Klimaneutral bis 2035
Stadt Lahr setzt Zeichen in der Klimapolitik

Lahr (st). Die Stadt Lahr strebt an, bis zum Jahr 2040 eine klimaneutrale, an die Folgen des Klimawandel angepasste Kommune zu werden. Die Verwaltung soll schon bis 2035, fünf Jahre früher als bislang angestrebt, Klimaneutralität erreichen. Dieses Leitziel, unterlegt mit einem erweiterten Maßnahmenprogramm, hat der Gemeinderat der Stadt Lahr mit großer Mehrheit beschlossen, wie die Stadt in einer Pressemitteilung berichtet.

Mit gutem Beispiel vorangehen

„Das 21. Jahrhundert wird ein Jahrhundert der Klimafrage werden. Der Klimaschutz ist eine Aufgabe, die uns alle gemeinsam fordert. Wir wollen als Stadt mit gutem Beispiel vorangehen. Mit unserem neuen Leitziel setzen wir ein klares Zeichen, dem konkrete Schritte folgen werden“, sagt Oberbürgermeister Markus Ibert.

Die Stadt Lahr verfolgt unter dem Motto „global denken – lokal handeln“ schon seit den 1990er-Jahren das Ziel, zugleich das Klima zu schützen und die Lahrer Region nachhaltig weiterzuentwickeln. Inzwischen ist die Anpassung an die Auswirkungen des menschengemachten Klimawandels als weiteres Ziel hinzugekommen. Ein wesentlicher Meilenstein ist das Integrierte Klimaschutzkonzept: Es wurde im Jahr 2012 in einem partizipativen Prozess erarbeitet, vom Gemeinderat beschlossen und bildet nach wie vor die fachliche Grundlage für die städtischen Aktivitäten mit ihren vielen einzelnen Maßnahmen auf diesem Gebiet.

Jede Maßnahme zählt

Der vorläufigen Energie- und CO2-Bilanz für die Lahrer Gemarkung zufolge hat die Stadtverwaltung mit ihren Liegenschaften allerdings nur einen Anteil von zwei Prozent am gesamten CO2-Ausstoß. Etwa 54 Prozent dieser Emissionen entfallen auf wie Wirtschaft, weitere 25 auf die privaten Haushalte und 19 auf den Verkehr. „Dies zeigt deutlich, dass nachhaltiges Denken und Handeln aller Akteurinnen und Akteure in Lahr erforderlich sind“, sagt Ibert. „Jede Maßnahme und jeder Beitrag zählen. Als Stadt wollen wir Vorbild sein: zum Beispiel beim Ausbau der Windenergie, bei Solardächern auf öffentlichen Gebäuden oder über den Verkehrsentwicklungsplan, mit dem wir wichtige Akzente setzen können.“

Vor diesem Hintergrund hat der Gemeinderat die Verwaltung beauftragt, die bisherigen Energie- und Klimaaktivitäten fortzuführen und weitere Maßnahmen vorzuschlagen. Sofern hierfür zusätzliche personelle und finanzielle Ressourcen erforderlich sind, wird das Gremium darüber gesondert entscheiden. Eine wichtige Rolle soll unter anderem die Bodenvorratspolitik spielen: Die Stadt will Bau- und Bauerwartungsland erwerben, damit sie als Grundstückseigentümerin Vorgaben zum Klimaschutz – etwa hinsichtlich des Energiestandards oder der Energieversorgung der Gebäude – gegenüber allen Bauinteressierten festschreiben kann. Zudem möchte die Stadt ihre Beteiligungen und Partnerschaften nutzen, um auf andere einzuwirken. „Das gilt beispielsweise für die Industrie- und Gewerbezentrum Raum Lahr GmbH und die Vermarktung der Gewerbeflächen auf dem Flugplatz, für die Energiedienstleister E-Werk Mittelbaden und Badenova oder für die Städtische Wohnbau, mit der wir ein CO2-freies Musterquartier entwickeln wollen“, führt Ibert aus.

European Energy Award

Darüber hinaus wird die Stadt Lahr zur Bestimmung des eigenen Standorts im kommenden Jahr erneut am Audit zum European Energy Award teilnehmen. Dieser ist ein vielfach erprobtes Steuerungs- und Controllinginstrument für die kommunale Energiepolitik, mit dem systematisch alle energierelevanten Aktivitäten erfasst und überprüft werden. „Der Klimaschutz ist eine globale Herausforderung, die wir als Stadt nicht allein bewältigen können. Es braucht verbindliche Regelungen und Aktionen der Europäischen Union, des Bundes und des Landes“, sagt Markus Ibert: „Aber was wir in Lahr vor Ort leisten können, wollen und werden wir entschlossen anpacken.“

Autor:

Daniela Santo aus Lahr

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