Verkehrsminister Herrmann im Kehler Hafen
Abschiedstour mit Tiefgang

Hafendirektor Volker Molz (links) und Verkehrsminister Winfried Herrmann | Foto: Hafen Kehl
  • Hafendirektor Volker Molz (links) und Verkehrsminister Winfried Herrmann
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Kehl (st) Auf seiner Abschiedstour durch Baden-Württemberg stattete Verkehrsminister Winfried Hermann dem Kehler Hafen laut einer Pressemitteilung einen letzten offiziellen Besuch ab – und sprach dabei Klartext über Schienenpolitik, Wasserstraßen und die Zukunft der regionalen Infrastruktur.
Deutschlands dienstältester Verkehrsminister kommt aus Baden-Württemberg: Seit 2011 prägt Winfried Hermann, Bündnis 90 / Die Grünen, die Mobilitätspolitik des Landes wie kein Zweiter. Bevor er sein Amt übergibt, absolvierte der 73-Jährige eine letzte Besuchsrunde in der Region – die Station im Kehler Hafen hatte es dabei in sich.
Zuvor hatte Hermann die Badischen Stahlwerke (BSW) besucht, die er als „technologisch vorbildhaftes Unternehmen in der Produktion von grünem Stahl" lobte. Im Anschluss empfing ihn Hafendirektor Volker Molz zu einem intensiven Gespräch über Gegenwart und Zukunft des Hafens. Molz gab dabei Einblick in die Planungen rund um die BSW, die trotz der Folgen der Energiekrise stabil bleiben wollen: Die aktuelle Jahresproduktion von 2,1 Millionen Tonnen Stahl soll um rund 300.000 Tonnen gesteigert werden. Für den Hafen bedeutet das mehr Geschäft – schließlich lagert er bereits heute rund 250.000 Tonnen Rohstoffe im Auftrag der BSW und transportiert diese per Schiff in die Produktion.

Schienenwege

Beim Stichwort Schienen – der Hafen verfügt als Eisenbahninfrastrukturunternehmen über fast 45 Kilometer von ihnen – war Winfried Hermann sofort hellhörig. Der in der Güterbahnhofstraße in Rottenburg am Neckar geborene Politiker ist mit dem System Bahn gewissermaßen aufgewachsen – sein Großvater war amtlicher Bahnspediteur. So stießen gleich zwei Meldungen auf sein besonderes Interesse: die geplante Verlängerung der Rangiergleise am Kehler Güterbahnhof sowie die Tatsache, dass das Gleisbau-Unternehmen Zürcher im Kehler Hafen inzwischen eigene Loks und Waggons gekauft hat – „um auch die eigene Logistik unternehmerisch und damit effizient, schnell und verlässlich auszurichten“, so Molz.
„Das Binnenschiff als Verkehrsträger bietet mit seinen Reserven ein erhebliches Wachstumspotential. Um dieses Potenzial zu heben, müssen die Binnenhäfen als Drehscheibe des Güterverkehrs gestärkt werden sowie die Verkehrsträger Bahn, Schiff und Lkw dort bestmöglich vernetzt werden. Als dezentrale Umschlagplätze kommt dabei nicht nur den großen, sondern auch den kleinen Häfen eine große Bedeutung zu“, sagte Verkehrsminister Hermann, und setzte hinzu: „Man muss den Wasserstraßen mehr Aufmerksamkeit geben, denn sie sind längst nicht so ausgelastet, wie es möglich wäre. Und natürlich ist für uns klar, dass die Neckarschleusen saniert und ausgebaut werden, damit auch größere Schiffe zum Einsatz kommen können.“
Hafendirektor Molz machte deutlich: „Der Hafen ist wichtiger als er bekannt ist. Und das Land darf sich auch nach Bildung der neuen Regierung weiterhin so hervorragend um ihn kümmern, wie bisher."  Den Abschluss des Besuchs bildete ein ebenso persönliches wie symbolisches Ritual: Molz und Hermann tauschten ihre eigenen Bücher aus – „Panta Rhei – 125 Jahre Kehler Hafen" gegen „Und alles bleibt anders – Meine kleine Geschichte der Mobilität". Zwei Männer, zwei Institutionen, zwei Bücher – und ein gemeinsames Verständnis davon, dass Infrastruktur mehr ist als Beton und Gleise.

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