Ausflugs- und Fototipp
Sehenswerte Wasserfälle
- Eine von sieben Kaskaden der Allerheiligen-Wasserfälle bei Oppenau.
- Foto: Alfred Schramm
- hochgeladen von Alfred Schramm
Der Schwarzwald bietet von Nord bis Süd und von Ost bis West eine große Anzahl fotografierenswerter Wasserfälle an. Sie gehören zu meinen Lieblingsmotiven in der Landschaftsfotografie. Es fasziniert mich immer wieder, wie unterschiedlich Wasser wirken kann – mal wild und kraftvoll. Dazu kommt das Licht, das zwischen Felsen, Bäumen und Wasser immer wieder ganz eigene Stimmungen entstehen lässt.
Das Schöne daran: Für solche Motive muss man gar nicht allzu weit in unserer Umgebung herumreisen. Einige sehens- und fotografierenswerte Wasserfälle liegen praktisch vor unserer Haustür und sie laden geradezu dazu ein, die Kamera einzupacken und zu einer kleinen Fototour aufzubrechen.
Zu meinen Zielen gehörten die Allerheiligen-Wasserfälle bei Oppenau, der Burgbachwasserfall bei Bad Rippoldsau-Schapbach, die Edelfrauengrab-Wasserfälle bei Ottenhöfen, die Gaishöll-Wasserfälle bei Sasbachwalden, der Geroldsauer Wasserfall bei Geroldsau nahe Baden-Baden, der Holchenwasserfall bei Bad Peterstal-Griesbach und natürlich die bekannten Triberger Wasserfälle bei Triberg.
Jeder dieser genannten Wasserfälle ist für schöne Aufnahmen geeignet. Und je nachdem, zu welcher Jahreszeit man unterwegs ist, kann sich ein bereits bekanntes Motiv ganz anders präsentieren. Besonders nach einem Regentag lohnt sich eine Tour – denn da führen die Bäche meist deutlich mehr Wasser, das über die Kaskaden stürzt. Momentan wird es allerdings nach den regenarmen Tagen nicht gerade regelrechte Sturzbäche geben, aber was noch nicht ist, kann ja in den kommenden Wochen im Herbst noch werden.
Wer zum ersten Mal versucht, einen Wasserfall zu fotografieren, stellt sich auch die Frage, wie der Effekt, der das Wasser weich und seidenmatt aussehen lässt. Eigentlich ist das gar kein „Hexenwerk“ denn dazu nutzt man die Technik der Langzeitbelichtung,
bei der man den Verschluss der Kamera für längere Zeit öffnet, um die Bewegung des Wassers zu verwischen. Dabei wird die Verschlusszeit deutlich verlängert – je nach Fließgeschwindigkeit des Wassers beispielsweise auf 1 bis 5 Sekunden oder auch länger.
Hier kommt das Stativ ins Spiel. Bei solchen Belichtungszeiten ist es praktisch unverzichtbar. Der Graufilter (ND-Filter) hilft zusätzlich, die einfallende Lichtmenge zu reduzieren. So kann man auch bei relativ hellem Tageslicht lange belichten, ohne dass das Bild überbelichtet wird. Das Ergebnis: Aus dem herabstürzenden Wasser wird auf dem Foto eine weiche, glatte Fläche.
Es lohnt sich auch, mit unterschiedlichen Belichtungszeiten zu experimentieren. Schon kleine Veränderungen können dem Bild eine völlig andere Wirkung geben. Genau das macht für mich einen Teil des Reizes aus.
Natürlich muss das Wasser nicht immer weich und seidig aussehen. Manchmal möchte man gerade die Kraft eines Wasserfalls festhalten und einzelne Wassertropfen sichtbar machen.
Dafür braucht es eine sehr kurze Verschlusszeit, beispielsweise im Bereich von 1/500 bis 1/2000 Sekunde. Um eine solche kurze Belichtungszeit zu ermöglichen, kann es notwendig sein, den ISO-Wert beispielsweise auf ISO 400 oder höher einzustellen.
Für meine Aufnahmen kam eine Systemkamera mit Wechselobjektiven, ein gutes und standfestes Stativ, einen Graufilter und ein Fernauslöser zum Einsatz. Letzterer verhindert, dass die Kamera beim Auslösen unnötig bewegt wird.
Aber auch mit einer guten Kompaktkamera lassen sich gute Bilder machen, sofern sie über entsprechende manuelle Einstellmöglichkeiten verfügt.
Auch hier gilt: einfach ausprobieren. Die Kamera bietet uns schließlich die Möglichkeit, ein und dasselbe Motiv auf ganz unterschiedliche Weise darzustellen.
Vielleicht kennen manche Hobbyfotograf:innen den einen oder anderen genannten Wasserfall bereits, aber möglicherweise ist auch einer dabei, der noch unbekannt ist.
Genau dazu sollen meine Bilder und dieser kleine Artikel darauf hinweisen. Also: Kamera einpacken, Stativ nicht vergessen und auf zur nächsten Wasserfall-Fototour!
Und wie immer wünsche ich euch dabei: „Gutes Licht!“
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