Höhere Abschusszahlen zeigen Wirkung
Dem Korker Wald geht es deutlich besser

"Dieser Wald ist ausgezeichnet": Die Situation im Korker Wald ist deutlich besser.
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  • Foto: Stadt Kehl
  • hochgeladen von Rembert Graf Kerssenbrock

Kehl. Die Situation im Korker Wald hat sich deutlich verbessert: Die natürlich Verjüngung findet statt und betrifft alle Baumarten - inklusive der Eiche. Darüber hinaus ist der Korker Wald als Lebensraum für Tiere deutlich abwechslungsreicher und damit interessanter geworden. Zu diesem Schluss kommt der Auditor, der sich aufgrund der FSC-Zertifizierung (Forest Stewardship Council) des Waldes dort einmal jährlich umsieht. Zum ersten Mal seit Jahren hat die Stadt keinen Verweis bekommen und das Audit ohne Mängel hinter sich bringen können. Grund für die positive Entwicklung sind die erhöhten Abschusszahlen für Rehwild.

Erst 2014 hatte der Gemeinderat die Abschusszahlen für Wild im Korker Wald deutlich erhöht. Vier Jahre später sind die Veränderungen so positiv, dass die den FFH-Lebensraum (Flora-Fauna-Habitat) prägende Baumart Eiche sich so gut entwickeln konnte, dass sie sogar auf Flächen nachwächst, auf denen dies gar nicht mehr vermutet wurde, berichtet Insa Espig vom Bereich Stadtplanung/Umwelt.

In weiten Teilen des Korker Waldes müssen aufgrund dieser natürlichen Verjüngung keine Eichen mehr nachgepflanzt werden. Die Tiere finden Deckung, Schutz sowie Nahrung im Korker Wald und für Spaziergänger ist das Gebiet nun mit seinem Wechsel von hellen und dunkleren Bereichen ebenfalls wieder ansprechender.

In einem Schreiben hat sich Oberbürgermeister Toni Vetrano bei den Jagdpächtern im Korker Wald für ihr Engagement und ihre Einsatzbereitschaft bedankt: „Ohne Ihre Bemühungen hätten wir dieses Ergebnis nicht erzielt, das gerade in der Zeit des Eschentriebsterbens von so ungemeiner Bedeutung ist.“ Nur durch Naturverjüngung könne die Stadt die Auswirkungen des Ausfalls der Eschen sowohl in biologischer als auch in finanzieller Hinsicht einigermaßen im Rahmen halten. „Wir sind daher auch weiterhin sehr auf Ihre Unterstützung angewiesen, appelliert Toni Vetrano in seinem Brief an die Jagdpächter. Im Korker Wald sei die Stadt dank der Mithilfe der Jägerinnen und Jäger inzwischen auf einem guten Weg.

Situation im Jahr 2012

Noch vor sechs Jahren stellte sich die Situation ganz anders dar: 2012 erhielt die Stadt, die seit 2005 Mitglied im FSC ist, beim jährlichen Audit für den Zustand im Korker Wald einen „Major Car“. Dies ist ein strenger Verweis, für den zeitnah Lösungsvorschläge erarbeitet werden mussten. Geschah dies nicht, drohte die Aberkennung der Zertifizierung. Kehl hatte durch die enorme Verbissbelastung nämlich massive Probleme, die Vorgaben der FFH Managementpläne umzusetzen, die für die Forstwirtschaft in FFH Gebieten bindend sind.

Deshalb wurde noch im selben Jahr ein Gutachten in Auftrag gegeben, das den Ist-Zustand des Korker Waldes dokumentieren sollte. Das Wald-Wild-Jagd-Management-Gutachten zeigte auf, dass im Gebiet des Korker Waldes der Verbissdruck durch das Rehwild so hoch war, dass sich der bestehende Wald weder, wie im Jagd- und Wildtiermanagementgesetz gefordert, noch, wie in den Zielvorgaben der FFH Managementpläne vorgegeben, natürlich fortpflanzen, also verjüngen, konnte.

Hinzu kam, dass das 2014 vehement einsetzende Eschentriebsterben den Zustand des Waldes weiter verschlechterte. Weil knapp 40 Prozent des 770 Hektar umfassenden Kehler Stadtwaldes aus eschendominierten Beständen bestehen, also aus Waldflächen mit einem Eschenanteil von mehr als 40 Prozent, war schnell klar, dass der Wald ohne erhebliche Naturverjüngung nicht zu retten sein würde. Nachpflanzungen im Umfang des Ausfalls der Eschen wären zum einen wirtschaftlich nicht darstellbar gewesen, zum anderen hätten diese Pflanzungen eingezäunt werden müssen, um sie davor zu bewahren, von den Rehen verspeist zu werden. Großflächig eingezäunte Gebiete hätten außerdem die Bewegungsfreiheit des Wildes im Wald eingeschränkt.

Die Gutachter rieten der Stadt daher dringend, die Abschusszahlen für Rehwild zu erhöhen – eine Empfehlung, welcher der Gemeinderat auch folgte.

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