Klinik-Serie
Schnelle Hilfe, wenn das Gehirn wie vom Blitz getroffen ist
- Dr. Blahak, Chefarzt der Stroke-Unit Lahr (Mitte), setzt mit seinem Team bei älteren Patienten auf eine geriatrische frührehabilitative Komplexbehandlung.
- Foto: Foto: Ortenau Klinikum
- hochgeladen von Matthias Kerber
Ortenau Kürzlich wurde die Schlaganfall-Spezialstation in der Betriebsstelle Lahr erneut von der deutschen Schlaganfall-Gesellschaft als überregionale Schlaganfalleinheit rezertifiziert: Teil sieben von „Blickpunkt Ortenau Klinikum“.
Eine klassische Stroke-Unit, das heißt eine Spezial-Einheit zur Abklärung und Behandlung von Schlaganfällen, gibt es in Lahr seit über 25 Jahren: „Ein multiprofessionelles Team aus Neurologen, speziell weitergebildeten Pflegekräften und Therapeuten arbeitet eng zusammen. Hierdurch soll möglichst rasch ein Schlaganfall diagnostiziert, die Ursache identifiziert und eine entsptechende Behandlung eingeleitet werden“, erklärt Chefarzt Priv.-Doz. Dr. Christian Blahak. Bei der Behandlung kommt auch die Besonderheit der überregionalen Stroke-Unit ins Spiel, die in dem speziellen Therapieverfahren der mechanischen Thrombektomie liegt. Für Laien ausgedrückt: „Das ist die Entfernung eines Gerinnsels aus einem Hirngefäß mit einem Katheter." Dieser Eingriff wird in Lahr standortübergreifend auch für Schlaganfall-Patienten aus Offenburg ausgeführt – in der Offenburger Betriebsstelle Ebertplatz gibt es eine weitere Stroke-Unit. „Hierbei besteht eine enge Kooperation mit ständigem Austausch von Patienten-Informationen, CT- und MRT-Bildern sowie weiteren Befunden“, so Dr. Blahak.
Zeit ist Gehirn
Ist ein Schlaganfall diagnostiziert, muss das verschlossene Gefäß im Gehirn möglichst rasch wieder eröffnet werden, entweder durch eine gerinnselauflösende Infusion mit rtPA oder eben durch die Thrombektomie: „Diese Verfahren können jedoch nur in den ersten Stunden nach einem Schlaganfall angewendet werden." Je schneller also die Behandlung eingeleitet wird, desto höher ist die Chance einer Besserung der Symptome oder sogar vollständigen Genesung.
2024 wurden auf den Stroke-Units in Lahr und Offenburg insgesamt knapp 2.000 Patienten behandelt. Je nach Schwere des Schlaganfalls bleiben die Patienten für ein bis vier Tage auf der Spezial-Station, die in Lahr aktuell für zehn Betten zertifiziert ist. In erster Linie sei der Schlaganfall eine Erkrankung des höheren Lebensalters, weiß der Chefarzt der Stroke-Unit, dennoch seien rund 30 Prozent der behandelten Patienten jünger als 65 Jahre.
Ein weiterer Schwerpunkt der Neurologischen Klinik: die Neurogeriatrie. „Hier bieten wir ein spezielles Behandlungskonzept für ältere Menschen nach einer neurologischen Akuterkrankung oder einem operativen Eingriff an. Ziel ist es, sie wieder in ihr gewohntes häusliches Umfeld entlassen zu können.“ Gabriele Ritter







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