Statistik des Polizeirevier Achern/Oberkirch
21-Jahres-Tief bei Straftaten

Die Zahl der Wohnungseinbrüche lag 2020 auf einem sehr niedrigen Niveau.
  • Die Zahl der Wohnungseinbrüche lag 2020 auf einem sehr niedrigen Niveau.
  • Foto: Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes
  • hochgeladen von Matthias Kerber

Achern/Oberkirch (mak). Das Polizeirevier Achern/Oberkirch konnte gute Zahlen für die Kriminalstatistik 2020 präsentieren. So sank die Zahl der Straftaten auf insgesamt 2.867 und somit auf den niedrigsten Wert seit 21 Jahren und setzt den bereits im Jahr 2019 zu beobachtenden Trend fort. „Ein ganz toller Wert“, resümierte Revierleiter Guido Kühn bei der Videopressekonferenz.

Mit dem Rückgang der Straftaten stieg auch die Aufklärungsquote um 5,4 Prozent auf 58,4 Prozent. In fast allen Deliktfeldern konnten die Beamten des Reviers einen Rückgang verzeichnen. Lediglich bei Rauschgiftdelikten gab es eine Zunahme. „Durch eine starke Ermittlungstätigkeit konnten hier 27 Fälle mehr angezeigt werden. Insgesamt wurden 292 Delikte erfasst“, erklärt Kühn. Insgesamt gebe es kein Bereich, der der Polizei größere Sorgen bereite, so Kühn weiter.

Ebenfalls große Aufmerksamkeit widmeten die Beamten dem Bereich der Wohnungseinbrüche, bei dem mit 32 Fällen der gleiche Wert wie im Jahr 2019 ausgewiesen wurde. Im Vergleich zu 2018 haben sich die Fälle von Wohnungseinbrüchen allerdings halbiert.

Diebstähle deutlich rückläufig

Das vergangene Jahr sei aber durch Corona ein ganz besonderes gewesen, mit anderen Rahmenbedingungen, weshalb der Vergleich der Zahlen von 2020 mit 2019 teilweise ein unausgewogenes Bild abgebe, so Kühn. Betrachte man hingegen den Langzeitvergleich, so lasse sich ein deutlicherer Trend zu weniger Straftaten insgesamt ablesen. So ist in der Großen Kreisstadt Oberkirch die Zahl der Straftaten von 2019 auf 2020 zwar um 10,3 Prozent auf 662 gestiegen, im Rückblick auf die vergangenen fünf bis zehn Jahre sei aber eine deutliche Tendenz zu immer weniger Straftaten ablesbar. „Beim Langzeitvergleich habe ich wenig Bauchschmerzen“, so Kühn. Und weiter: „Da wir 2019 ein extrem positives Jahr hatten, haben wir für 2020 eigentlich mit einer Zunahme gerechnet, aber Corona hat den Wert gedrückt.“ Die Arbeit rund um das Coronavirus sei auch für die Polizei ein völlig neues Aufgabenfeld gewesen, so Kühn.

Vor allem bei Diebstählen konnte das Polizeirevier Achern/Oberkirch mit einem Minus von 119 Fällen im Vergleich zum Vorjahr einen starken Rückgang verzeichnen.

Bei der Zahl der ermittelten Tatverdächtigen machen Kinder 2,5 und Jugendliche 10,5 Prozent aus. „Dies ist eine positive Entwicklung“, resümiert Kühn.

Niedriges Niveau bei Gewaltdelikten

Auch bei den Häufigkeitszahlen, hochgerechnet auf 100.000 Einwohner, liege das Polizeirevier Achern/Oberkirch mit einem Wert von 3.374 unterhalb des Durchschnittswerts des gesamten Polizeipräsidiums Offenburg, das einen Wert von 5.422 ausweist. „Die Häufigkeitszahlen sind für uns ein wichtiger Indikator zur Bewertung der Lage und des Trends der vergangenen fünf bis zehn Jahre. Insgesamt sind wir zufrieden“, erklärte Kühn.

Auch die Gewaltkriminalität sei mit 73 Fällen auf einem sehr niedrigen Niveau. Dies hänge auch mit Corona zusammen, ist sich Kühn sicher. Die häusliche Gewalt habe zwar zugenommen, aber nicht signifikant. „Davon waren wir ein wenig überrascht, aber hierbei gibt es ein großes Dunkelfeld, auch wenn wir in den vergangenen Jahren ein deutlich verstärktes Anzeigeverhalten beobachten können.“

Plus bei Motorradunfällen

Der erste Polizeihauptkommissar Thomas Straub konnte auch für die Verkehrsunfallstatistik positive Zahlen präsentieren. Mit insgesamt 1.467 Unfällen wurde der niedrigste Wert der vergangenen zehn Jahre ermittelt. Mit 297 verunglückten Personen konnte das Polizeirevier Achern/Oberkirch ebenfalls den niedrigsten Wert seit zehn Jahren ausweisen.

Zunahmen musste Straub allerdings bei den Verkehrsunfällen mit Motorrädern, Pedelcs, Fahrrädern, Fußgängern und auf den Schulwegen konstatieren. „Die Zahlen des vergangenen Coronajahres muss man allerdings distanziert betrachten, denn die Verkehrsbeteiligung ist insgesamt zurückgegangen, obwohl wir in einigen Bereichen ein Plus zu verzeichnen haben“, so Straub.

Während die Unfälle mit Motorrädern im Revierbereich insgesamt zurückgegangen sind, verzeichnete die Polizei in einigen Gemeinden steigende Zahlen. Vor allem In Oppenau stieg die Zahl der Unfälle mit Motorrädern von 13 auf 19. „Die Unfälle verteilen sich auf das gesamte Gebiet, so dass keine Konzentration auf einen bestimmten Unfallort ausgemacht werden kann“, erklärte Straub.

Fahrradboom führt zu mehr Unfällen

Für die Zunahme von Unfällen mit Fahrrad- und Pedelecfahrern von 87 auf 105 machte Straub vor allem den zu beobachtenden Fahrradboom verantwortlich.

Auch bei der allgemeinen Verkehrsüberwachung konnte das Polizeirevier Achern/Oberkirch sinkende Zahlen bei Delikten, die nicht im Zusammenhang mit Verkehrsunfällen standen, vermelden. „Die niedrigen Zahlen sind dadurch erklärbar, dass wir aufgrund von Corona weniger in Form von Großkontrollen aktiv waren“, so Straub. Dass es im vergangenen Jahr neben 341 Fällen von Handy am Steuer, 95 Alkohol- und 120 Drogenfahrten auch 629 Verstöße gegen die Anschnallpflicht gab, machte ihn fassungslos. „Das ist mir unerklärlich und da kann ich nur den Kopf schütteln“, so der Polizeihauptkommissar abschließend.

Autor:

Matthias Kerber aus Offenburg

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