Coronabedingt weniger Blitzer
„Zeitweise waren Straßen wie leergefegt“

Sowohl die stationären als auch mobilen Messanlagen in Kehl blitzten im ersten Halbjahr 2020 wohl coronabedingt deutlich seltener.
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  • Sowohl die stationären als auch mobilen Messanlagen in Kehl blitzten im ersten Halbjahr 2020 wohl coronabedingt deutlich seltener.
  • Foto: Stadt Kehl
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Kehl (st). Viele Autofahrer kennen ihn – den charakteristischen grell-orangen Lichtblitz am Straßenrand. Im ersten Halbjahr 2020 haben die Messanlagen der Stadt mehr als 7.000 Geschwindigkeitsverstöße erfasst. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr hat es im selben Zeitraum rund 10.000 Mal geblitzt. Dabei registriert die mobile Einheit circa die Hälfte der Temposünder, die restlichen 50 Prozent gehen aufs Konto der fünf stationären Säulen. Den Rückgang der Zahlen erklären sich die Mitarbeitenden der Bußgeldstelle mit der aktuellen Corona-Pandemie. Einen neuen Tiefstand bei den Geschwindigkeitsdelikten konnte das Blitzer-Halbjahr 2020 allerdings nicht aufstellen.

7.000 gegenüber 10.000 Temposünden

„Während des Corona-Lockdowns waren die Straßen wie leergefegt“, berichtet Gerlinde Ulrich, Leiterin des Bereichs Verkehrswesen und der Bußgeldstelle. Der Rückgang des Autoverkehrs macht sich auch in der städtischen Blitzer-Bilanz bemerkbar. Allerdings gibt es seit Beginn der Aufzeichnungen jährliche Schwankungen. 2018 blitzte es im ersten Halbjahr rund 6.000 Mal. Ein Jahr zuvor gab es im selben Zeitraum noch 7.600 Geschwindigkeitsdelikte.

Eine mögliche Erklärung für die Schwankungen sind laut der Bereichsleiterin größere Baustellen, bei denen der Verkehr umgeleitet wird oder Blitzer gleich ganz abgebaut werden mussten. Stationäre Messgeräte befinden sich seit Dezember 2011 in den Ortschaften Marlen, Goldscheuer und Bodersweier. Dort wurden fünf Säulen installiert, welche die Geschwindigkeit des Verkehrs mithilfe scannender Laser ermitteln. Der Großteil der Blitzer steht in Lärmschutzbereichen, bei vier von ihnen gilt Tempo 30.

Ein mobiles Messfahrzeug besitzt Kehl nicht: „Wir mieten uns die Ausrüstung, inklusive Fahrzeug, von einer externen Firma. Unsere Mitarbeitenden stellen diese dann auf und richten sie ein“, erklärt Gerlinde Ulrich. „Bei der Geschwindigkeitsüberwachung handelt es sich um eine hoheitliche Aufgabe, welche die Stadt nicht an private Dienstleistungsunternehmen abgeben kann.“

Bei den Kontrollen mit der mobilen Blitzanlage versuche man stets mobil und variabel zu bleiben. Neben Tempo-30-Abschnitten wird auch in Lärmschutzbereichen, vor Schulen und Kitas sowie an ortsbekannten Unfallschwerpunkten in regelmäßigen Abständen gemessen. Und das mit Erfolg: „Sowohl die stationären, als auch die mobilen Blitzer sind ein wichtiger Baustein in unseren Bemühungen, die Verkehrssicherheit auf den Straßen zu erhöhen“, erläutert Gerlinde Ulrich. „Dabei zeigen die schwankenden Zahlen, dass die Autofahrer dies ebenfalls wahrnehmen und dadurch, zumindest teilweise, angepasst fahren. Beständigkeit muss hier unser Ziel sein.“

Messanlagen, die seltener blitzen, sind gut für alle Verkehrsteilnehmende, machen sich jedoch im Etat der Stadt bemerkbar. „Die Einnahmen durch Blitzer sinken im gleichen Maße, wie die Tempovergehen“, sagt die Bereichsleiterin. Die Einkünfte aus den Bußgeldern fließen in den Gesamthaushalt der Stadt und sind nicht zweckgebunden. Sie werden etwa in Schulsanierungen, den Straßenbelag oder in grenzüberschreitende Projekte investiert.

Sowohl die stationären als auch mobilen Messanlagen in Kehl blitzten im ersten Halbjahr 2020 wohl coronabedingt deutlich seltener.
Seit Ende 2011 stehen fünf stationäre Messanlagen in den Ortschaften Marlen, Goldscheuer und Bodersweier.
Autor:

Rembert Graf Kerssenbrock aus Kehl

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