich nicht um Wohngebäude handelt. Für die verbleibenden 82 grundsätzlich förderfähigen Adressen hat die Breitband Ortenau bereits erste Trassen- und Kostenbetrachtungen durchgeführt und die Einbindung in den geförderten Ausbau der Außenlagen vorbereitet. Wie in vielen Gemeinden der Ortenau kommt auch in Zell am Harmersbach das hybride Ausbaumodell zum Tragen, das unter dem Projektnamen GiGa | Ortenau bekannt ist. Dabei werden staatlich geförderter und eigenwirtschaftlicher Ausbau passgenau miteinander kombiniert. Während die Breitband Ortenau insbesondere die schwer zugänglichen und bislang unterversorgten Außenlagen mit Unterstützung von Bund und Land erschließt, übernehmen private Telekommunikationsunternehmen den Ausbau in den wirtschaftlich attraktiveren Innenbereichen auf eigene Kosten.
Unabhängig von der Rücknahme einzelner Ausbauzusagen hält die UGG am eigenwirtschaftlichen Glasfaserausbau für weitere 1.767 Adressen in Zell am Harmersbach fest. Nach Angaben des Unternehmens sollen die zwischenzeitlich unterbrochenen Arbeiten dort Ende Oktober wieder aufgenommen werden. Der staatlich geförderte Ausbau der zusätzlich aufgenommenen Adressen wird parallel dazu durch die Breitband Ortenau vorbereitet.
Gründe für die Dauer
„Wir hätten uns wohl alle einen deutlich schnelleren Breitbandausbau gewünscht. Die Gründe sind vielschichtig, weshalb die Arbeiten länger dauern, als das ursprünglich zugesagt und geplant war“, sagt Bürgermeister Günter Pfundstein. Auf den eigenwirtschaftlichen Ausbau habe die Kommune aber letztlich keinen Einfluss. Für den geförderten Ausbau habe man im Ortenaukreis die Breitband Ortenau GmbH (BOKG) gegründet. Wegen der Abmeldung von Adressen durch die UGG hätten zahlreiche Umplanungen vorgenommen werden müssen, was für die BOKG eine zusätzliche Herausforderung sei. Bürgermeister Pfundstein bedauert auch die schleppende Bereitschaft der potenziellen Kunden für einen Breitbandanschluss. Im Durchschnitt entschieden sich nur 27 Prozent dafür. Dennoch blickt Bürgermeister Günter Pfundstein zuversichtlich in die Zukunft und hofft, dass der Glasfaserausbau noch „deutlich vor dem Ende dieser Dekade erfolgreich zum Abschluss gebracht werden kann“. Für die zweite Phase des geförderten Breitbandausbaus in Zell am Harmersbach sind die erforderlichen Planungs-, Vergabe- und Bauleistungen im Zeitraum von 2026 bis 2028 vorgesehen. Nach derzeitiger Zeitplanung sollen die Internetdienste im Jahr 2028 bereitgestellt werden können. Der genaue Zeitpunkt hängt vom weiteren Verlauf der Planungs- und Bauarbeiten ab. „Unser Ziel ist es, gemeinsam mit den Kommunen möglichst viele Haushalte und Unternehmen in der Ortenau mit leistungsfähigen Glasfaseranschlüssen zu versorgen“, sagt Maximilian Fritz, stellvertretender Geschäftsführer der Breitband Ortenau und Teamleiter Projektmanagement. „Gerade dort, wo sich die Rahmenbedingungen für den eigenwirtschaftlichen Ausbau verändern, ist es wichtig, die Ausbauplanung entsprechend anzupassen. Mit unserem hybriden Ausbaumodell können wir auf solche Entwicklungen reagieren und gemeinsam mit den Gemeinden tragfähige Lösungen erarbeiten.“ Der Glasfaserausbau ist das größte Infrastrukturprojekt in der Geschichte des Ortenaukreises. Insgesamt sollen in den kommenden Jahren ungefähr 121.200 Gebäude im Landkreis an das Glasfasernetz angeschlossen werden. Ziel ist es, durch die Kombination aus gefördertem und eigenwirtschaftlichem Ausbau eine möglichst flächendeckende Versorgung mit gigabitfähiger Infrastruktur zu erreichen. Der Ausbau in der Ortenau macht gute Fortschritte: Die sogenannte Homes-Passed-Quote liegt bereits bei 52 Prozent. Das bedeutet, dass bei mehr als der Hälfte aller Gebäude das Glasfaserkabel bereits in der Straße liegt und ein Anschluss ans Netz technisch kurzfristig möglich wäre. Bis 2027 soll eine Homes-Passed-Quote von 70 Prozent erreicht werden, der vollständige Ausbau aller bislang unterversorgten Gebäude soll bis 2031 abgeschlossen sein.







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