Arbeiten laufen
Feuersalamander soll sich beim Gieseneckbrunnen wohlfühlen

Ausgraben der Überbrückungsleitung
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Lahr (st). Ein Kunststoffrohr in einem Graben beim Grieseneckbrunnen sorgt derzeit für Aufregung. Hintergrund ist die Sorge, dass dort der Lebensraum des Feuersalamanders gestört wird. Die Stadt Lahr ist Grundstückseigentümerin und steht mit der zuständigen Fachbehörde beim Landratsamt in engem Kontakt. Aktuell laufen vor Ort Arbeiten des Lahrer Bau- und Gartenbetriebs (BGL), um die Feuersalamanderpopulation stärker zu fördern.

In den offenen Graben nördlich des Weges beim Grieseneckbrunnen wurde vor einigen Jahren zur Wasserführung ein Kunststoffrohr eingelassen, weil das Wasser aus dem Brunnen, unter dem bestehenden Weg hindurch auf der angrenzenden Wiesenfläche versickerte. Dort war es nicht nur für den weiteren Grabenverlauf verloren, sondern vernässte zudem einen Acker und verursachte erheblichen Schaden. Mit dem Rohr konnte der Wasserfluss gewährleistet werden.

Für ein besseres Landschaftsbild

Für ein besseres Landschaftsbild und zum Schutz vor Beschädigung wurde das Rohr kürzlich mit Erde überzogen und mit Blumen- und Kräutersamen eingesät. Neben der wasserführenden Funktion diente das Rohr nach wie vor auch den Amphibien als Unterschlupf und Schutz vor Fressfeinden. Durch die Erde änderte sich nichts an diesen Funktionen. Auch der Feuersalamander konnte seine Jungen weiterhin im Bereich zwischen Brunnentrog und Verrohrung absetzen. Dennoch kamen Bedenken auf, die die Stadt sehr ernst genommen hat und im konstruktiven Dialog mit dem Landratsamt eine alternative technische Lösung suchte.

Am 19. November hat der BGL begonnen, das Teilstück des Grabens wieder zu öffnen, um den Bereich bis zur Hauptabsetzzeit im Spätwinter bis Frühjahr so zu gestalten, dass sich der Feuersalamander wohlfühlen kann. „Wir dichten, den Graben zunächst mit einer lehmhaltigen Bodenschicht ab“, erklärt Ralph Brucker, Leiter der Abteilung Liegenschaften und Verwaltungsservice. „Sollte das nicht halten und weiterhin Wasser verloren gehen, müssen wir möglicherweise eine Teichfolie auf dem Grabengrund einziehen.“

An der grundsätzlichen Problematik der Wasserknappheit können diese Maßnahmen aber nichts ändern. „Eine Erhöhung des Wasserflusses liegt nicht in unserer Hand, da es sich nicht um eine natürliche Quelle handelt, sondern um die Ableitung von Schicht- und Oberflächenwasser“, so Brucker. Demnach lassen die langen trockenen Witterungsabschnitte in den Sommermonaten befürchten, dass der Brunnen, zumindest temporär, austrocknet.

Der Gieseneckbrunnen ist bei der Bevölkerung ein beliebter Ausflugs- und Aufenthaltsort im Kuhbacher Stadtwald. Hier wurde bereits vor langer Zeit vom städtischen Forstbetrieb eine Schutzhütte errichtet. Oberhalb des Wegs am Waldrand wird das vorhandene Schicht- und Oberflächenwasser gefasst und mit Hilfe eines Rohres in den Brunnentrog geleitet. Das Überlaufwasser fließt in den offenen Graben am Weg. Das Gerinne ist kein Gewässer im Sinne das Wassergesetzes und wird nicht aus einer natürlichen Wasserquelle im klassischen Sinne gespeist. Im Laufe der Jahre sind durch den Wasserabfluss jedoch künstliche, durch Menschenhand geschaffene Lebensräume entstanden, die von wasserliebenden Tieren und Pflanzen besiedelt wurden.

„Ein anderes, weitaus größeres, Problem ist allerdings das Verhalten einiger Besucher des Gieseneckbrunnens“, weiß Ralph Brucker, „Regelmäßig muss der städtische Bau- und Gartenbetrieb große Müllmengen entsorgen, die achtlos in die Landschaft geworfen werden, obwohl sich an Ort und Stelle ein Müllbehälter befindet.“ Auch in den Graben selbst, also direkt in die Laichstätte des Salamanders, wird Abfall geworfen. Grillbriketts und andere Stoffe, die die Flora und Fauna extrem gefährden, haben die Mitarbeiter des BGL dort nicht nur einmal beseitigen müssen.

Vermüllung am Langenhard

Generell scheint es nicht weit her mit dem Ordnungssinn und der Rücksichtnahme einiger Bürger. „Gestern haben wir wieder wilden Müll am Langenhard aus der Böschung gezogen“, erzählt Frank Kettenacker vom BGL, „Der Müll nimmt immer mehr zu. Mutwillig wird er in den Wald geworfen, Matratzen, Gipsreste, Deckenleuchten, Kunststoffteile und so weiter, das alles beseitigen wir regelmäßig im Wald und auf Wiesenflächen.“ Vier Mitarbeiter der Stadtreinigung waren am Donnerstag rund zwei Stunden im Einsatz, um am Langenhard wieder Ordnung zu schaffen.

Die Stadtverwaltung appelliert an die Bürger auf ihre Umwelt zu achten und zu Ordnung und Sauberkeit beizutragen. Das bedeutet beispielsweise, seine Abfälle ordnungsgemäß in entsprechenden Behältern, über den Haus- oder Sperrmüll und auf Deponien zu entsorgen. Das bedeutet auch, nicht auf Plätzen in Wald und Wiese zu grillen, die nicht dafür vorgesehen sind und nicht unnötig mit Fahrzeugen in Wald und Feld herumzufahren.

Autor:

Rembert Graf Kerssenbrock aus Kehl

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