Wohnquartier und Kita Zollburg
Gelungenes Beispiel für gelebte Integration

Die Stadt Kehl, die Reha-Südwest als Kita-Trägerin und Orbau als Investor sind stolz auf das neue Wohnquartier. | Foto: Susann Hubig
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  • Die Stadt Kehl, die Reha-Südwest als Kita-Trägerin und Orbau als Investor sind stolz auf das neue Wohnquartier.
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Kehl(st) Als „gelungenes Beispiel für Stadtentwicklung mit einer sozialen Komponente“, bezeichnete Oberbürgermeister Wolfram Britz die neue integrative Kindertageseinrichtung auf dem ehemaligen Oase-Areal. In der neuen Kita Zollburg können 68 Kinder mit und ohne Beeinträchtigungen unter einem Dach miteinander spielen, lernen, lachen und wachsen.

Kita-Platz für 50 Kinder

Rund 900 Quadratmeter, verteilt auf zwei Erdgeschosse, die mittels Verbindungsbau zu einer zusammenhängenden Etage werden, teilen sich die Kita Zollburg und die Außenstelle des Schulkindergartens Offenburg, jeweils unter der Leitung von Gabi Schellbach und Lilith Fürst. Aktuell werden dort 50 Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren und zehn Krippenkinder betreut; den Schulkindergarten besuchen derzeit sieben Kinder mit körperlichen Beeinträchtigungen oder erhöhtem Förderbedarf.

Das Raumkonzept sowie die pädagogische Ausrichtung des Hauses sehen es vor, dass die Kinder im Kita-Alltag nach Lust und Laune miteinander ins Spielen kommen. „Gelebte Integration“, nennt OB Wolfram Britz das Konzept. Und Heike Ackermann, Geschäftsführerin der Trägergesellschaft Reha-Südwest beider Kitas, lobt die integrative Kindertageseinrichtung als Meilenstein der frühkindlichen Bildungslandschaft in Kehl.

Das Raumkonzept wurde zusammen mit Michaela Könner und Susanne Camara, städtische Fachkoordinatorinnen für Bildung und Betreuung von Kindern, erarbeitet. Dabei wurde nicht nur die Einteilung der Räume geplant, um den angestrebten Inklusionsgedanken zu verwirklichen, sondern auch auf kleinere Details geachtet.

Beispielsweise unterscheiden sich die Wasserhähne in den Bädern bewusst. „Jede Armatur ist für die Kinder eine andere motorische Herausforderung“, erklärt Michaela Könner. Für die „Sonnenkinder“ des Schulkindergartens wurden zudem gesonderte Behandlungsräume, beispielsweise für Angebote der Physio- oder Ergotherapie, eingerichtet. Zwischen den beiden Gebäudeteilen der Kita Zollburg ist den Kindern eine Außenspielfläche geboten, auf der sie nach Herzenslust spielen und sich austoben können. „Für uns als Stadt ist es extrem wertvoll, gemeinsam mit der Reha-Südwest den Eltern der Sonnenkinder ein wohnortnahes Betreuungsangebot machen zu können“, sagt Michaela Könner.

Auf dem Areal mit den beiden Kitas ist auch ein modernes Wohnquartier entstanden. Bei einem Investorenwettbewerb 2016 erhielt das Orbau-Bauunternehmen von der Stadt den Zuschlag, die rund 7.000 Quadratmeter große Fläche zu entwickeln. Inzwischen ist dort ein modernes Wohnquartier mit insgesamt 85 Wohneinheiten entstanden. Der denkmalgeschützte Gewölbekeller der vormaligen Zollburg wurde dabei in eine Seniorenwohnanlage integriert.

Abgesehen von der unmittelbaren Nähe zur Tram-Haltestelle vor dem Rathaus, zur Innenstadt und zum Altrhein hat die neue Kita Zollburg einen weiteren Standortvorteil: Sie ist an das Fernwärmenetz der Wärmegesellschaft Kehl angeschlossen. Zwei Versorgungsleitungen führen unter der Kita hindurch. Eine Leitung verläuft zwischen der Richard-Wagner-Straße, dem Krankenhaus und der Kanzmattstraße. Die zweite Leitung führt von der Stadthalle über die Bierkellerstraße ebenfalls zur Kanzmattstraße.

„Die Fernwärmeleitung ist ein wichtiger Bestandteil hinsichtlich des Ziels der klimaneutralen Kommune“, betont der Leiter des städtischen Gebäudemanagements, Michael Heitzmann. Alle Beteiligten betonen bei der Eröffnung die konstruktive und kooperative Zusammenarbeit mit den städtischen Bereichen Bildung und Betreuung von Kindern und Gebäudemanagement. Dadurch sei es möglich gewesen, den anvisierten Eröffnungstermin zu halten. "Dies gelingt nur, wenn die Partner in einem solchen Projekt perfekt zusammenarbeiten", fügt der OB hinzu.

Beispiel: Oberländerstraße

Eine Kombination aus Kindertageseinrichtung und Wohnbebauung ist in Kehl nichts Neues. 2016 bezog der Kindergarten Elisabeth parterre die Räumlichkeiten eines Wohngebäudes an der Oberländerstraße. Zuvor standen an dieser Stelle das ehemalige Gasthaus „Löwen“ sowie der Eiskeller. Nachdem ein Investor die beiden Grundstücke aufkaufte, um dort eine Wohnbebauung zu realisieren, trat die Stadt an diesen mit der Idee heran, eine Kindertageseinrichtung im Erdgeschoss des Neubaus unterzubringen. Der Kindergarten Elisabeth war zu diesem Zeitpunkt sanierungsbedürftig. Der Investor zeigte sich einverstanden und so entstand erstmals in Kehl ein Neubaukomplex mit 26 Wohneinheiten und einer Kita.

Die Stadt Kehl, die Reha-Südwest als Kita-Trägerin und Orbau als Investor sind stolz auf das neue Wohnquartier. | Foto: Susann Hubig
Der denkmalgeschützte Gewölbekeller der vormaligen Zollburg wurde dabei in eine Seniorenwohnanlage integriert.   | Foto: Susann Hubig

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