Bürgerinfo zum Zentrum für Gesundheit
Erste Konzeptideen vorgestellt

Erste Konzeptideen vorgestellt: (v. l.) Ortenau Klinikum-Vorstandsvorsitzende Claudia Bauer-Rabe, Landrat Thorsten Erny und Oberbürgermeister Wolfram Britz erläutern in der Stadthalle die Planungen zur Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung im künftigen Zentrum für Gesundheit Kehl. | Foto: Ortenau Klinikum/Christian Eggersglüß
  • Erste Konzeptideen vorgestellt: (v. l.) Ortenau Klinikum-Vorstandsvorsitzende Claudia Bauer-Rabe, Landrat Thorsten Erny und Oberbürgermeister Wolfram Britz erläutern in der Stadthalle die Planungen zur Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung im künftigen Zentrum für Gesundheit Kehl.
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Kehl (st) Erste Konzeptideen für das geplante Zentrum für Gesundheit (ZfG) Kehl wurden am vergangenen Montag, 6. Juli, bei einer Informationsveranstaltung in der Stadthalle Kehl vorgestellt, zu der der Ortenaukreis, die Stadt Kehl und das Ortenau Klinikum eingeladen hatten.  Bürger aus Kehl und Umgebung nutzten die Gelegenheit, sich über den aktuellen Planungsstand zu informieren, Fragen zu stellen und ihre Anregungen einzubringen, heißt es in einer Pressemitteilung des Ortenau Klinikums.
Oberbürgermeister Wolfram Britz begrüßte die Gäste und machte zu Beginn deutlich, worum es an diesem Abend gehen sollte: „Heute geht es nicht um Bundes- oder Landespolitik, auch nicht um die 2018 im Kreistag gefallene Entscheidung zur Schließung des Klinikums in Kehl. Heute geht es darum, gemeinsam darüber zu sprechen, wie wir nach der Schließung der Klinik die bestmögliche gesundheitliche Versorgung für die Menschen in Kehl und der Region gestalten können.“ Er dankte dem Kreis und dem Ortenau Klinikum für diese Möglichkeit zum Dialog.

Teil des Agenda-Prozesses

Landrat Thorsten Erny unterstrich im Anschluss die Bedeutung der Veranstaltung als Teil des Agenda-Prozesses „Ortenau 2030 – Zukunft Gesundheit“: „Mit der Weiterentwicklung des Klinikstandortes Kehl zu einem Zentrum für Gesundheit setzen wir konsequent den vom Kreistag beschlossenen Zukunftsweg fort. Unser Ziel ist es, auch nach der Verlagerung der stationären Akutversorgung eine wohnortnahe, moderne und sektorenübergreifende Gesundheitsversorgung für die Menschen in Kehl und der gesamten Region sicherzustellen. Die heutige Veranstaltung zeigt, wie wichtig uns dabei der offene Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern ist.“ Der Landrat dankte zugleich der Stadt Kehl und Oberbürgermeister Wolfram Britz für die Unterstützung der Veranstaltung: „Ebenso danke ich allen Bürgerinnen und Bürgern für ihr großes Interesse, ihre zahlreichen Fragen und die konstruktiven Beiträge. Die Hinweise aus der Bevölkerung sind für die weitere Entwicklung des Projekts von großem Wert.“
Anhand einer Präsentation stellte Landrat Erny die Größe des Klinikverbund Ortenau Klinikum mit seinen vier Klinikstandorten, aktuell noch sechs Betriebsstellen, den bereits bestehenden drei Zentren für Gesundheit sowie dem Pflege- und Betreuungsheim Ortenau dar. Darüber hinaus erläuterte er die Agenda „Ortenau 2030 – Zukunft Gesundheit“, mit der der Kreistag bereits 2018 die Konzentration der stationären Akutversorgung auf die Standorte Achern, Lahr, Offenburg und Wolfach beschlossen hat. Gleichzeitig werden die bisherigen ehemaligen Klinikstandorte schrittweise zu Zentren für Gesundheit weiterentwickelt. In Oberkirch, Gengenbach und Ettenheim sind entsprechende Einrichtungen bereits erfolgreich entstanden.

Breites Spektrum an Gesundheitsangeboten

Anschließend stellte die Vorstandsvorsitzende des Ortenau Klinikums, Claudia Bauer-Rabe, die Überlegungen des Ortenau Klinikums zur Weiterentwicklung des Gesundheitsstandorts vor. Ein zentraler Baustein sei dabei vor allem ein Angebot von Langzeitpflegeplätzen sowie Räumlichkeiten für Therapieangebote externer Anbieter. Einen wesentlichen Platz soll ebenfalls das Medizinische Versorgungszentrum (Ortenau MVZ) als ambulante Versorgungseinrichtung des Ortenaukreises einnehmen. Geplant ist der Ausbau und die Erweiterung der vier Fachpraxen, die die Bereiche Allgemeinmedizin und Diabetologie, Innere Medizin mit Gastroenterologie und Endoskopie, Kardiologie sowie Chirurgie abdecken. Ergänzend bleibt die sogenannte BG-Praxis mit D-Arzt-Verfahren zur Behandlung von Arbeitsunfällen bestehen.
Darüber hinaus sollen ein Zentrum für ambulantes Operieren, Angebote für Telemedizin, digitale Gesundheitsleistungen sowie weitere medizinische Dienstleistungen entstehen. Auch eine Mitnutzung des Gebäudes durch die Stadt Kehl oder weitere Partner – beispielsweise für soziale Einrichtungen, Begegnungsräume oder die Bürgerstiftung – wird geprüft. Wie Bauer-Rabe betonte, liegen weitere Interessenbekundungen unter anderem aus den Bereichen Gynäkologie, Anästhesie mit Nutzung des ambulanten Operationszentrums, Urologie, Orthopädie sowie Allgemeinmedizin mit einer möglichen Notfallsprechstunde vor. Das benachbarte Ärztehaus werde unabhängig von der Schließung der Klinik bestehen bleiben und das medizinische Versorgungsangebot ergänzen. Ebenfalls betonte die Vorstandsvorsitzende des Ortenau Klinikums, dass die Rettungswache auch nach einem möglichen Umzug künftig in Kehl verbleibe und mit Notärzten des Ortenau Klinikums besetzt sein wird. Schnelle Hilfe in der Rettungskette bleibt gewährleistet.

Nachhaltige Weiterentwicklung

„Mit diesen Konzeptideen können wir einen Großteil der Handlungsempfehlungen zur sektorenübergreifenden Gesundheitsversorgung aus der Kommunalen Gesundheitskonferenz umsetzen. Unser Ziel ist es, die medizinische Versorgung in Kehl nachhaltig weiterzuentwickeln und die verschiedenen Gesundheitsangebote sinnvoll miteinander zu vernetzen“, sagte Bauer-Rabe.
Anhand eines Gebäudegrundrisses erläuterte Bauer-Rabe anschließend die möglichen Umbaupläne für das heutige Klinikgebäude. Für Umbau und Sanierung rechnet der Ortenaukreis mit Investitionen zwischen 20 und 30 Millionen Euro. Nach Aufgabe der stationären Akutversorgung wird die Bau- und Umbauphase voraussichtlich vier bis acht Jahre dauern. Ziel sei eine neue Form der Gesundheitsversorgung mit wohnortnahen, vernetzten und zukunftsfähigen Angeboten für die Bürgerinnen und Bürger in Kehl und Umgebung.
Im Anschluss nutzten zahlreiche Bürger die Gelegenheit, Fragen zu stellen und Anregungen einzubringen und ihre Sorgen zu formulieren. Diskutiert wurden unter anderem die künftige Notfallversorgung, grenzüberschreitende Kooperationen mit französischen Gesundheitseinrichtungen sowie weitere Entwicklungsmöglichkeiten des Standorts. Die Veranstaltung wurde insgesamt positiv aufgenommen. Mehrfach wurde der Wunsch geäußert, den offenen Informations- und Dialogprozess fortzusetzen.

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