Teilhabe als Chance auf Vielfalt in der Gesellschaft
Kehl hat Inklusionskonzeption

Vorstellung der Inklusionskonzeption 
  • Vorstellung der Inklusionskonzeption 
  • Foto: Stadt Kehl
  • hochgeladen von Daniela Santo

Kehl (st). Was bedeutet Inklusion? Und vor allem: Wie soll der Begriff in Kehl verstanden und gelebt werden? Diese Fragen beantwortet die Inklusionskonzeption, die Mitarbeiter des städtischen Produktbereichs „Familie und Bildung, Sozialplanung“ gemeinsam mit Patric Jockers als Stellvertreter des Vereins „Vielfältiges Kork“ Oberbürgermeister Toni Vetrano nun in der Aula der Tulla-Realschule feierlich überreicht haben. Ihre Botschaft: Kehl ist weltoffen, bunt und tolerant – denn es ist normal, verschieden zu sein.

„Inklusion ist eine Haltungsfrage, sie muss gelebt werden“, erklärte OB Vetrano bei seiner Begrüßungsansprache und betonte: „Mit der Inklusionskonzeption ist diese Grundhaltung von nun an auch offiziell ein fester Bestandteil unserer Stadt.“ Wie wichtig es ist, das Thema Inklusion in der städtischen Sozialplanung zu verankern, das hob auch Patric Jockers, der Vorsitzende des Vereins „Vielfältiges Kork“, hervor: „Wir haben uns bei der Erarbeitung der Konzeption zwei zentrale Ausgangsfragen gestellt: Leben wir wirklich alle gemeinsam in einer Stadt oder leben wir nebeneinander her? Und was muss man tun, damit sich jeder einzelne in alle Bereiche der Gesellschaft integrieren kann?“ Schließlich habe jeder Mensch das Recht auf Wertschätzung und Teilhabe – unabhängig von Herkunft, sozialem Status oder körperlichen und geistigen Beeinträchtigungen.

„Inklusion ist die Chance auf Vielfalt in der Gesellschaft und macht das Leben spannender“, ergänzte Binja Frick, stellvertretende Leiterin des städtischen Produktbereichs Familie und Bildung, Sozialplanung. Mit der Konzeption habe man einen möglichst praxisbezogenen Leitfaden erarbeitet, um Inklusion im Stadtgebiet weiter voranzutreiben. Dieser zeige konkrete Maßnahmen für die fünf Handlungsfelder „Arbeit“, „Erziehung und Bildung“, „Wohnen/Begegnung im Stadtteil“, „Gesundheit und Lebensfreude“ sowie „Beteiligung/Bewusstsein/Information“ auf. So wolle man beispielsweise bei der Stadtverwaltung einen „Barrierealarm“ einrichten, über den Bürger die Möglichkeit haben, per E-Mail Barrieren im Stadtgebiet zu melden. Ein Inklusionsmanager könne Bürgern mit Fluchterfahrung oder Beeinträchtigung den Einstieg ins Arbeitsleben erleichtern. Darüber hinaus sollten auch die städtischen Vereine dabei unterstützt werden, ihre Arbeit inklusiver auszurichten, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadtverwaltung.

„Die Konzeption ist nicht in Stein gemeißelt und wird immer weiter fortgeschrieben, um auch über diese Maßnahmen hinaus stetig Verbesserungen zu erzielen“, hob Binja Frick hervor. Es sei ein Prozess, der nie aufhöre, bestätigte der städtische Inklusionsbeauftragte Nicolas Uhl und betonte: „Inklusion beginnt in den Köpfen der Menschen und mit dieser Konzeption ist Kehl auf einem sehr guten Weg, eine inklusive Stadt zu werden.“

Die Inklusionskonzeption wurde vom Verein „Vielfältiges Kork“ in Zusammenarbeit mit dem städtischen Produktbereich „Familie und Bildung, Sozialplanung“ und mehr als 160 interessierten Bürgern erarbeitet. Dafür fanden in verschiedenen Ortschaften und Stadtteilen zwischen September 2017 und April 2018 insgesamt zehn Workshops zum Thema „Inklusives Zusammenleben in Kehl“ statt. Die gesammelten Anregungen und Ideen der Kehlerinnen und Kehler bildeten anschließend die Grundlage für die Inklusionskonzeption. Fachlichen Input lieferte während des gesamten Erarbeitungsprozesses Frank Jessen vom Ibis Institut; gefördert wurde die Inklusionskonzeption von der Initiative Allianz für Beteiligung.

Autor:

Daniela Santo aus Lahr

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