Kiwanis-Austauschprojekt in Offenburg
Kinder kennen keine Grenzen

Aus Briefbekanntschaft wird Freundschaft: Beim „AUSTAUSCH DES DEUX RIVES“ spielen deutsche und französische Kinder ganz selbstverständlich miteinander. | Foto: Sandra Martin
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  • Aus Briefbekanntschaft wird Freundschaft: Beim „AUSTAUSCH DES DEUX RIVES“ spielen deutsche und französische Kinder ganz selbstverständlich miteinander.
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Offenburg (st/sam) Das deutsch-französische Schulprojekt „AUSTAUSCH DES DEUX RIVES“ zwischen der Eichendorff-Schule Offenburg und der École Élémentaire Adélaïde Hautval in Illkirch-Graffenstaden geht in die zweite Runde. Ins Leben gerufen wurde der Austausch im vergangenen Jahr von den Kiwanis-Clubs beider Städte, heißt es in einer Pressemitteilung. Erstmals unterstützt die Rhein-Stiftung/Fondation du Rhin, eine Stiftung zur Förderung der deutsch-französischen Freundschaft und Zusammenarbeit am Oberrhein, das grenzüberschreitende Projekt.
Auf dem Schulhof ist mächtig was los. „Auf die Plätze, fertig, los!“ In drei Gruppen laufen die acht- bis zehnjährigen Kinder mit vollgesogenen Schwämmen zwischen einem vollen und einem leeren Wassereimer hin und her. Gewonnen hat das Team, das am Ende, das meiste Wasser ins Ziel bringt. Dass unterwegs bei den sommerlichen Temperaturen reichlich in einer fröhlichen Wasserschlacht verloren geht, gehört natürlich dazu.

Bewegungsspiele

Die Lernbegleiter der Eichendorff-Schule hatten für ihre französischen Gäste drei Stationen – sogenannte „ateliers“ vorbereitet: Wasserspiele im Hof, Bewegungsspiele in der Sporthalle und in einem der Klassenzimmer eine Fotostation. Da konnten sich die Kinder mit ihren jeweiligen Briefpartnern fotografieren lassen und das Bild dann rahmen.
Im April hatten sich die deutschen und französischen Grundschulkinder der 3. Klasse das letzte Mal gesehen. Schon Wochen vor den beiden Treffen Ende Mai war die Vorfreude groß, erzählt Deutschlehrerin Alina El Goumi. Einer ihrer Schüler der Eichendorff Gemeinschaftsschule fragte immer wieder: „Wann sehe ich endlich meinen Ajuk wieder?" Gemeint war sein französischer Austauschpartner.

Freundschaften schließen

Nicht nur die Kinder schließen Freundschaften. Auch zwischen den Lehrkräften ist inzwischen eine enge Verbindung entstanden. Alina El Goumi und ihre elsässische Kollegin Estelle Schwartz arbeiten längst über den eigentlichen Austausch hinaus eng zusammen. „Wir sind sehr froh über das Austauschprojekt“, sagt Estelle Schwarz. „Es war nicht so einfach für uns, eine passende Schule in Deutschland zu finden.“ Denn während Kinder in Deutschland meist nach Klasse 4 auf eine weiterführende Schule wechseln, besuchen französische Kinder die Grundschule bis einschließlich Klasse 5. In Kombination mit der Eichendorff Gemeinschaftsschule aber könne der Austausch nun über mehrere Jahre wachsen.
Damit das Verständigen gelingt, bereiteten beide Schulen ihre Kinder gezielt vor. Veronique Nass, die in Frankreich „Deutsch als Fremdsprache“ unterrichtet, hat mit ihren Schülern eine kleine deutsch-französische Wortschatzliste erarbeitet. Alina El Goumi wiederum übte mit den Offenburger Kindern, sich mit einfachen Gesten verständlich zu machen. Auf dem Schulhof wuseln alle Kinder wild durcheinander. Es ist kaum mehr auszumachen, zu welcher Schule nun das ein oder andere Kind gehört. Schon beim Treffen in Illkirch-Graffenstaden eine Woche zuvor beobachteten die Lehrkräfte, wie selbstverständlich sich die Kinder mit ihren Brieffreunden zum Fußballspielen oder zu Gesellschaftsspielen zusammenfanden.

Stärke des Projekts

Für Katia Beck, Vorsitzende des Stiftungsrates der Rhein-Stiftung / Fondation du Rhin, die sich für die deutsch-französische Freundschaft junger Menschen und die soziale Integration in der Grenzregion engagiert, liegt genau darin die Stärke des Projekts. „In der Oberrheinregion leben wir von der Zusammenarbeit über Grenzen hinweg“, sagt sie. „Kooperationen wie diese zeigen: gemeinsam sind wir stark. Deshalb ist es wichtig, dass Kinder früh die Sprache und Kultur ihres Nachbarlandes kennenlernen.“
„Wer schon als Kind erlebt, wie selbstverständlich Freundschaften über eine Grenze hinweg entstehen“, sagt Reinhard Renter, Präsident des Kiwanis-Clubs Offenburg, „nimmt diese Erfahrung ein Leben lang mit. Genau solche Begegnungen möchten wir Kindern ermöglichen.“ Ganz im Sinne des internationalen Kiwanis-Leitgedankens „Serving the children of the world“.
Das Projekt „AUSTAUSCH DES DEUX RIVES“ der beiden Kiwanis-Clubs Offenburg und Illkirch-Graffenstaden ist auf mehrere Jahre angelegt. „Im optimalen Fall sehen sich die deutschen und französischen Kinder über drei Jahre hinweg immer wieder“, freut sich Alina El Goumi mit leuchtenden Augen. Sie klatscht sich mit ihrer französischen Kollegin Estelle Schwartz ab. Während die Erwachsenen schon den nächsten Austausch planen, spielen die Kinder einfach miteinander weiter.

Aus Briefbekanntschaft wird Freundschaft: Beim „AUSTAUSCH DES DEUX RIVES“ spielen deutsche und französische Kinder ganz selbstverständlich miteinander. | Foto: Sandra Martin
Die Fotostation war Bestandteil des „AUSTAUSCH DES DEUX RIVES“. Die gemeinsamen Bilder begleiten die Kinder bis zum nächsten Wiedersehen. | Foto: Sandra Martin
Viel Bewegung und ein fröhlicher Wasserwettlauf: Beim „AUSTAUSCH DES DEUX RIVES“ entstehen Freundschaften oft ganz ohne viele Worte. | Foto: Sandra Martin
Gemeinsam für die Kinder: Lehrkräfte, Projektpartner, die unterstützenden Kiwanis-Clubs sowie die Rhein-Stiftung begleiten den „AUSTAUSCH DES DEUX RIVES“ in seinem zweiten Jahr. | Foto: Sandra Martin

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