25 Jahre Stadtarchiv Achern
Wo die vergangene Wirklichkeit zu Hause ist

Stadtarchivleiter mit einem alten Stadtplan der Stadt Achern
  • Stadtarchivleiter mit einem alten Stadtplan der Stadt Achern
  • Foto: mak
  • hochgeladen von Matthias Kerber

Achern (mak). Am Anfang ihrer Tätigkeit hat sie echte Grundlagenarbeit geleistet, verbunden mit viel Dreck und Staub. Seit mittlerweile 25 Jahren pflegt Andrea Rumpf das Gedächtnis der Stadt Achern. Angefangen hat ihre Arbeit in einem Kellerraum des Rathauses am Markt. Dort gab es zu Beginn das Archiv des Haupt- und Personalamtes. Zu Beginn ihrer Arbeit hieß es, dass ein Großteil der Dokumente bei einem Bombenangriff während des Zweiten Weltkriegs verloren gegangen sei. Nach einiger Zeit stellt Rumpf aber fest, dass doch vieles vorhanden war und nur falsch einsortiert wurde.

Bestand war teilweise in schlechtem Zustand

„Ich musste die Verwaltung erstmal erziehen, dass der Keller kein Abstellraum ist“, erzählt Rumpf. Anfänglich mit nur 22 Stunden im Monat ausgestattet, musste erstmal alles sortiert und umgebettet werden. „Ich musste die Sachen erstmal sichern“, sagt sie, denn der Zustand mancher Schriftstücke sei in einem schlechten Zustand gewesen. „Manche Dokumente waren von Schimmel befallen, die Auswandererakte zerbröselte unter den Fingern.“ In den vergangenen 25 Jahren habe sie rund 50.000 Euro für Restaurierungsarbeiten ausgeben, erzählt sie weiter. FFP2-Masken kenne sie schon lange vor Corona. Es wurden alte Metallteile aus den Beständen entfernt, es wurden spezielle Archivboxen angeschafft sowie die badische Schnurlochung verwendet.

Einen ganz besonders großen Fan ihrer Arbeit hat sie in Oberbürgermeister Klaus Muttach. „Das Stadtarchiv ist richtig klasse“, betont er. Und weiter: „Die Geschichte hilft, Dinge zu verstehen und gibt uns die Möglichkeit irgendwo anknüpfen zu können.“

842 laufende Meter Bestand

Das Stadtarchiv ist mittlerweile auch aus dem Keller des Rathauses am Markt in Räumlichkeiten im Rathaus in der Illenau gezogen. Aus 22 Stunden im Monat ist mittlerweile eine Vollzeitstelle für Andrea Rumpf geworden. Unterstützt wird sie von den Fachkräften Fabian Alt und Larissa Hirsch sowie den ehrenamtlichen Mitarbeitern Konrad Keller und Walther Stodtmeister. Und im Keller werden die kostbaren Dokumente aus Papier auch nicht mehr gelagert. Ein Magazin mit optimalen klimatischen Bedingungen ist jetzt ihr Zuhause.

Insgesamt verfügt das Stadtarchiv Achern über 842 laufende Meter an Bestand. 382 laufende Meter sind noch unbearbeitet. Eines der ältesten Dokumente datiert aus dem Jahr 1492. Dabei handelt es sich um das Acherner Dorfbuch. Die zunehmende und allgegenwärtige Digitalisierung betrifft auch die Arbeit des Stadtarchivs. „Auch digitale Daten müssen irgendwann archiviert werden“, erklärt Rumpf. Hierfür müsse aber erst noch eine Struktur gefunden werden, um sie adäquat aufzubewahren, so die Archivarin zu den kommenden Herausforderungen ihrer Arbeit. „Ich habe Papier aber eigentlich lieber“, sagt sie schmunzelnd.

Autor:

Matthias Kerber aus Offenburg

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