Offener Brief von Helga Wössner
Corona-Verordnung und ländlicher Raum

Mühlenbach (st). Die Mühlenbacher Bürgermeisterin Helga Wössner (CDU) wendet sich in einem offenen Brief an die beiden Landtagsabgeordneten Sandra Boser (Grüne) und Marion Gentges (CDU). Darin geht es um die am Mittwoch in der Ministerkonferenz (MPK) beschlossenen Regelungen, die noch in Länderrecht umgesetzt werden müssen. "Hierzu gehören auch Einschränkungen, die das private und wirtschaftliche Leben stark beeinflussen, die sich aber auf die Ausbreitung des Corona-Virus nur unerheblich auswirken. Insbesondere wird man das Gefühl nicht los, dass die Situation in den Städten der Maßstab der Corona-Verordnung darstellt und die Besonderheiten des ländlichen Raums weniger Berücksichtigung finden", so die Bürgermeisterin.

Stichwort Ferienwohnungen

In ihrem Brief greift Helga Wössner zwei Beispiele auf. So kritisiert sie, dass Übernachtungsangebote im Inland nur noch für notwendige und ausdrücklich nicht touristische Zwecke zur Verfügung gestellt werden. Denn die Hotellerie in Großstädten habe mit dem Angebot an Ferienwohnungen im ländlichen Raum recht wenig zu tun. "Hier fällt einem sofort der berühmte Vergleich von Äpfeln mit Birnen ein", schreibt die Bürgermeisterin. Ferienwohnungen im ländlichen Raum befänden sich meistens in Bauernhöfen mitten in der Natur und würden von Familien und Ehepaaren gebucht, die sich sowieso schon ständig in gleichen Haushalten befänden. Die Mieter würden Ruhe und das Naturerlebnis suchen, aber keine Partyszene. Helga Wössner findet es nicht nachvollziehbar, diese touristischen Übernachtungsangebote in der buchungsarmen Zeit im November einzustellen. Zumal alle Übernachtungsbetriebe schon jetzt über sorgfältig ausgearbeitete Hygienekonzepte verfügen würden.

Freizeiteinrichtungen

Als zweites Beispiel nennt Helga Wössner in dem Brief  die Schließung von Institutionen und Einrichtungen, die der Freizeitgestaltung zuzuordnen sind: "Gerade bei Freizeiteinrichtungen ist hier unbedingt auf die räumlichen Verhältnisse Rücksicht zu nehmen. So muss zum Beispiel ein großer Reitstall mit großer Freifläche oder wie in der Gemeinde Mühlenbach ein Bogenparcours, der von nur kleinen Personengruppen ausschließlich auf großflächigem  Wald- und Wiesengelände genutzt wird, für den Individualsport weiterhin geöffnet bleiben." Im Ergebnis fordert die Mühlenbacher Bürgermeisterin, dass das Land "im Vorfeld von zukünftigen Verhandlungen verstärkt auf die Besonderheiten des ländlichen Raums eingehen und das zuständige Ministerium mit Vernunft und Maß die Beschlüsse der Ministerpräsidentenkonferenz umsetzen und auch hier die Besonderheiten des ländlichen Raums stärker berücksichtigen soll."

Autor:

Anne-Marie Glaser aus Offenburg

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