Projekt von Paul Witt und Kehler Hochschule
Mit Bürgermeister-Schmiede große Aufmerksamkeit erregt

Inzwischen bietet Paul Witt über die Hochschule kein Seminar mehr für Kandidaten an, sondern für frisch gewählte Bürgermeister.
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  • hochgeladen von Rembert Graf Kerssenbrock

Kehl (rek). Die Kehler Hochschule für öffentliche Verwaltung hat es seinem früheren Rektor Paul Witt zu verdanken, dass sie für einen Aspekt ihres Wirkens auch Bürgermeister-Schmiede genannt werden. Die Absolventen der Kehler Hochschule sollen in den unterschiedlichen Berufsfeldern des öffentlichen Dienstes aktiv werden, dazu gehören eben auch Bürgermeister. "85 Prozent der Bürgermeister sind gelernte Verwaltungsfachleute", weiß Witt aus wissenschaftlichen Untersuchungen. "Der kann es, der hat es studiert", fasst Witt zusammen, dass bei Bürgermeisterwahlen das Vorwissen die Erfolgschancen deutlich erhöht. Weil aber nicht jeder Kandidat öffentliche Verwaltung gelernt hat, gab es das Seminar für Kandidaten, die Bürgermeister-Schmiede.

Vor 30 Jahren veröffentlichte der Politikwissenschaftler Hans-Georg Wehling das Standardwerk "Der Bürgermeister in Baden-Württemberg". Zusammen mit ihm hat Witt vor 20 Jahren das spezielle Seminar entwickelt. Zielgruppe und Teilnehmer dieser dreitägigen Seminare waren Kandidaten, die sich um ein Bürgermeisteramt bewarben. "Die jeweils 16 Teilnehmer waren zur Hälfte Hochschul-Absolventen oder bereits in Verwaltungen Tätige, etwa Hauptamtsleiter", erinnert sich Witt. Die weiteren Teilnehmer waren Ärzte, Juristen oder andere ohne Verwaltungserfahrung. Als Referenten konnte Witt auch Bürgermeister gewinnen. Aufgaben und Bedeutung von Bürgermeistern sowie der Aufbau des Wahlkampfes wurden besprochen. "Zudem mussten die Teilnehmer ihre Kandidatenvorstellung für eine real existierende Gemeinde vorbereiten. Dies haben wir gefilmt und dann gemeinsam diskutiert", so Witt. Diese Schmiede funktionierte bis vor fünf Jahren, "dann verzeichneten wir einen Rückgang der Teilnehmer", so Witt. Als Gründe nennt er, dass verstärkt externe Wahlkampfmanager auftauchten. Diese würden komplette Pakete anbieten, von der Erstellung der Flyer über Aufbau einer Internetseite bis zur Schulung in Sachen Rhetorik.

Witt, der weiterhin Dozent ist, und Hochschul-Kollegen haben reagiert und bieten seit drei Jahren ein Seminar für frisch gewählte Bürgermeister an. Personalführung, Zeitmanagement, Kommunalrecht und Finanzen würden zu den Themen gehören. Der Bedarf sei vorhanden, freut sich Witt über landesweiten Zuspruch.

Aber natürlich befähigt auch das generalistisch angelegte Bachelor-Studium mit anschließenden Vertiefungsschwerpunkten im Master-Studiengang, etwa Public Management, Rathaus-Chef zu werden. So gehören rund ein Drittel aller Ortenauer im Amt befindlichen Bürgermeister zu den Absolventen der Hochschule. Zu wenig Frauen seien bisher darunter, bemängelt Witt. Dabei gehören 75 Prozent der Studierenden in Kehl zum weiblichen Geschlecht.

Autor:

Rembert Graf Kerssenbrock aus Kehl

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