Von Ecuador über Wien nach Kehl
Leon Leuser ist Kehls Klimaschutzmanager

Leon Leuser verstärkt seit dem 1. Februar das Team Stadtplanung/Umwelt als Klimaschutzmanager; in Kehl kann er laut eigenen Aussagen auf der bereits geleisteten, guten Arbeit aufbauen.
  • Leon Leuser verstärkt seit dem 1. Februar das Team Stadtplanung/Umwelt als Klimaschutzmanager; in Kehl kann er laut eigenen Aussagen auf der bereits geleisteten, guten Arbeit aufbauen.
  • Foto: Stadt Kehl
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Kehl (st). Leon Leuser unterstützt das städtische Team Stadtplanung/Umwelt seit Montag, 1. Februar, als Klimaschutzmanager. Bevor es ihn nach Kehl zog, war er unter anderem am Heidelberger Institut für Energie- und Umweltforschung, bei der Berliner Ideenschmiede Adelphi und bei der Europa-Universität in Flensburg angestellt.

Die praxisnahen Aufgaben vor Ort und die gute Lage der Grenzstadt haben den gebürtigen Badener für seine berufliche Zukunft zurück in die Heimat gezogen. Das Thema Klimaschutz begleitet Leon Leuser bereits sein ganzes Leben: Als Kind montiert er mit seinem Vater Photovoltaikanlagen, im Freiwilligendienst zieht es ihn nach Ecuador in die Region Intag und im Studium in Wien legt er den Fokus auf Nachhaltigkeit.

„Während meiner Zeit in Intag sollte dort 2008 der Bergbau auf Kosten der Umwelt gefördert werden, wogegen sich die Bevölkerung mit beeindruckendem Engagement gewehrt hat“, berichtet Leon Leuser. Ein prägender Lebensabschnitt: Wieder in Deutschland angekommen, gründet er den Verein Intag e.V., der die betroffene Region bis heute unterstützt, und spezialisiert sich im folgenden Ingenieurstudium auf nachhaltige Umwelttechnik. Während des Masterstudiums in Wien widmet er sich weiter dem Klimawandel.

Nach sechs Jahren voller Theorie wechselt der 32-Jährige nun bewusst in die Praxis. „Große Teile des Klimaschutzes werden vor Ort entschieden und umgesetzt“, erklärt Leon Leuser. Kehl habe sehr gute Voraussetzungen: „Hier gibt es bereits viele Projekte und Förderprogramme zum Thema Umwelt und Nachhaltigkeit, auf denen ich aufbauen kann.“ So werden die Fördertöpfe für nachhaltiges Wohnen in der Rheinstadt regelmäßig ausgeschöpft und im landesweiten Vergleich liegt man mit einem Fahrrad-Anteil am Straßenverkehr von 23 Prozent im oberen Drittel. Aber auch die Nähe zur Grenze ist ein entscheidender Faktor für Kehl gewesen, da seine Frau aus Frankreich kommt und die beiden „bereits seit Längerem einen Wohnort zwischen Karlsruhe und Basel ins Auge gefasst hatten“.

Chancen fürs Klima – Mobilität und Wohnen

Um das Klima zu schonen und mehr Bürger dafür zu begeistern, sich auf das Fahrrad statt hinter das Steuer zu setzen, möchte Leon Leuser die städtische Infrastruktur dahingehend optimieren. Derzeit habe Kehl im Straßenverkehr einen PKW-Anteil von 54 Prozent, rechnet er vor. Hier sieht er für ÖPNV und Radverkehr noch deutlich Luft nach oben. „Egal ob im Straßenverkehr oder in den eigenen vier Wänden, es geht darum, für die Menschen gezielte Anreize zu schaffen“, erklärt er und möchte an die bereits geleistete Arbeit seiner Kollegen anknüpfen.

Beim Wohnen seien Förderprogramme das beste Mittel, um umweltschonende Verbesserungen voranzubringen. „Ein Umbau des eigenen Hauses ist natürlich immer mit großen Investitionen verbunden“, weiß der 32-Jährige. „Daher ist es notwendig, auf vorhandene finanzielle Unterstützung der Stadt, aber auch der KfW-Förderbank hinzuweisen.“ Das sind wichtige Überlegungen, denn der Klimawandel wird immer sichtbarer: Die Stadtklimaanalyse hat ergeben, dass es bereits 2050 nicht mehr genug Schnee in den Vogesen und im Schwarzwald gibt, um dort Ski oder Schlitten zu fahren.

Auch privat hat sich Leon Leuser in vielen Lebensbereichen der Nachhaltigkeit verschrieben und achtet unter anderem auf eine bewusste Ernährung.

Autor:

Rembert Graf Kerssenbrock aus Kehl

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