Für mehr Artenvielfalt in Oberkirch
Bürgertisch bringt viele neue Ideen
- Rege Diskussionen und vielfältige Wortmeldungen bereichern den Austausch beim Oberkircher Bürgertisch.
- Foto: Denise Burkart/Stadt Oberkirch
- hochgeladen von Matthias Kerber
Oberkirch (st) Beim zweiten Bürgertisch der Stadt Oberkirch stand das Thema Artenvielfalt im Mittelpunkt. Rund 35 Bürger, Fachleute sowie Vertreter aus Gemeinderat und Verwaltung kamen im Forum des Hans-Furler-Gymnasiums zusammen, um konkrete Ideen für eine „blühende Heimat“ zu entwickeln und gemeinsam über deren Umsetzung zu diskutieren.
Mit dem Bürgertisch setzt die Stadt ihr neues Beteiligungsformat fort, das auf direkten Austausch und konkrete Impulse aus der Bürgerschaft abzielt. Der zweite Bürgertisch wurde auf Initiative des BUND-Renchtal durchgeführt. Nach dem Auftakt zum Thema Inklusion wurde nun deutlich, dass auch Umwelt- und Naturschutzthemen auf Interesse in der Bürgerschaft stoßen.
Artenvielfalt als gemeinschaftliche Aufgabe
Im Mittelpunkt des Abends stand die Frage, welchen Beitrag sowohl die Bürger als auch die Stadt selbst für den Erhalt und die Förderung der Artenvielfalt leisten können. Impulse aus dem Fachvortrag von Martin Klatt, Leiter der Bezirksgeschäftsstelle des NABU Mittlerer Oberrhein und die anschließende Arbeit an vier Thementischen zeigten, wie vielfältig die Ansätze bereits sind: Von privatem Engagement über Vereinsarbeit bis hin zu Maßnahmen der Stadt. Betreut wurden diese von Kristina Paleit, Obst- und Gartenbauberaterin beim Ortenaukreis, Martin Klatt, Artenschutzreferent des NABU, Franz Just, BUND Renchtal und Christoph Huber, Umweltbeauftragter der Stadt Oberkirch.
„Eine blühende, vielfältige Umwelt ist das Herzstück einer lebendigen Heimat – und es liegt in unser aller Verantwortung, diese Vielfalt für kommende Generationen zu bewahren“, betonte Bürgermeister Christoph Lipps in seiner Begrüßung.
Konkrete Ideen aus der Bürgerschaft
In den Arbeitsgruppen wurden zahlreiche Anregungen erarbeitet. Zentrale Themen waren unter anderem die stärkere Einbindung junger Menschen, etwa durch zielgerichtete Formate für Kinder und Jugendliche, sowie der Wunsch, bestehende Grünflächen und Obstbaumbestände besser zu pflegen und gleichzeitig neue Flächen zu entwickeln.
Diskutiert wurden auch neue Kooperationsmodelle, etwa Patenschaften durch Vereine, Unternehmen oder Privatpersonen für Grünflächen und Gärten. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der besseren Vernetzung bereits vorhandenen Wissens, um Erfahrungen und Kompetenzen innerhalb der Stadtgesellschaft stärker zu teilen.
Darüber hinaus wurde angeregt, Pilotprojekte insbesondere in der Innenstadt umzusetzen, um das Thema Artenvielfalt sichtbarer in den Alltag zu integrieren. Auch strukturelle Rahmenbedingungen, etwa durch Förderprogramme oder Vorgaben bei Bauprojekten, wurden als mögliche Hebel benannt. Ergänzend wurde die Aktualisierung und Weiterentwicklung bestehender Angebote wie Obstlehrpfade angesprochen.
Umsetzung braucht klare Prioritäten
Die Vielzahl an Ideen macht zugleich deutlich, dass nicht alle Vorschläge kurzfristig umgesetzt werden können. Viele Ansätze sind mit personellem und finanziellem Aufwand verbunden. Zugleich wurde deutlich, dass die Weiterentwicklung der Artenvielfalt in Oberkirch nur im Zusammenspiel aller Akteure gelingen kann. Neben kommunalen Maßnahmen kommt dem Engagement von Bürgerschaft, Vereinen und Initiativen eine zentrale Rolle zu.
Die gesammelten Ergebnisse werden nun strukturiert aufgearbeitet und nach Dringlichkeit sowie Machbarkeit priorisiert. Anschließend sollen Gemeinderat und Öffentlichkeit über die weiteren Schritte informiert werden. Ziel ist es, Transparenz zu schaffen und die Beteiligung der Bürgerschaft langfristig zu stärken.
Zum Abschluss des Abends wurde das Format erneut positiv bewertet. Der Bürgertisch habe gezeigt, dass Interesse an Mitgestaltung besteht und wertvolle Impulse aus der Stadtgesellschaft entstehen können, so Lipps.






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