Fachkonferenz Wirtschaftsstandort
Gemeinderat und Verwaltung tauschen sich aus

Lahr (st). Gemeinderat und Stadtverwaltung haben am Samstag, 16. Juli, bei einer Fachkonferenz zur zukunftsfähigen Entwicklung des Wirtschaftsstandorts Lahr wesentliche Weichenstellungen für die kommunale Wirtschaftspolitik der nächsten Jahre diskutiert.

„Es ist richtig, dass wir uns auch in unruhigen Zeiten die Zeit genommen haben, den Blick auf die Aufgabenfelder der Zukunft zu lenken“, zeigt sich Oberbürgermeister Markus Ibert zufrieden: „Wir haben unser gemeinsames Verständnis darüber geschärft, was wir unter einer Wirtschaftsentwicklung mit Qualität verstehen und auch konkrete Ziele und Handlungsfelder erarbeitet.“

Maßnahmenprogramm wird entwickelt

Wichtige Impulse lieferten erste Ergebnisse einer Befragung von Lahrer Unternehmen: „Aus Sicht der Wirtschaft sind die Arbeitskräftesicherung, Gewerbe- und Wohnflächen, die Breitbandversorgung und Dienstleistungen der Stadt wichtige Handlungsfelder. Gemeinsam mit dem Input aus der Fachkonferenz werden wir nun ein Programm mit konkreten Maßnahmen für die kommenden Jahre entwickeln und im Herbst in den Gemeinderat einbringen“, erklärt Wirtschaftsförderer Michael Voigt. Dabei ist die regionale Perspektive wichtig, wie Bürgermeister Tilman Petters betont: „Viele der Herausforderungen, sei es der Fachkräftebedarf oder eine nachhaltige Flächenentwicklung, lassen sich nur interkommunal und mit regionalen Partnern lösen.“ Bei der Fachkonferenz waren daher auch Vertreter der Kammern, Wirtschaftsverbände und die Wirtschaftsregion Ortenau eingeladen.

Daniel Halter, Geschäftsführer der Industrie- und Gewerbezentrum Raum Lahr GmbH (IGZ), zieht ebenfalls ein positives Fazit: „Die Fachkonferenz hat gezeigt, wie wichtig es ist, die Kräfte am Standort Lahr zu bündeln und gemeinsam Wege für eine zukunftsfähige Wirtschaftsentwicklung zu gehen. Für unsere weitere Arbeit auf dem "startkLahr"-Areal haben wir viele konkrete Impulse mitgenommen.“

Ergebnisse der Fachkonferenz

Die Stadtverwaltung als Dienstleisterin für die Wirtschaft/zielgerichtete Wirtschaftsförderung:
Sich verändernde Rahmenbedingungen für die Wirtschaftsentwicklung und neue Anforderungen aus der Wirtschaft erfordern es, den Fokus der Wirtschaftsförderung schärfen und ihre Aufgaben teilweise zu erweitern. Auf Basis der Ergebnisse der Fachkonferenz wird die Stadtverwaltung dem Gemeinderat konkrete Vorschläge für das Arbeitsprogramm der Wirtschaftsförderung in den nächsten Jahren unterbreiten. Daneben bleibt die kontinuierliche Weiterentwicklung von Verwaltungsdienstleistungen für die Wirtschaft eine Daueraufgabe. Die Unternehmensbefragung gibt Hinweise zur Erwartungshaltung in den Unternehmen.

Nachhaltige Entwicklung von Gewerbegebieten und Infrastruktur:
Fragen der nachhaltigen Entwicklung des Standorts, aber auch einzelner Unternehmen, stießen bei den Teilnehmenden der Fachkonferenz auf großes Interesse. Dabei spielte insbesondere die Frage eine Rolle, wie Nachhaltigkeits- und Klimaschutzziele mit dem weiterhin bestehenden Flächenbedarf von Unternehmen in Einklang zu bringen sind. Stadtverwaltung und IGZ hatten einen umfangreichen Überblick über Industrie- und Gewerbelagen in Lahr sowie deren Qualitäten und Potenziale aufbereitet. Diskutiert wurden unter anderem die Zielrichtung des Standortmarketings, Strategien zur Flächeneffizienz, innovative Mobilitätskonzepte, die Aktivierung von Brachflächen im Bestand, aber auch Entwicklungspotenziale für Gebietserweiterungen. Es wurde dabei deutlich, dass eine zukunftsfähige Standortentwicklung eine gemeinsame Gesamtstrategie für die Gewerbeflächenentwicklung der Stadt Lahr unter Einbezug des "startkLahr"-Areals erfordert.

Etablierung eines Innovations- und Gründerzentrums am Standort Lahr:
Bei der Fachkonferenz wurde der aktuelle Planungsstand zur geplanten Etablierung eines Innovations- und Gründerzentrums am Standort Lahr vorgestellt und diskutiert. Die Stadt Lahr und die IGZ planen gemeinsam mit der Wirtschaftsregion Ortenau und weiteren Partnern, Strukturen und Personal für ein professionelles Innovationsmanagement vor Ort aufzubauen. Der Branchenfokus soll auf Produktion und industrienahen Dienstleistungen liegen. Neben dem Aus- und Aufbau von Netzwerkaktivitäten, Beratungsangeboten und Veranstaltungen sind die Schaffung flexibler Immobilienangebote für Start-ups und Innovationsteams auf dem "startkLahr"-Areal zentrale Bausteine. Kurzfristig sollen rund 1.500 Quadratmeter Büro- und Werkstattflächen sowie Kommunikationsbereiche und Gemeinschaftsflächen für die Zielgruppen Gründerinnen und Gründer sowie Innovationsteams entstehen.

Bis zum Herbst wird die Stadtverwaltung auf Basis der Ergebnisse der Fachkonferenz ein konkretes Programm mit Zielen, Handlungsfeldern und konkreten Maßnahmen entwickeln und in den Gemeinderat zur Beratung einbringen. Das Themenfeld „Herausforderung Fachkräftesicherung und -gewinnung“ wird ebenfalls noch in den kommunalen Gremien beraten.

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