Die Zeit als Mama nur halbtags arbeiten konnte
Cornel Happe blickt auf 20 Jahre Kinderbetreuung Kehl zurück

Am Kindergarten St. Josef wurde die erste deutsch-französische Gruppe angeboten.
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  • Am Kindergarten St. Josef wurde die erste deutsch-französische Gruppe angeboten.
  • Foto: Stadt Kehl
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Kehl (gro). In den 90er-Jahrem hatten Eltern in Sachen Kindergarten nur wenig Auswahl: Angeboten wurde der Regelkindergarten, der morgens begann und am Mittag endete. Ganztagsbetreuung, Plätze für Kinder unter drei Jahren – all das gab es in Kehl genauso wenig wie in anderen Städten. Außerdem waren viele der Einrichtungen schlicht überlaufen, Eltern mussten ihre Kinder rechtzeitig anmelden, um einen der begehrten Plätze zu ergattern.

"Die Diskussion um andere Betreuungszeiten begann schon 1994", erinnert sich Cornel Happe, der in dieser Zeit für die Kindergärten in der Stadt zuständig war. "Ich erinnere mich, dass wir über Ganztagsplätze nachdachten und so mancher Gemeinderat ungläubig fragte, ob wir das denn wirklich bräuchten." Der Grund, warum in Kehl früher als in anderen Städten darüber gesprochen wurde, liegt an der Grenznähe. "In Kehl lebten viele Paare, in denen der eine Partner deutsch, der andere franzöisch war. Französische Eltern konnten sich damals schon eine Halbtagsbetreuung kaum vorstellen", so Happe. Die erste Ganztagsgruppe mit einem Mittagessen bot der Kindergarten in der Vogesenstraße, der Anfang der 90er-Jahre gebaut worden war, an. "1996 hatten wir bereits drei Ganztagskindergarten-Gruppen in der Stadt", erinnert sich Cornel Happe. Und die Nachfrage nach den Plätzen riss nicht ab.

Dass Eltern auch nach dem Kindergarten auf eine Ganztagsbetreuung angewiesen sind, erwies sich schnell. "Es wurde schnell klar, dass wir eine Schülerbetreuung für die Kinder, die zwischenzeitlich vom Kindergarten in die Grundschule gewechselt waren, brauchten", so Happe. Im Kindergarten Kreuzmatt entstand die erste Gruppe für Schüler im Alter von sechs und sieben Jahren. "Unser Partner war die Caritas, die ein qualitativ gutes Angebot auf die Beine stellte", erzählt Happe. Im Jahr 2003 gab es schließlich die ersten Ganztagsschulen in Kehl: Dazu gehörten die Tulla-Realschule, aber auch die Wilhelmschule. "Die Kinder, die in der Grundschule nach dem Unterricht betreut wurden, brauchten dieses Angebot auch in den weiterführenden Schulen", gibt Happe zu Bedenken, selbst wenn viele Eltern der gebundenen Ganztagesschule in den Anfängen mehr als kritisch gegenüber standen. Und auch die Vereine sahen ihre Jugendarbeit davon bedroht. Der nächste Paradigmenwechsel war, als die ersten Krippenplätze für Kinder unter drei Jahren in der Stadt eingerichtet wurden.

Begleitet wurde diese Entwicklung von einer regen Bautätigkeit im Bereich der Kindertagesstätten: "Wenn wir eine Ganztagsgruppe einrichteten, fielen diese Plätze ja für die Regelbetreuung weg", so Happe. Eng wurde es, als der baufällig gewordene Kindergarten St. Elisabeth geschlossen wurde. "Das hat ein großes Loch gerissen."

Eine Besonderheit gibt es noch in der Landschaft der Kehler Kinderbetreuung: Sehr früh wurden in den Kindertagesstätten deutsch-französische Gruppen angeboten. "Zunächst war es nur ein Angebot für Kinder, die zweisprachig aufwuchsen, sehr schnell wurde Französisch an allen Kindergärten angeboten", so Happe. Heute gibt es – auf Straßburger Gemarkung, unmittelbar hinter der Europa-brücke – sogar eine deutsch-französische Kinderkrippe, die von den beiden Städten gemeinsam betrieben wird.

Am Kindergarten St. Josef wurde die erste deutsch-französische Gruppe angeboten.
Cornel Happe
Autor:

Christina Großheim aus Offenburg

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