Gestaltungshandbuch
Unmut bei Händlern wegen geplanter Regeln für die City

Auch Farbe und Größe von Sonnenschirmen für die Außenbestuhlung gehören in die Debatte um das Gestaltungshandbuch.
  • Auch Farbe und Größe von Sonnenschirmen für die Außenbestuhlung gehören in die Debatte um das Gestaltungshandbuch.
  • Foto: rek
  • hochgeladen von Rembert Graf Kerssenbrock

Offenburg (rek). "Es findet kein gemeinsames Handeln statt, um Offenburg nach vorne zu bringen", lautet der Vorwurf von Silvano Zampolli Richtung Rathaus. Der Grund für seinen Eindruck ist das Gestaltungshandbuch. In seiner Juni-Sitzung hatte der Gemeinderat die Verabschiedung vertagt und eine erneute Diskussion im Planungsausschuss erreicht. Ergebnis: Auch dort gab es keine Abstimmung, sondern den Auftrag an die Stadt, weitere Gespräche mit den Händlern zu führen.

Zampolli, als Gastronom einer Eisdiele in der Hauptstraße selbst betroffen, engagiert sich zudem als Stadtrat sowie im Vorstand der City Partner für dieses Thema. Er fordert, dass die Stadt auf jeden Händler einzeln zu gehen müsse, um die neue Satzung zu erläutern.

Die Größe von Markisen, die Einhaltung von Rettungswegen, das Aufstellen von Blumenkübeln, die sogenannten Kundenstopper und Präsentation von Auslagen auf den Gehwegen werden mit der neuen Satzung reglementiert. Die Innenstadt habe viele Aufgaben von der Gastronomie über den Einzelhandel bis zu Wohnen, Bürgerservice und Veranstaltungen, hatte Stadtplaner Daniel Ebneth für das Handbuch geworben. Die Nutzungen stünden zum Teil in Konkurrenz. Die Regelungen sollten dazu dienen, die verschiedenen Interessen verträglich auszugleichen: „Wir wollen die Anliegen unter einen Hut bringen, aber nicht über einen Kamm scheren.“

Aber genau dieser "Einheitsbrei" entstehe bei diesen Vorgaben, kritisiert Silvano Zampolli. So habe sich bis auf Oberbürgermeisterin Edith Schreiner niemand bei ihm sehen lassen oder erkundigt, was seine Anliegen seien.

Die Neufassung der Sondernutzungsrichtlinie zwingt die Gastronomen ausdrücklich nicht, vorhandene Bestuhlungen oder Schirme kurzfristig zu ersetzen, so die Stadt. Jedoch werde Wert darauf gelegt, dass bei ohnehin regelmäßig anstehenden Neuinvestitionen die Empfehlungen zur Qualität der Möbel und die Regelungen zu Größe sowie Beschaffenheit der Schirme berücksichtigt werden. So dürfe eine Markise nicht mehr als 2,60 Meter auf die Straße hinaus ragen. Das Ergebnis: Besucher hätten keinen ausreichenden Schutz mehr vor Sonne oder Regen, kritisieren Gastronomen.

Für den Rettungsweg und um ausreichend Freiraum um den Neptunbrunnen in der Hauptstraße zu bekommen, verlöre Zampolli einen Großteil seiner Tische und Stühle. "Bei einem Saisongeschäft ist jeder Sonnentag wichtig", betont der Gastronom. Auslagen mit Dach, durch die Waren geschützt würden, seien zukünftig nicht mehr zulässig, erläutert Zampolli. Auch die als Kundenstopper benannten Werbeschilder sollen künftig direkt am Eingang stehen.

Dem neuen Geschäftsführer der City Partner, Achim Kirsche, komme, so sieht es Silvano Zampolli, die Rolle zu, die Forderungen der Händler gegenüber der Stadt zu äußern. Schon Bürgermeister Oliver Martini hatte vermutet, dass ein Jahr vergehen könne, bis alle Gespräche geführt seien.

Autor:

Rembert Graf Kerssenbrock aus Kehl

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