Das Netzwerk mit Sitz in Kehl sorgt für grenzüberschreitende Arbeitsvermittlung
Für jedes Problem gibt es auch mal kreative Lösungen

Eine Brücke schlagen zwischen Deutschland und Frankreich zur Überwindung der Grenze.
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  • Eine Brücke schlagen zwischen Deutschland und Frankreich zur Überwindung der Grenze.
  • Foto: R. Fey
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Kehl (tf). Die ersten Gedanken entstanden bereits 2006, als man sich in der Agentur für Arbeit Offenburg überlegte, wie man Grenzgänger des deutsch-französischen Arbeitsmarktes besser betreuen könnte. Nach einigen Jahren der Ideenfindung und der gemeinsamen Erhebung von Problemen, wie verschiedene Computerprogramme und dem Einstellen zweisprachiger Arbeitsvermittler, konnte der einzige grenzüberschreitende Service, bei dem die Arbeitsvermittler der deutschen Agentur für Arbeit Hand in Hand mit denen der französischen Pôle emploi unter einem Dach arbeiten, 2013 aus der Taufe gehoben werden. Heute ist daraus ein Netzwerk entstanden, in dem verschiedenste Kooperationspartner auf beiden Seiten des Rheins gemeinsam an der Idee des gelebten Europas arbeiten.

"Wir haben eine besondere geographische Situation in der Mitte Europas", so Horst Sahrbacher, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Offenburg. "Darum ist es immens wichtig, Leben und Arbeiten grenzüberschreitend miteinander zu verbinden." Viele interkulturelle Unterschiede traten zu Tage und gemeinsam wurde nach pragmatischen Lösungen gesucht. So sind die Ausbildungsgänge und Inhalte verschieden angelegt, es gibt unterschiedliche Feiertage und Wochenarbeitszeiten. Auch die in Deutschland verlangten, in Frankreich aber unüblichen Arbeitszeugnisse stellen immer wieder eine Hürde da. "Wir sind sehr froh, dass die meisten Arbeitgeber mit denen wir zusammenarbeiten, sehr aufgeschlossen sind", so Sahrbacher. Bisher habe man noch für jedes Problem eine – durchaus manchmal kreative – Lösung gefunden. Dabei habe auch die Unterstützung des Bundestagsabgeordneten Peter Weiß geholfen, der das Projekt von Beginn an unterstützt habe.

"Wir haben damals einfach losgelegt", erzählt Sahrbacher, "und beschlossen, jedes Problem dann anzugehen, wenn es auftaucht." So ist der Service für Grenzüberschreitende Arbeitsvermittlung in Kehl zweisprachig und direkt an der Tramhaltestelle. Jeder Bewerber bekommt ein Erstgespräch, in dem Wünsche und Fähigkeiten, aber auch fehlende Qualifikationen eruiert werden. Allein 2018 haben so bereits 307 Bewerber eine Arbeit in der Ortenau aufnehmen können. „Wir haben in der Ortenau vielfältige Beschäftigungs- und Ausbildungsmöglichkeiten, die wir gerne auch französischen Bewerbern erschließen“, so Sahrbacher. Aber auch un- oder angelernte Kräfte können in der Ortenau eine Arbeit finden. "Wir prüfen mit jedem Bewerber zusammen, was möglich ist und versuchen, dies dann möglich zu machen.“

Eine Brücke schlagen zwischen Deutschland und Frankreich zur Überwindung der Grenze.
Das Gebäude der Arbeitsagentur in Kehl

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