Tipps bei Tapinoma magnum
Was bei einem Befall zu beachten ist

Unerwünscht: ein Exemplar der Tapinoma magnum | Foto: A. Bellersheim/SMNS
  • Unerwünscht: ein Exemplar der Tapinoma magnum
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  • hochgeladen von Christina Großheim

Offenburg (st) Unterhöhlte Terrasse, beschädigte Fassaden und defekte Stromkästen: Die ursprünglich aus Afrika stammende Große Drüsenameise (Tapinoma magnum) breitet sich seit Jahren in der Ortenau aus. Auch in Offenburg ist sie inzwischen angekommen, teilt die Stadt mit.
Heimische Ameisen erfüllen wichtige Funktionen im Ökosystem; die invasive Tapinoma magnum richtet hingegen erhebliche Schäden an. Die Unterscheidung ist für den Laien nicht ohne Weiteres möglich. Wer auffällig breite Ameisenstraßen oder massenhaftes Ausschwärmen beobachtet, sollte sich an die Abteilung Grünflächen und Umweltschutz wenden unter Telefon 0781/822332 oder per E-Mail an Sekretariat.FB5@offenburg.de. Mitarbeiter der Technischen Betriebe Offenburg können die Art bestimmen. Im Zweifelsfall werden Proben an die Naturkundemuseen Stuttgart und Karlsruhe geschickt. Erst nachdem zweifelsfrei feststeht, dass es sich um eine Tapinoma magnum-Kolonie handelt, sollte gegen die Tiere vorgegangen werden. Zur Bekämpfung gibt es verschiedene Möglichkeiten.

Bekämpfung

Im öffentlichen Raum setzt die Stadt Offenburg die Heißwassermethode ein. Dabei wird mithilfe einer speziellen Lanze heißes Wasser möglichst tief in das Erdreich eingebracht. Dadurch werden Gänge beschädigt und Brutstätten nachhaltig beeinträchtigt.
Kieselgurpulver schädigt den Chitinpanzer der Tiere und setzt sich in ihren Gelenken fest, was sie nach kurzer Zeit bewegungsunfähig macht. Wichtig: Das Mittel gezielt in Gänge und auf Ameisenstraßen einbringen, nicht nur oberflächlich verstreuen. Kieselgur eignet sich besonders für Innenräume und überdachte Bereiche; bei Trockenheit auch im Garten. Es ist im Heimtierbedarf erhältlich. Herstellerangaben zur sicheren Verwendung bitte beachten.
Frei verkäufliche Pestizide können bei unsachgemäßer Anwendung Gesundheit und Umwelt schädigen. Nützliche Insekten könnten getötet und das Grundwasser belastet werden. Und: Eine vollständige Beseitigung etablierter Superkolonien ist mit frei erhältlichen Mitteln ohnehin nicht möglich. Die Stadt empfiehlt, auf Pestizide zu verzichten und im Bedarfsfall eine Fachfirma für Schädlingsbekämpfung zu beauftragen.

Mit Nachbarn abstimmen

Tapinoma magnum-Kolonien können sehr groß werden und reagieren flexibel auf Störungen: Innerhalb weniger Stunden können sie ihre Zugänge verlagern. So können auf ein einzelnes Grundstück beschränkte Maßnahmen leicht verpuffen. Wer einen Befall feststellt, sollte sich mit den Nachbarn abstimmen und das Vorgehen koordinieren. Nach Nachweis eines Befalls bittet die Stadt um eine Meldung, damit Fundorte kartiert und bei Bedarf Maßnahmen im öffentlichen Raum eingeleitet werden können.
Häufig kommen die Tiere über importierte Pflanzen, in deren Wurzelballen sich Eier oder lebende Tiere befinden, nach Deutschland. Zu überprüfen sind beim Kauf deshalb wenn möglich Topf und Wurzelballen auf einen möglichen Befall.

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