Verabschiedung
Reinhard Renter hängt die Uniform an den Nagel

Der scheidende Polizeipräsident Reinhard Renter (v. l.), Innenminister Thomas Strobl, Landespolizeipräsidentin Dr. Stefanie Hinz und der neue Polizeipräsident Jürgen Rieger
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Offenburg (gro). 47 Jahre war Reinhard Renter bei der Polizei, seit 2017 als Präsident des Polizeipräsidiums Offenburg. Am Donnerstag, 19. Mai, wurde er in der Oberrheinhalle in Offenburg von Innenminister Thomas Strobl in den Ruhestand verabschiedet. Gleichzeitig wurde Renters Nachfolger, der bisherige Vizepräsident, Jürgen Rieger, in sein Amt eingeführt.

Rund 160 Gäste aus Politik und Wirtschaft waren gekommen, darunter Justizministerin Marion Gentges, aber auch viele Weggefährten über die lange Zeit, in denen Renter in Offenburg in verantwortlicher Position arbeitete. Der Auftakt war verblüffend: Gemeinsam mit seinem Nachfolger Jürgen Rieger sorgte Renter für einen Moment der Achtsamkeit, ein ihm wichtiges Thema. Er schlug an eine Klangschale und gab den Gästen Gelegenheit, sich zu sammeln. 

In seiner Rede bescheinigte der Innenminister dem scheidenden Polizeipräsidenten innovative Schaffenskraft, positives Denken und die Fähigkeit, stets über den Tellerrand hinauszublicken. "Es genügte eine einzige Begegnung mit ihm, um ihn nicht mehr zu vergessen", so Strobl mit einem Augenzwinkern. Renter habe eine einprägsame Persönlichkeit mit Ecken und Kanten. "Er ist authentisch und absolut verlässlich", so Strobl. Und auch, wenn Renter wie ein Kosmopolit wirke, sei er ein heimattreuer Schwarzwälder. "Reinhard Renter hat neueste Managementmethoden auf Polizeitauglichkeit überprüft und Impulse gegeben."

Als ein Herzensanliegen des Polizeipräsidenten beschrieb Strobl die deutsch-französische Zusammenarbeit, die dieser wesentlich mitgeprägt habe. Vor allem sein Einsatz für die Gründung des gemeinsamen Polizeipostens in Rust unterstrich der Innenminister: "Das ist gelebtes Europa, es ist für die Menschen wichtig, das zu sehen." Strobl schloss seine Rede mit einem Zitat aus dem Feng Shui: "Nutze Deine Zeit und mache nur das, was Dich glücklich macht." Doch das sei leider erst mit dem Ruhestand möglich. Im Anschluss übergab der Innenminister die Entlassungsurkunde an Reinhard Renter.

Amtseinführung Jürgen Rieger

Der Verabschiedung folgte die Amtseinführung des neues Offenburger Polizeipräsidenten Jürgen Rieger. "Sie übernehmen ein gut bestelltes Haus, das sie als Vizepräsident in den vergangenen Jahren selbst mitbestellt haben", so Strobl. Der Leitspruch des Polizeipräsidiums "Für Sicherheit und hohe Lebensqualität" lasse sich nur umsetzen, wenn alle an einem Strang ziehen würden. "Sie bekommen in Jürgen Rieger einen Chef, der sie in ihrer Arbeit unterstützen wird und zu dem sie Vertrauen haben können", versprach Strobl den Beschäftigten des Polizeipräsidiums Offenburg, bevor er Jürgen Rieger die Ernennungsurkunde und die damit verbundenen neuen Schulterklappen übergab. 

Grußworte, Dankesworte und Glückwünsche kamen von Landrat Frank Scherer, stellvertretend für alle kommunalen Vertreter aus dem Präsidiumsbereich, Dr. Herwig Schäfer, Leiter der Staatsanwaltschaft Offenburg, stellvertretend für die Justiz, Laurent Tarasco, Contrôleur Général de la Police Nationale, Jude Vinot, Général de Brigade de la Gendarmerie Nationale, Roland Mack, Geschäftsführender Gesellschafter Europa-Park Rust, stellvertretend für die Wirtschaft und Uwe Holzer, Örtlicher Personalrat. 

Start in etwas Neues

"Heute ist kein Abschied für mich, sondern ein Start in etwas Neues, Aufregendes und Spannendes. Ein Start in meine oder besser: unsere Zukunft", erklärte Reinhard Renter in seiner Ansprache. "Und doch ist es ein Ausstieg - ein Ausstieg aus der Uniform, die ich 47 Jahre mit Stolz und hoher Loyalität gegenüber dem Recht getragen habe, und dem Wissen, dass wir eine Aufgabe in der Gesellschaft haben, die dieser Uniform vertraut und wir für die Sicherheit, vor allem auch für die objektive Sicherheit in unserer Region Verantwortung tragen. Mit einem guten Gefühl, die Arbeit getan zu haben, stehe ich hier." Renter dankte allen Anwesenden, aber auch den Menschen, die ihn im Laufe seines Berufsleben unterstützt hatten, sowie den Mitarbeitern. Seinem Nachfolger wünschte er alles Gute. "Ich darf mit großer Dankbarkeit, auch mit Stolz und der großen Gewissheit gehen, das das Polizeipräsidium Offenburg bei Dir in guten Händen liegt und in diesem Sinne weitergeführt wird."

"Ich trete mein neues Amt mit Freude und großem Respekt an, die Messlatte liegt hoch", so Jürgen Rieger in seiner kurzen Ansprache. Das Polizeipräsidium sei gut aufgestellt, Führungs- und Wertekultur, Mitarbeiterorientierung und viele andere gute Dinge würden aktiv gelebt: "Diesen eingeschlagenen Weg möchte ich fortsetzen und für ein hohes Maß an Sicherheit und damit für eine hohe Lebensqualität in unserem Präsidiumsbereich sorgen." Mit Blick auf die Zusammenarbeit mit den kommunalen Akteuren vor Ort stellte Rieger fest: "Für mich gilt der Grundsatz: Kein Kompetenzgerangel zwischen den Behörden, sondern wir müssen der Öffentlichkeit zeigen, Probleme werden gemeinsam pragmatisch und zeitnah gelöst." Er beendete seine Ansprache mit einer Anekdote: Als James-Bond-Fan habe er sich sehr gefreut, dass er während seiner Zeit im Innenministerium die Ausweisnummer 007 gehabt habe. Allerdings habe er stets vergeblich auf eine Mission gewartet, die habe er erst bekommen, als er 2020 als Polizeivizepräsident versetzt wurde. Denn sein erster großer Fall war der des "Schwarzwald-Rambos" in Oppenau.

Autor:

Christina Großheim aus Offenburg

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