Meisen sind Fressfeinde
Gefiederte Helfer gegen Eichenprozessionsspinner

Mit Nistkästen lockt der Betriebshof Kohl- und Blaumeisen zur Unterstützung an. | Foto: Stadt Kehl
  • Mit Nistkästen lockt der Betriebshof Kohl- und Blaumeisen zur Unterstützung an.
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Kehl (st). Das dreiköpfige Baumpflege-Team der Stadt kümmert sich um 25.000 Laub- und Nadelbäume im Stadtgebiet. Im vergangenen Jahr hatten die Mitarbeitenden alle Hände voll zu tun, den sich ausbreitenden Eichenprozessionsspinner in die Schranken zu weisen – durch Absaugungen und das Versprühen biologisch-verträglicher Präparate. In diesem Jahr setzt das Baumpflege-Team darüber hinaus auf Unterstützung aus der Luft: Blau- und Kohlmeisen sollen helfen.

Es ist ein regnerischer Montagvormittag. Zwei Fahrzeuge des Betriebshofs rollen den Radweg, der parallel zur Daimlerstraße in Sundheim verläuft, entlang. An der Strecke steht eine Reihe von mit Flatterband gekennzeichneter Bäume. Eichenprozessionsspinner hatten diese im vergangenen Jahr befallen. Diese unbeliebten haarigen Raupen klettern die Bäume hinauf, um sich dort zu verpuppen. Dabei bilden die Tierchen ein Nest, das fußballgroß werden kann, und streuen ihre feinen Brennhaare in die Umgebung. Bei Kontakt mit der Haut können diese Härchen Juckreiz oder gar allergische Reaktionen hervorrufen.

Deswegen setzt der Betriebshof ein biologisches Mittel gegen die haarigen Würmer ein und saugt ihre Nester ab. Diese Methoden sind aufwendig und zeitintensiv – und werden auch in diesem Jahr nötig, sollten sich die Eichenprozessionsspinner weiter ausbreiten. In diesem Jahr setzt der Betriebshof zusätzlich auf gefiederte Unterstützung. „Kohl- und Blaumeisen zählen zu den natürlichen Fressfeinden des Eichenprozessionsspinners“, erklärt Kevin Lösch, Fachagrarwirt für Baumpflege.

Mit Nistkästen Meisen anlocken

Dass Meisen sehr kooperativ sein können, haben sie bereits im vergangenen Jahr an der Gustav-Weis-Straße unter Beweis gestellt: Als sogenannte Miniermotten die dortigen Kastanien befielen, hängte der Betriebshof Meisenkästen auf, um die Singvögel anzulocken. Der Erfolg dieser Maßnahme ist Inspiration für die rund 25 Brut- und Nistkästen, die nun entlang des Radwegs an der Daimlerstraße angebracht werden. Diese hat der Betriebshof beim Naturschutzbund (kurz: Nabu) gekauft.

Hat eine Meise eines der neuen Quartiere bezogen, bejagt sie gemeinhin ein Revier, das bis zu vier umliegende Bäume umfassen kann. Daher achten die Baumpfleger darauf, gebührenden Abstand zwischen den Nistkästen zu lassen.

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