Flugzeugtaufe auf „Karl Thoma“
50-jähriges Jubiläum der Fliegergruppe
- Festplatz mit Segelflugzeug DISCUS CS Karl Thoma
- hochgeladen von Martin Kiefer
Die Fliegergruppe Renchtal feierte am 1.Mai ihr Fliegerfest im Fliegerheim in Ramsbach-Höfle. Parallel fand auch die 50-Jahre Jubiläumsfeier statt. Das Jubiläumsfest war ein rundum gelungener Tag bei Kaiserwetter mit vielen Besucherinnen und Besuchern, angenehmen Begegnungen und einer sehr schönen, wertschätzenden Atmosphäre. Es war für die Fliegergruppe ein starkes Zeichen der Verbundenheit zwischen den Städten Oppenau sowie Oberkirch und der renchtäler Bevölkerung.
Zahlreiche Radfahrer und Wanderer am Renchtal-Radweg kehrten in die Fliegerhallen und den zwei Festzelten ein – Kinder nutzten den benachbarten Spiel- und Bolzplatz.
Jubiläumsprogramm mit Andacht
Die Feierlichkeiten begannen mit einer kurzen Andacht und Segnung der Segelflugzeuge, Piloten und Radfahrer durch Pfarrer Achim Brodback. Er ist selbst auch ein begeisterter Radler und erreichte somit mit seinen einfühlsamen Worten und Liedern die Radler- und auch Fliegerherzen.
Wertschätzende Festreden und Ehrungen zum Jubiläum
Der erste Vorsitzende Klemens Schmiederer zeigte nach der Begrüßung und anfangs der Jubiläumsfeier die sehr beeindruckende Entwicklung der Fliegergruppe in den vergangenen 50 Jahren ausführlich auf. Zitat: „Denn ein Verein wie unserer lebt nicht zuerst von Gebäuden oder Flugzeugen – er lebt von den Menschen, die ihn tragen. Von Menschen mit Herzblut, Weitsicht, Ausdauer und der Überzeugung, dass man gemeinsam mehr erreichen kann als allein. Genau darin liegt die Stärke der Fliegergruppe Renchtal. Die Geschichte unserer Fliegergruppe ist deshalb immer auch eine Geschichte des Ehrenamts. Darauf dürfen wir heute wirklich mit Stolz und Dankbarkeit zurückblicken.“
„So haben die Ehrenpräsidenten wie der im Dezember 2023 verstorbene Egon Muschal und der aktuelle, immer noch stark engagierte, Ludwig Treier die Fliegergruppe Renchtal über Jahrzehnte hinweg geprägt und weiterentwickelt. Sie waren nicht nur Verantwortungsträger, sondern echter Gestalter und Macher im besten Sinne des Wortes“.
Im Jubiläumsprogramm folgen Grußworte der Gemeinde Oppenau durch Dr. Jörg Peter. Er würdigte in seiner sehr persönlichen Rede und in besonderer Weise die Bedeutung der Fliegergruppe, die lange Geschichte des Segelflugs im Renchtal und das ehrenamtliche Engagement vieler Mitglieder. So bauten bereits 1908 engagierte Flugpioniere anhand von Berichten und Fotos in der Tageszeitung einen Gleitapparat nach mit Holz, Fahrradreifen und Stoffen. Die ersten Flugversuche am Farn in Oppenau blieben jedoch erfolglos. In den Nachkriegsjahren bauten man Segelfluge aus Holz selbst. Heute besteht der Flugzeugpark aus drei leistungsstarken Segelflugzeugen in Kunststoffbauweise, welche auf dem Sonderlandeplatz Freudenstadt-Musbach und einem Reisemotorsegler Super Dimona der in Offenburg stationiert ist. Das Vereinsheim und Fliegerwerkstatt wurden mit Unterstützung der Stadt gebaut und zweifach erweitert.
Georg Wolf überbrachte seine wertschätzende Rede im Namen der Stadt Oberkirch.
Wolf erwähnte die Heimattage 2026, welche in Oberkirch stattfinden und an denen auch die Fliegergruppe bei „Oberkirch Leuchtet“ im Juli und dem großen Landesfestumzug im September teilnehmen wird. Er ging auch nochmal auf das langjährige Bemühen der Fliegergruppe auf ein eigenes Segelfluggelände im vorderen Renchtal ein – was leider nicht mit Erfolg gekrönt war.
Der Vizepräsident des Luftfahrtverbandes Baden-Württemberg (BWLV) Horst Ehni studierte für seine Rede die Chronik der Fliegergruppe auf deren Homepage bis ins Detail. Er schilderte die Meilensteine der Fliegerei im Renchtal, welche ja viel weiter zurückreiche als die Fusion im Jahr 1976 vom damaligen Luftsportclub Oberkirch und der Fliegergruppe Oppenau zur Fliegergruppe Renchtal e.V. (FGR). Horst Ehni lobte das ehrenamtliche Engagement und die kontinuierliche Weiterentwicklung der Fliegergruppe. In Anerkennung der Verdienste um den Luftsport zum 50 Jahre Jubiläum verlieh Horst Ehni dem ersten Vorsitzenden Klemens Schmiederer die Urkunde Ehrendiplom Wolf Hirth.
Axel Reich der Vorsitzende Fliegergruppe Freudenstadt und dortiger Bürgermeistervertreter, gab einen Überblick über fliegerische Meilensteine und lobte die positive Zusammenarbeit beider Vereine. Seit 1982 fliegen die renchtäler Piloten in bei der FG Freudenstadt als Gastfluggruppe, wobei auch eine Schulung- und Nutzungsgemeinschaft besteht. Axel Reich übereichte eine Fotomontage mit Impressionen der gemeinsamen 44 Jahre Flugbetrieb in Musbach und des entsprechenden Schriftstückes aus dem Jahr 1982 – unterschrieben vom damaligen Schriftführer und heutigem Ehrenmitglied Dieter Hoferer aus Oppenau.
Flugzeugtaufe auf „Karl Thoma“
Die Präsidentin des Luftsportverbandes Baden, Frau Lang-Dahlke, übereichte nach ihrer Rede eine Porzellantafel des Badischen Sportbundes an die Fliegergruppe.
Da Elisabeth Thoma nicht persönlich an der Jubiläumstaufe teilnehmen konnte, taufte in Vertretung Frau Lang-Dahlke das schnittige Segelflugzeug DISCUS CS auf den Namen „Karl Thoma“. Sie sprach die Taufrede: „Karl Thoma war Ehrenmitglied der Fliegergruppe Renchtal, ein großer Förderer des Flugsports und ein Mensch, der den Verein über viele Jahre begleitet, unterstützt und geprägt hat. Er stand für Verlässlichkeit, Großzügigkeit und echte Verbundenheit mit der Fliegerei“.
Thoma war über viele Jahre ein engagierter Segelflieger, bis ins hohe Alter genoss er als Copilot die Flüge mit dem Motorsegler in seine geliebten Alpen - insbesondere in die Hohen Tauern und nach Zell am See. Karl Thoma verstarb im August 2022 und bleibt mit seinem Namen auf der Rumpfnase des Segelflugzeuges und seiner Verbundenheit zur Fliegerei im Renchtal in ehrender Erinnerung.
Ehrung Fluglehrer Johannes Tisch mit silberner Ehrennadel
Anschließend ehrte Klemens Schmiederer den Fluglehrer und Ausbildungsleiter der Fliegergruppe Johannes Tisch aus Oberachern für 30 Jahre Vereinszugehörigkeit. Zusätzlich übereichte er noch die silberne Ehrennadel des Luftsportverbandes mitsamt Urkunde für besondere Verdienste im Luftsport als Fluglehrer. Johannes Tisch hatte sich kontinuierlich weiterqualifiziert zum Fluglehrer für Segel-, Motorsegel- und Motorflug.
Der Harmonikaverein Ramsbach unter der Leitung von Christoph Müller sorgte sehr stimmungsvoll für die musikalische Umrahmung der Feier. Zum Konzertende wurde sehr passend auch der Fliegermarsch gespielt. Zusätzlich unterstützten Mitglieder des Harmonikavereins tatkräftig die Bewirtung im Fliegerheim.
1976 Fusion und Gründung der FG Renchtal e.V.
Im Jahr 1976 schlossen sich der damalige Luftsportclub Oberkirch, mit Vorsitzendem Adolf Hildenbrand und die Fliegergruppe Oppenau, mit Vorsitzendem Dr. Schmidt, zur Fliegergruppe Renchtal e.V. (FGR) zusammen. Die Gründungsversammlung fand im Pflug, Oberkirch statt. Zum ersten Vorsitzenden der FGR wurde Egon Muschal aus Griesbach gewählt.
Derzeit fliegen 16 Piloten und eine Pilotin aktiv bei der FGR, weitere 95 Fördermitglieder unterstützen den Verein. Vier Fluglehrer bilden ehrenamtlich und individuell auch werktags Flugschüler ab 14 Jahren aus. Fliegen lernen kann praktisch jeder, fliegerärztliche Tauglichkeit vorausgesetzt. Mitbringen muss man neben Begeisterung für die Fliegerei primär einen hohen Eigenantrieb und die Bereitschaft sich kameradschaftlich im Verein zu engagieren. Ehrenamtliches Engagement und zweistufige Flatrates für Fluggebühren bieten ermöglichen ein kostengünstiges Fliegen. Ausbildungsziel und krönender Abschluß ist die staatlich geprüfte Privatpilotenlizenz für Segel- oder Motorsegelflug. Auf dieser soliden Basis sind durch Weiterbildungen zusätzliche Lizenzen möglich. So sind etliche Berufspiloten anfangs als Privatpilot gestartet.
Leistungsfähiger moderner Flugzeugpark
Über die Jahre hinweg wurde der Flugzeugpark konsequent modernisiert und standardisiert. Die älteren Segler in Holz- oder Gemischtbauweise wurden nach und nach ersetzt. Inzwischen hat die FGR nur noch Flugzeuge in leistungsfähiger Bauweise mit Faserverbundwerkstoffen. Das sind extrem schnittige Flugzeuge mit sehr hoher Leistungsfähigkeit. Derzeit besteht der Flugzeugpark aus vier Flugzeugen:
Dem Motorsegler, sowie zwei einsitzigen und einem doppelsitzigen Segelflugzeug.
Der Motorsegler SUPER DIMONA wurde 2008 gekauft und erlaubt unvergessliche Reiseflüge im herrlichen Schwarzwald, in die Alpen oder bis zur Nord-/ Ostsee. Zusätzlich kann der Motorsegler auch zum Schleppen von Segelflugzeugen genutzt werden.
Der einsitzige DISCUS CS, D-5770, hat immerhin eine Gleitzahl von 43 bei 15 Metern Spannweite. Der Discus auch erste Alleinflüge bereits in der Flugausbildung eingesetzt.
Der Doppelsitzer DUO DISCUS XL, D-5771, wurde 2013 beschafft und hat eine Gleitzahl von 47. Der Segler fliegt also in ruhiger Luft aus einem Meter Höhe ganze 47 Meter weit.
Der einsitzige Hochleistungssegler DISCUS2C, D-5772, mit 15 oder 18Metern Spannweite erlaubt Überlandflüge oder auch Teilnahme an sportlichen Meisterschaften. Somit stehen den renchtäler Piloten ausreichend und topmoderne Flugzeuge für ausgedehnte Flüge zur Verfügung. Unvergessliche schöne Flugerlebnisse sind damit garantiert.
Weitere interessante Einzelheiten sind in der Chronik auf der Homepage www.fliegergruppe-renchtal.de unter Rubrik Verein zu finden.






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