"Wir retten Leben": Die DLRG Kehl kooperiert seit zwölf Jahren mit der Feuerwehr
Die Spezialisten für die Lebensrettung im Wasser

Der Stützpunkt der DLRG in Kehl ist beim Freibad: Hans-Peter Wandres und der betagte Einsatzbus.
  • Der Stützpunkt der DLRG in Kehl ist beim Freibad: Hans-Peter Wandres und der betagte Einsatzbus.
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  • hochgeladen von Christina Großheim

Kehl (gro). Ob Tag oder Nacht, Sturm oder Hochwasser – wenn andere in Not sind, dann sind die Mitglieder der Feuerwehr, des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), des Technischen Hilfswerks (THW) und der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) vor Ort und helfen. In unserer Serie "Wir retten Leben" stellen wir die Rettungsdienste vor Ort vor.

Im nächsten Jahr wird die DLRG-Ortsgruppe Kehl 80 Jahre alt. Zur Zeit hat sie 158 Mitglieder, davon sind 25 aktiv. "Wir arbeiten seit einigen Jahren eng mit der Kehler Feuerwehr zusammen", erzählt der Hans-Peter Wandres, Vorsitzender der Ortsgruppe. Der Grund für diese Zusammenarbeit ist tragisch: Als vor zwölf Jahren bei einem Unfall im zugefrorenen Kehler Altrhein ein Kind ertrank, beschlossen der damalige Oberbürgermeister Günther Petry, der ehemalige Feuerwehrchef Gerhard Stech und Hans-Peter Wandres, dass sich etwas bei Notlagen wie dieser in der Stadt verändern muss. Seitdem kooperieren DLRG und Feuerwehr. "Es gibt in Kehl soviel Wasser, Gerhard Stech war klar, dass auch die Kehler Feuerwehr Taucher braucht", erinnert sich Wandres. Deshalb traten von der Tauchergruppe der DLRG zehn Mann in die Kehler Wehr ein. Sie absolvierten das entsprechende Training und sie werden genauso wie ihre Feuerwehrkameraden mit einem Melder alarmiert. Allerdings rücken die Taucher nur dann aus, wenn ihr spezielles Können gefragt ist. "Wir haben durch diese Kooperation eine bessere Ausrüstung, eine bessere Logistik und genießen ein höheres Ansehen", bringt Wandres die Vorteile für die DLRG auf den Punkt. "Unsere Atemgeräte werden beispielsweise bei der Feuerwehr gereinigt und wieder befüllt", erklärt Wandres. Wer seine Ausrüstung privat stets bereit für einen Notfall halten müsse, tue sich damit schwerer.

Diese Spezialisierung wird nicht nur in Kehl geschätzt. "Wir haben Einsätze in der ganzen Ortenau", berichtet Hans-Peter Wandres und erinnert an die beiden Badeunfälle in Offenburg am Waltersweierer See vor zwei Jahren. So etwas sei für die DLRG-Angehörigen nicht immer leicht: "In der Regel gelingt es uns immer, einen professionellen Abstand zu halten. Schlimm ist es, wenn Kinder in Not sind." Auch hier hilft die Kooperation mit der Feuerwehr, denn dort gibt es einen Notfallseelsorger.

"Wir haben auch eine Bootsgruppe und engagieren uns in der Jugendarbeit", zeigt Wandres auf. Im Augenblick gibt es zwei Jugendgruppen, eine für Kinder bis zwölf Jahren und eine für Jugendliche zwischen zwölf und 16 Jahren.

Während andere Rettungskräfte mit Gaffern bei ihren Einsätzen zu kämpfen haben, ist das nicht das Problem der DLRG. "Wenn wir an die Unfallstelle kommen", erklärt Wandres. "Dann sind Feuerwehr und Polizei schon da und haben Platz für uns gemacht." Das Problem, dass die DLRG in Kehl zur Zeit beschäftigt, ist die Schließung des alten Hallenbades in diesem Jahr. "Wir haben dort trainiert", so Wandres, außerdem seien dort Kurse angeboten worden. Das bedeute auf der einen Seite, dass die Jugendarbeit schwieriger werde, auf der anderen Seite fehlten auch die Einnahmen aus den Kursen, denn zu den ursprünglichen Aufgaben der DLRG gehört auch, Menschen das Schwimmen beizubringen. Im Augenblick werden Ausweichmöglichkeiten für das Training gesucht, wenn die Freibadsaison in Kehl zu Ende ist.

Autor:

Christina Großheim aus Offenburg

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