Fußnote - die Glosse im Guller
Egal, worüber man redet ...

Gibt es denn nur noch ein Thema? Es scheint so. Die noch Auge-in-Auge stattfindenden Gespräche, landen nach wenigen Sekunden bei dem weltweiten Dauerbrenner – mit Auswirkungen auf das ganz persönliche Umfeld.

Redet man vom Wetter, kommt im zweiten Satz die Hoffnung, dass mit dem Frühling nicht nur der überhaupt nie anwesende Winter zumindest aus dem Kalender verschwindet, sondern mit ihm auch dieses neuartige Virus. Schließlich gehört sich das so für einen Virus. Bei der Hartnäckigkeit des neuen Typs schwindet allerdings die Hoffnung, das er sich verhält wie man es von einer Grippe erwarten darf.

Redet man über Sport im Allgemeinen und Fußball im Besonderen, wunderte man sich, dass die Profis so lange noch gegen Ball kicken wollten, obwohl es auch in Reihen der Sportler bestätigte Fälle gibt. Buchstäblich über Nacht ist der Fußballbund doch noch vernünftig geworden.

Redet man über den jüngsten Straßburg-Bummel vor über einer Woche, springt der Gegenüber gleich zwei Meter nach hinten, wird einsilbig – und geht.

Redet man über die Enkelkinder ist man schon im Nebensatz beim Thema und berichtet über geschlossene Betreuungseinrichtungen und welche Konsequenzen dies für die arbeitenden Eltern mit sich bringt.

Den eigenen anstehende 80. Geburtstag hat die Mutter – verbunden mit sehr viel Emotionalität – selber abgesagt. Eigentlich ist die Reise ins beschauliche Ostwestfalen nur aufgrund der Entfernung manchmal und kurzfristig etwas beschwerlich. Bisher erfolgten die Lagebeschreibungen aus dem Südwesten übers Telefon, stets mit der Nachfrage kommentiert: "Was ist denn bei euch los?" Jetzt also auch in Ostwestfalen konsequente Schritte, um die Ausbreitung zu vermeiden.

Unterdessen geht die Hatz auf Toilettenpapier unvermindert weiter. Familien oder allein Lebende, die sich auch in Zeiten wie diesen, lediglich einen haushaltsüblichen Vorrat daheim haben wollen, müssen jedes Mal eine Tour der Märkte absolvieren, um noch eine Packung zu ergattern. Man mag sich gar nicht vorstellen, wie es bei den Hamsterkäufern zu Hause aussieht.

Schnell kommt dann das oft der französischen Königin Marie Antoinette zugeschriebene Zitat "Wenn sie kein Brot haben, sollen sie doch Kuchen essen" in den Sinn. Übertragen auf die derzeitige Lage möchte man es umformulieren: Gibt es kein Toilettenpapier mehr, sollen sie doch Geldscheine nehmen. Aber am besten die kleinen, denn auch Kurzarbeit droht in einigen Branchen.

Was bleibt? Nur keine Panik, genießen Sie den Sonntag und bleiben Sie gesund!
rek

Autor:

Rembert Graf Kerssenbrock aus Kehl

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