Phänomen Frühjahrsmüdigkeit
Reaktion des Organismus

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Mittleres Kinzigtal (cao). Im Frühling erwacht die Natur zu neuem Leben, auch das schöne Wetter und die warmen Temperaturen locken ins Freie. Eigentlich sollte man da so richtig voller Tatendrang sein. Wenn eins nicht wäre – die Frühjahrsmüdigkeit.
Doch woher kommt eigentlich dieses Phänomen mit dem schläfrigen und schlappen Gefühl und der starken Müdigkeit? Oder ist das gar nur Einbildung?

Umstellung von kalt auf warm

"Die Frühjahrsmüdigkeit gibt es wirklich. Sie ist eine typische Reaktion des Organismus bei der Umstellung von der kalten auf die warme Jahreszeit", bestätigt Patrik Bothor, sportlicher Leiter "gesund+aktiv" aus der Abteilung für Gesundheitsförderung, Gesundes Kinzigal in Hausach.
Dabei würden sich in dieser Zeit die Blutgefäße weiten und der Blutdruck absacken, was die Müdigkeit hervorruft. Eine weitere Rolle spiele der Melatoninspiegel, wie der Diplom-Sportlehrer und Sporttherapeut sagt. Melatonin ist ein Hormon, das von den Pinealozyten in der Zirbeldrüse, einem Teil des Zwischenhirns, aus Serotonin produziert wird und den Tag-Nacht-Rhythmus des menschlichen Körpers steuert. "Nach den langen Wintermonaten ist die Konzentration des sogenannten Schlafhormons besonders hoch", erklärt Patrik Bothor.

Frauen häufiger betroffen

Wetterfühlige Menschen sind insgesamt viel öfter betroffen. Außerdem spüren das Phänomen Frühjahrsmüdigkeit vor allem Menschen, die sowieso schon einen niedrigen Blutdruck haben. Das sind in der Regel häufiger Frauen als Männer. Auch ältere Menschen klagen öfter über dieses Phänomen. Je fitter man ist, desto besser kommt man meistens mit dem Klimawechsel klar.
Präventiv könne dem in gewissem Maße entgegenwirkt werden. "Bewegung ist gut für den Blutdruck und macht insgesamt fit. Auch leichte Bewegung, wie ein Spaziergang, lohnt sich schon", rät der sportliche Leiter. Zudem fördere Licht die Bildung des Aktivitätshormons Serotonin.
Aber auch wenn einen die Müdigkeit im Frühjahr übermannt hat und man sich schlapp fühlt, fordert Diplom-Sportlehrer Bothor "keine Schonung" und hat dazu auch gleich drei Tipps parat: "Gehen Sie raus und gewöhnen Sie sich an die steigenden Temperaturen, bewegen Sie sich dabei und tanken Tageslicht. Das funktioniert als biologischer Wecker".

Zusätzlich können Wechselduschen und Saunabesuche die Blutgefäße trainieren, frisches Obst und Gemüse unterstützen die Stoffwechselprozesse. Um die Müdigkeit und eventuelle Konzentrationsstörungen zu vermeiden, sollte auch auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr (zirka 1,5 bis 2 Liter) geachtet werden. Und ja, wir dürfen jetzt müde sein, denn unser Körper arbeitet jetzt wie ein Weltmeister, um sich an das warme Wetter zu gewöhnen. Die gute Nachricht zum Schluss: Spätestens in ein paar Wochen ist der Spuk vorbei!  

Keine Krankheit

Auch der Diplom-Sportlehrer und Sporttherapeut Patrik Bothor kann beruhigen. Die Frühjahrsmüdigkeit ist keine Krankheit, "sondern ein ganz normaler Umstellungsprozess des Körpers". Die Anpassungsvorgänge des Körpers würden etwa zwei bis drei Wochen andauern. Wer sich aber über längere Zeit oder gar ungewöhnlich stark erschöpft fühle, sollte auf jeden Fall einen Arzt um Rat fragen. "Es kommen auch viele andere Ursachen in Frage."

Der Organismus reagiert auf den Temperaturwechsel, deshalb sind viele Menschen dann auch "hundemüde".

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