• 6. März 2018, 20:27 Uhr
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Seniorenwerkstatt
Hilfe für ältere Bürger bei Kleinstreparaturen

Helfer bei kleinen Schäden: das Team der Seniorenwerkstatt mit Projektleiter Roland Balz (vorne, zweiter von links)
Helfer bei kleinen Schäden: das Team der Seniorenwerkstatt mit Projektleiter Roland Balz (vorne, zweiter von links) (Foto: Christian Studer)

Offenburg (djä). Ein Wasserhahn tropft. Eine Glühbirne ist kaputt. Das Türchen an einem Schrank hängt oder ein Heizkörper pfeift und sollte mal entlüftet werden – im Haushalt gibt es oft kleine Schäden, die für Senioren leicht zum Problem werden. Hatte man früher das Leuchtmittel schnell selber gewechselt, ist im Alter das Besteigen einer Leiter gefährlich oder gar nicht mehr möglich. Aber wer hilft, wenn ein paar Schrauben nachgezogen, Bilder aufgehängt oder ein Regalbrett angebracht werden soll? Die Kinder vieler Senioren wohnen nicht mehr am Ort. Für einen Handwerker lohnen sich diese kleinen Handgriffe nicht. Und die Anfahrtskosten wären teurer als die eigentliche Arbeit.

"Gute Hilfen" heißt das Motto des Seniorenbüros der Stadt Offenburg, unter dem derzeit rund 70 Angebote laufen. Dank vieler ehrenamtlicher Helfer finden die Bürger in Offenburg in verschiedenen Lebenssituationen Unterstützung. "Unsere älteren Mitbürger sollen so lange als möglich selbstbestimmt in der eigenen Wohnung leben können. Da  ist es auch nötig, ihnen bei den kleinen Dingen zur Hand zu gehen, die sie nicht oder nicht mehr selber bewältigen", erklärt Angela Perlet, die Leiterin des Seniorenbüros.

In Abstimmung mit der Handwerkskammer wurde der Service vor über einem Jahrzehnt gestartet. "Wir stehen aber nicht in Konkurrenz zu den örtlichen Handwerksbetrieben", betont Perlet. In der Seniorenwerkstatt engagieren sich ehrenamtlich Handwerker und andere Spezialisten im Ruhestand für Senioren, die Hilfe bei kleinen Arbeiten im Haus brauchen. Das Angebot der Seniorenwerkstatt umfasst ausschließlich Kleinstreparaturen. Das wird vor dem Termin geklärt.
"Unsere Einsätze sind auch zeitlich begrenzt und kein Ersatz für professionelle Handwerksbetriebe", erklärt Roland Balz. Er ist seit über fünf Jahren dabei und Projektleiter der Seniorenwerkstatt. Die Hilfeersuchen gehen im Seniorenbüro ein und werden an ihn weitergeleitet. Er koordiniert die Einsätze mit seinem Team. Ein Termin wird vereinbart, dann kommt der Helfer nach Hause in die Wohnung und behebt den kleinen Schaden. Für jeden Einsatz wird eine Kostenpauschale in Höhe von acht Euro berechnet und natürlich das notwendige Material. "Rund 90 Prozent unserer 'Kunden' sind alleinstehende Frauen. Oft ist noch vom Ehemann Werkzeug vorhanden, weil der früher kleine Arbeiten im Haus erledigt hat", weiß Klausdieter Ruck, der stellvertretende Projektleiter.

Er ist schon über zehn Jahre für die Seniorenwerkstatt unterwegs. Die Einsätze haben meist auch eine soziale Komponente, weiß er. "Oft dauert die Arbeit nur ein paar Minuten. Dann ergeben sich Gespräche oder man trinkt eine Tasse Kaffee zusammen", beschreibt Ruck die menschliche Seite der Einsätze. Die ehrenamtlichen Helfer bringen sich motiviert und engagiert in ihre sinnvolle Aufgabe ein.

Was sind die häufigsten Probleme im Seniorenhaushalt? Das sind tatsächlich die tropfenden Wasserhähne, die eine neue Dichtung brauchen. Aber auch wackelnde Toilettensitze, verstopfte Abflüsse, klemmende Schränke und Schubladen oder gebrochene Scharniere kommen oft vor. Manchmal müssen kleine Hilfsmittel montiert werden, wenn die Wohnberatung vorher da war.

Diese gehört ebenfalls zum Angebot der "guten Hilfen" des Seniorenbüros. Dann muss vielleicht ein Haltegriff im Bad angeschraubt werden. Oder das Bett wird mit ein paar Klötzen erhöht, damit das Aufstehen leichter fällt. Offenburger Senioren können für solche Arbeiten dann einfach beim Seniorenbüro unter Telefon 0781/822222 anrufen und fragen, ob ein Helfer vorbeikommen kann.

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