Möglich ist nur der Standort Achern – Entscheidung liegt in der Hand des Regionalverbands
Edeka Südwest will und soll in der Region bleiben

Mitarbeiter der Edeka Südwest übergaben 916 Unterschriften an den Regionalverband Südlicher Oberrhein.
  • Mitarbeiter der Edeka Südwest übergaben 916 Unterschriften an den Regionalverband Südlicher Oberrhein.
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Achern/Offenburg. Gelingt es der Edeka nicht, in Achern einen neuen Hauptsitz mit Logistikzentrum und Verwaltung aufzubauen, wird man in einen anderen Standort außerhalb
des Ortenaukreises investieren – das erklären die beiden
Edeka-Südwest-Geschäftsführer Rainer Huber und Rudolf Matkovic
unmissverständlich in einem Schreiben an die Mitglieder des
Regionalverbands Südlicher Oberrhein. Dieser hat  darüber zu
entscheiden, ob der mögliche neue Edeka-Standort in Achern, der
ehemalige Truppenübungsplatz, als Regionaler Grünzug und auch als
Vorrangsfläche für Naturschutz und Landschaftspflege im Regionalplan
ausgewiesen wird (wir berichteten). Wäre dies der Fall, würde nicht nur
Offenburg, sondern der ganze Kreis über 1200 Arbeitsplätze verlieren. 

Bereits Mitte März hatte sich der Planungsausschuss des Regionalverbands für
die Vorrangsfläche für Naturschutz ausgesprochen. Allerdings hatte der
Gemeinderat der Stadt Achern bereits Ende 2013 im Rahmen der ersten
Offenlage der Gesamtfortschreibung des Regionalplans gefordert, den
ehemaligen Truppenübungsplatz nicht als Vorrangfläche auszuweisen. Am
morgigen Montag wird sich der Bau- und Umweltausschuss der Stadt im
Rahmen der zweiten Offenlage nun erneut mit dem Thema befassen, der
Gemeinderat wird dann voraussichtlich am 4. Juli darüber eintscheiden.
Oberbürgermeister Klaus Muttach macht deutlich, dass er sich für den
Erhalt der Arbeitsplätze in der Region einsetzen werde. „Das sollten wir
gemeinsam tun“, unterstreicht er und verweist damit auf Vorwürfe
seitens der Offenburger Oberbürgermeisterin Edith Schreiner, er habe
aggressiv versucht, Edeka abzuwerben, was das Unternehmen seinerseits in
dem Schreiben an die Regionalräte klar verneinte. „Ich weiß nicht, ob
es eine Genugtuung ist, wenn sich Edeka aus der Region zurückzieht“,
zielt Klaus Muttach gegen seine Kollegin Edith Schreiner. Diese möchte
sich derzeit im Übrigen nicht weiter zum Thema äußern, wie sie durch
ihre Pressestelle ausrichten ließ.

Indes haben Mitarbeiter von Edeka Südwest 916 Unterschriften an den Regionalverband Südlicher
Oberrhein in Freiburg übergeben, um ihrer Forderung, das Unternehmen im
Ortenaukreis zu erhalten, Nachdruck zu verleihen. „Der Regionalverband
tut alles, damit ein so bedeutendes Unternehmen auch weiterhin in der
Region Südlicher Oberrhein bleiben kann“, stellte Verbandsvorsitzender
Neideck klar. „Mit diesem Ziel sind wir bereits seit 2014 in Gesprächen
mit der Geschäftsführung und dem Aufsichtsrat der Edeka Südwest“,
ergänzte Verbandsdirektor Dieter Karlin. Derzeit seien zahlreiche Fragen
hinsichtlich möglicher Flächenalternativen sowie der
naturschutzfachlichen Restriktionen auf der Fläche des ehemaligen
Standortübungsplatzes in Achern ungeklärt. „Deshalb kann heute noch
nicht abschließend gesagt werden, ob es sachgerecht und im Hinblick auf
eine mögliche gerichtliche Prüfung sinnvoll sein wird, die Entscheidung
bereits im Rahmen des laufenden Verfahrens zur Gesamtfortschreibung des
Regionalplans zu treffen“, so Karlin weiter. Im Hinblick auf die für das
Unternehmen notwendige Investitionssicherheit könnte eventuell ein
sogenanntes punktuelles Änderungsverfahren zum Regionalplan geboten sein.

Wie die Edeka-Geschäftsführer Rainer Huber und Rudolf Matkovic in ihrem Schreiben erklären, habe man mit dem Standort Achern versucht, logistische Optimierung mit regionaler Verbundenheit und Rücksicht auf die Beschäftigten zu verbinden. „Wir sehen uns als ein
stark der Region verbundenes Unternehmen und würden deshalb gern im
Ortenaukreis bleiben“, heißt es. Offenburg könne den Standort jedoch
nicht bieten, den man künftig brauche. „Das kann im Landkreis nur
Achern“, so Huber und Matkovic. Grund der geplanten Verlagerung von
Logistik und Verwaltung seien die Belieferungsschwerpunkte, die sich
Richtung Norden verschoben hätten. So liege Offenburg zum einen zu weit
südlich, zum anderen biete es keine geeigneten Erweiterungsflächen. Am
Standort verblieben lediglich das Einkaufszentrum E-Center, die
Getränkelogistik und der Fischgroßhandel.

Autor: Daniela Santo

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