Polizeirevier Kehl nimmt immer noch einen Spitzenplatz landesweit ein
Grenzkontrollen lassen die Zahl der Straftaten sinken

Patrick Schote und Ingolf Grundwald präsentieren die Zahlen der Kriminalstatistik für den Revierbereich Kehl.
  • Patrick Schote und Ingolf Grundwald präsentieren die Zahlen der Kriminalstatistik für den Revierbereich Kehl.
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  • hochgeladen von Christina Großheim

Kehl (gro). Ob Rheinau, Willstätt, Appenweier oder Kehl – die Zahl der Straftaten im Bereich des Polizeireviers Kehl ist im vergangenen Jahr gesunken. Für Kehl, das zwar immer noch im Bereich des Polizeipräsidiums Offenburg und auch landesweit an der Spitze liegt, stellt Revierleiter Polizeioberrat Ingolf Grunwald sogar fest: "So gute Zahlen hatten wir in Kehl noch nie, seit ich das Revier leite." Der Grund für den starken Rückgang ist einfach: Seit Ende 2015 laufen die Grenzkontrollen zwischen Deutschland und Frankreich mit Schwerpunkt an der Europabrücke. Sie sorgen dafür, dass eine bestimmte Klientel an den Wochenenden nicht mehr nach Kehl fährt.
So sank in Kehl die Zahl der Straftaten insgesamt in 2016 auf 4.827, ein Rückgang von 15,2 Prozent. Die Aufklärungsquote stieg um 3,9 Prozent auf 73,8 Prozent. "Das ist eine sehr gute Zahl", betont Grunwald. Sie liegt deutlich höher als im gesamten Präsidiumsbereich. Gesunken ist auch die Häufigkeitsziffer, die die Zahl der Verbrechen in Relation zu der der Einwohner setzt. Lag sie in Kehl 2015 noch bei 16.498, ist sie auf 13.779 gesunken. Doch damit liegt Kehl immer noch um 229,49 Prozent über dem Polizeipräsidium und an der Spitze in Baden-Württemberg. So hat Offenburg eine Häufigkeitsziffer von 12.741, Freiburg von 12.745 und Stuttgart von 9.483. Unverändert hoch ist in Kehl die Zahl der nicht-deutschen Straftäter (82,2 Prozent), wobei auch hier wieder die französischen Bürger mit 64 Prozent den Mammutanteil ausmachen.
In Rheinau ist die Zahl der Straftaten ebenfalls gesunken, die Aufklärungsquote konnte leicht gesteigert werden. Sinkende Zahlen gibt es in allen Deliktsfeldern wie bei den Wohnungseinbrüchen, dem Diebstahl aus Autos und dem Betrug. Lediglich die Rauschgiftvergehen haben zugenommen. "Dahinter steckte eine jugendliche Tätergruppe, die wir ermitteln konnten", so Grunwald. Außerdem machten sich die Grenzkontrollen in Gambsheim bemerkbar. Auch wenn die Zahl der Gewalttaten zugenommen hat, betont Grunwald: "Im gesamten Bereich des Polizeireviers Kehl gibt es keinen Bezug zu den Flüchtlingen bei diesen Delikten."
Ähnlich sieht das Bild in Willstätt aus: Die Zahl der Straftaten insgesamt ist um fast 25 Prozent gesunken und das in fast allen Deliktbereichen. Die Ausnahme bildet auch hier erneut die Gewaltkriminalität, es wurden mehr Delikte als im Vorjahr festgestellt. "Insgesamt haben wir in Willstätt einen sehr positiven Trend", so Ingolf Grunwald. "Es wurden über 100 Straftaten weniger verzeichnet." Dies schlägt sich insbesondere bei den Delikten der Straßenkriminalität, also allen Straftaten, die im öffentlichen Raum begangen wurden, nieder. "Wir haben eine Tätergruppe in Sand festgenommen, die in diesem Bereich, aber auch im Drogenhandel tätig war", so Grunwald. Einziger Ausreißer ist die Zunahme von Fahrraddiebstählen im Bereich des Legelshurster Bahnhofs. "Wir arbeiten mit der Gemeinde an einer Lösung wie etwa dem Aufstellen von Fahrradboxen", erklärt der Revierleiter.
Der positive Trend gilt auch für Appenweier, aber: "Auch hier hat die Gewaltkriminalität zugenommen. Der Grund ist die Zunahme von Körperverletzungsdelikten in Zügen", so Grunwald. Diese würden, wenn die Bundespolizei dort aussteige, Appenweier zugerechnet.
Unaufgeregt sieht Grunwald das neue Verkehrsmittel Straßenbahn, das künftig Kehl und Straßburg miteinander verbindet. "Es wird deutsch-französische Streifen dort geben. Aber im Prinzip ersetzt die Tram nur den Bus, der bislang fuhr."

Autor:

Christina Großheim aus Offenburg

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